OTS

19. Oktober 2016

Bundesschulpartner warnen vor Aus der Mitbestimmung

Mit Empörung weisen die Schulpartner auf Bundesebene, der B-SGA, die Teile des gestrigen Ministerratsbeschlusses zurück, die die über Jahrzehnte mühsam erkämpften Mitbestimmungsrechte beschneiden bzw. zur Farce verkommen lassen.

Wir Schulpartner haben monatelang versucht, uns in die Gespräche und Verhandlungen zur Vorbereitung dieses Papiers einzubringen, leider ohne nennenswerten Erfolg. Auch mit Unterstützung einiger Medien haben wir vor den Folgen einer Beschneidung der Kompetenzen der Schulgemeinschaftsausschüsse gewarnt, sowohl in pädagogischer als auch organisatorischer Hinsicht. Wiederholt haben wir darauf hingewiesen, wie enorm wichtig die Einbindung der betroffenen Schüler, Eltern und Lehrer vor Ort für die Qualität des Unterrichts ist. Wieder ohne Erfolg.

Gernot Schreyer, Präsident des Bundeselternverbandes: „Es ist völlig unverständlich, dass man auf das Wissen und die jahrelange Erfahrung von Schüler-, Lehrer- und Elternvertretern auf Bundesebene absichtlich verzichtet. Das Ergebnis ist nun ein Entwurf der offensichtlich von Personen erstellt wurde, die mit der Materie „SGA“ nur wenig oder gar nicht vertraut sind!“

Die Entmündigung der Schulpartnerschaft ist völlig inakzeptabel und wird von uns mit allen Mitteln bekämpft werden. Bundesschulsprecher Harald Zierfuß: „Das Entmündigen der Schulpartner an den Schulen finden wir leider nicht einmal fast geil.“ Aus dem bewährten SGA mit Entscheidungskompetenz würde ein Debattierklub werden, der in der Bedeutungslosigkeit versinkt. Wir betrachten es als Verhöhnung, wenn im Entwurf von einer beabsichtigten Stärkung der Schulpartnerschaft die Rede ist.

„Ich habe den Eindruck, Politiker meinen, sie seien gescheiter als diejenigen, die Schule täglich leben und gestalten“, so Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft. Autonomie werde von der Politik als Synonym für Entmündigung der Betroffenen und Mangelverwaltung missbraucht.

„Die von der Unterrichtsministerin im ZIB2-Interview aufgestellte Behauptung, das Paket sei mit allen Beteiligten umfassend besprochen worden, ist ein Affront gegenüber der gewählten Vertretung von Schülern, Lehrern und Eltern. Offensichtlich versteht sie uns nicht als Beteiligte“, so Roland Gangl, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft.

Wir fordern Frau BM Hammerschmid und ihren Verhandlungspartner Herrn Staatssekretär Mahrer dringend und erneut auf, mit uns endlich ins Gespräch zu treten, um aus einem völlig ungeeigneten Entwurf ein brauchbares Konzept mit echter und tatsächlicher Stärkung der Schulpartnerschaft zu erstellen.

Der Bundes-SGA (B-SGA) besteht aus jeweils vier Vertretern der Bundesschülervertretung, der Lehrervertretung von AHS und BMHS und des Bundeselternverbands.

Rückfragehinweis:

Harald Zierfuß, Bundesschulsprecher, harald.zierfuss@bsv.at

Gernot Schreyer, Akad. FDL, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs, office@bundeselternverband.at

Mag. Herbert Weiß, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD, herbert.weiss@goed.at

Mag. Roland Gangl, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft in der GÖD, roland.gangl@goed.at

12. Oktober 2016

AHS-Gewerkschaft: Eckehard Quin übergibt Vorsitz an Herbert Weiß

Utl.: Bisheriger Stellvertreter dankt Quin für sein erfolgreiches Wirken – Keine Änderung in der inhaltlichen Linie der AHS-Gewerkschaft

Nachdem Mag. Dr. Eckehard Quin am GÖD Bundeskongress in den GÖD-Vorstand gewählt wurde, musste es statutengemäß zu einem Wechsel an der Spitze der AHS-Gewerkschaft kommen. Zum Nachfolger Quins wurde der bisherige stellvertretende Vorsitzende Mag. Herbert Weiß gewählt. In einer ersten Stellungnahme hielt der neue Vorsitzende fest, dass es keine Änderung in der inhaltlichen Linie der AHS-Gewerkschaft geben wird. Herbert Weiß freut sich, dass Eckehard Quin weiterhin der Bundesleitung der AHS-Gewerkschaft angehören wird.

