Gudrun Pennitz: De-Maskierung

Die Maskenverweigerung einiger FPÖ-Parlamentsabgeordneter sorgt schon länger für Ärger und Verwunderung. (1) Tatsächlich galt im österreichischen Parlament bis jetzt das Tragen von Masken de iure als bloße Form der Höflichkeit – wie beispielsweise der Brauch, seine Schuhe während einer langen Sitzung nicht auszuziehen und die Füße samt dampfenden Socken nicht dem Vorderbänkler unter die Nase zu halten.

Provokant tanzen diese Abgeordneten jedoch nicht nur ihren ParlamentskollegInnen auf der Nase herum, sondern allen Menschen, die durch ihren persönlichen Einsatz unter schwierigen Bedingungen dazu beitragen, dieser Pandemie endlich Herr zu werden. Nicht zuletzt sind dies auch die LehrerInnen, die sich tagtäglich dem Risiko einer Infektion aussetzen und in etlichen Bundesländern noch immer auf eine Impfung warten müssen, weil man sie entweder für nicht gefährdet genug oder es für unpopulär hält, Lehrpersonen vor anderen Berufsgruppen zu impfen.

In Deutschland spricht sich die Bundeskanzlerin angesichts der Infektionszahlen für einen Lockdown aus. (2) Nebenbei bemerkt: Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland liegt bei 106 (Stand 8. April, 8:30 Uhr), in Österreich bei 232,1. (3)

Man mag diese Vorsicht unserer NachbarInnen belächeln. Dass sich bei uns hingegen höchste VolksvertreterInnen dermaßen demaskieren und ungehemmt provozieren wie Pubertierende, ist nur mehr peinlich.

(1) Siehe Maskenpflicht im Parlament? Mit der FPÖ nicht zu machen. In: Kurier online vom 4. April 2021.

(2) Siehe Merkel für kurzen und einheitlichen Lockdown in Deutschland. In: Kurier online vom 7. April 2021.

(3) Siehe Robert Koch-Instit, COVID-19: Fallzahlen in Deutschland und weltweit, abgerufen am 8. April 2021, und https://orf.at/corona/daten/oesterreich. Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.


Ein Gedanke zu “Gudrun Pennitz: De-Maskierung

  1. @: „. Dass sich bei uns hingegen höchste VolksvertreterInnen dermaßen demaskieren und ungehemmt provozieren wie Pubertierende, ist nur mehr peinlich [sic].“

    Kollegin Pennitz zeigt sich nicht auf dem letzten Stand der Dinge bzw. des Sprachgebrauchs:
    Wie wir seit einigen Tagen aus dem U-Ausschuss in Sachen Politiker-Chats wissen, ist neuerdings das Adjektiv „peinlich“ durch das Adjektiv „salopp“ ersetzt worden.

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