Herbert Weiß, Jahrgang 1961, studierte Mathematik und Darstellende Geometrie und unterrichtet am Oeverseegymnasium in Graz.

Weiß dankt seinem Amtsvorgänger: „Eckehard Quin hat die AHS-Gewerkschaft in turbulenten Zeiten mit großer Umsicht und höchstem taktischen Geschick geführt. Ihm nachzufolgen ist eine ehrenvolle Aufgabe und eine große Herausforderung.“

Der neue AHS-Vorsitzende weiter: „Eckehard Quin hat sich in sehr bewegten Jahren ebenso unermüdlich wie erfolgreich für die AHS und ihre Lehrerinnen und Lehrer eingesetzt. Sein Leitmotiv war stets der Erhalt bzw. die Steigerung der hohen Qualität des österreichischen Schulwesens. Er hat sich aber auch weit über Schule und Gewerkschaft hinaus einen Namen gemacht.“

Mag. Herbert Weiß will Quins erfolgreichen Weg fortsetzen und hat sich folgende Schwerpunkte für seine Arbeit gesetzt:

Zwtl.: Zusammenarbeit mit den Schulpartnern auf allen Ebenen

Weiß erwartet von der Dienstgeberseite Respekt vor den gemeinsamen Positionen der Schulpartner, die auf Bundesebene vom Bundesschulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) artikuliert werden.

Zwtl.: Qualität der österreichischen Schule

Weiß lehnt „Experimente auf Kosten unserer Jugend“ entschieden ab. Eine verantwortungsvolle Politik fokussiere auf den Bildungserfolg der jungen Menschen, von denen jeder nur eine Bildungslaufbahn hat.

Zwtl.: Wahlfreiheit für Schüler und Eltern

Weiß steht für „Vielfalt statt Einfalt“. Die Wahlmöglichkeit hinsichtlich der Schulart, ganztägiger Schulformen etc. müsse gewahrt bleiben.

Zwtl.: Evidenzbasierte statt ideologiegesteuerter Schulpolitik

Weiß wird sich wie sein Vorgänger mit aller Kraft dafür einsetzen, dass „Lehrerinnen und Lehrer in der bildungspolitischen Debatte gehört werden“ und „Vernunft statt Ideologie“ die Diskussion prägen.

„Ich hoffe auf gute Zusammenarbeit mit Bildungsministerin Sonja Hammerschmid. Für pädagogisch sinnvolle Reformen wird sie in mir einen konstruktiven Partner haben“, so Weiß abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
0664 46 04 153
matthias.hofer@oepu.at
Foto (Franz Rauch) unter
https://www.dropbox.com/sh/pgx6q9q8xsif6nj/AAAB1F-YyTRoR3zC4ZhCU8JJa?dl=0

20. November 2015

Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss: Entmündigung der Schulpartner inakzeptabel
Utl.: B-SGA sieht Schulpartnerschaft auf dem Abstellgleis

Mit Entsetzen hat der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) die Ankündigung der Regierungsparteien zur Kenntnis genommen, Mitbestimmungsrechte der Eltern, Schüler und Lehrer in den geplanten Gesamtschul-Modellregionen abzuschaffen.

„Jetzt wissen wir, warum die gewählten Vertreter der Schulpartner von der Bildungsreform 2015 ausgegrenzt wurden. Die Regierung möchte nach dem Motto „Und bist du nicht willig, so brauch‘ ich Gewalt.“ handeln“, so Theodor Saverschel, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen wörtlich. „Die Absicht, das Entscheidungsrecht der Schulpartner vor Ort bei der Umwandlung von Gymnasien zu Gesamtschulen abzuschaffen, übertrifft unsere schlimmsten Befürchtungen.“

Maximilian Gnesda, Bundesschulsprecher, sieht eine Stärkung der Schulpartnerschaft gefährdet. „Ich bin enttäuscht, dass die Versprechungen, uns Schulpartnern in der Reform mehr Mitsprache zu geben, nicht in die Tat umgesetzt wurden. Hoffnung gibt mir aber die Aussage von Sektionschef Nekula. Zumindest in der Gesetzgebungsphase wolle man uns nun einbinden. Inwiefern dies wieder ein leeres Versprechen von Seiten des SPÖ-Ministeriums ist, bleibt abzuwarten.“

Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, stößt ins gleiche Horn: „Bei der Einführung von Modellregionen für Gesamtschulen wird davon ausgegangen, dass die bisher dafür notwendige Zustimmung der betroffenen Schüler, Eltern und Lehrer nicht erreicht wird. Was man auf demokratischem Weg nicht durchsetzen kann, möchte man jetzt offensichtlich durch die Abschaffung der Mitbestimmungsrechte erzwingen.“

Jürgen Rainer, der Vorsitzende der BMHS-Gewerkschaft, weist auf ein weiteres Problem des Bildungsreformpapiers hin: „Dass sich die Schulen ihr Supportpersonal selbst finanzieren sollen, indem sie Klassen vergrößern und auf Teilungen verzichten, kann aus pädagogischer Sicht nur zurückgewiesen werden.“

Als „unerträglichen Zynismus“ bezeichnet Theodor Saverschel die Aussagen von Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, dass Eltern, die ihre Kinder nicht in zwangsumgestellte Gesamtschulen schicken wollen, eben an andere Schulen außerhalb der Modellregion „ausweichen“ müssten.

„Gerade jetzt nach der Abschaffung der Kollegien brauchen wir Schulpartner. Es ist längst an der Zeit, dass wir Landes- und Bundes-Schulgemeinschaftsauschüsse gesetzlich verankern“, so Bundesschulsprecher Maximilian Gnesda

„Eine Politik, die der Schule wertschätzend begegnet und sie in eine erfolgreiche Zukunft führen möchte, darf die Schulpartner nicht entmündigen, sondern muss deren Mitbestimmungsrechte ausbauen!“ so die Mitglieder des B-SGA abschließend.

Rückfragehinweis:

Maximilian Gnesda, Bundesschulsprecher, maximilian.gnesda@bsv.at

Ing. Theodor Saverschel, MBA, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs, office@bundeselternverband.at

Mag. Dr. Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD, eckehard.quin@goed.at

MMag. Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft in der GÖD, juergen.rainer@goed.at

18. November 2015

Schulreform à la Nordkorea.

Eckehard Quin zu Gesamtschul-Modellregionen im Ö1-Mittagsjournal.

17. November 2015

AHS-Quin: 15 Prozent Nordkorea
Utl.: Entmündigung der Schulpartner

Geht es nach der „Bildungsreformkommission“, soll die Unterrichtsministerin das Recht erhalten, 15 Prozent der Schulen eines Bundeslandes auf Antrag der Landeshauptleute gegen den Willen der betroffenen Schulpartner aufzulösen und durch eine gemeinsame Schule der 6- bis 14-Jährigen zu ersetzen.

Enter Button With North Korea Flag

„Es gibt dann keine Volksschulen, keine Hauptschulen, keine Neuen Mittelschulen, keine Gymnasien und keine Sonderschulen mehr, sondern ausschließlich Eintopfschulen. Da das niemals die Zustimmung der betroffenen Eltern, Schüler und Lehrer gefunden hätte, führt die Regierung Schuldiktatur à la Nordkorea ein“, empört sich AHS-Gewerkschafter Eckehard Quin.

„Die betroffenen Schulpartner in Vorarlberg, Tirol oder Wien werden sich ihre derzeitigen Mitbestimmungsrechte und ihre Wahlmöglichkeit sicher nicht nehmen lassen. Da sie bisher nicht willig waren, sich mit Eintopfschulen abspeisen zu lassen, möchte die Politik nun Gewalt anwenden“, führt Quin aus. „Wer sich jedoch am Gymnasium vergreift, wird politisch abgestraft. Das sollte Hamburg auch Österreichs Regierungsparteien gelehrt haben“, so Quin abschließend.

Rückfragehinweis:

Mag. Dr. Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD, eckehard.quin@goed.at

13. November 2015

Wegweiser für eine neue Schulpolitik
Utl.: Starten ist zu wenig, die Bewegung muss auch zielorientiert erfolgen

Der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) hat die Ausgrenzung der gewählten Vertreter der Schulpartner (Lehrer, Schüler und Eltern) von der Bildungsreform 2015 scharf kritisiert. Diese Kritik wurde von Unterrichtsministerin Heinisch-Hosek damit beantwortet, am 17. November 2015 erfolge erst der Startschuss zur Bildungsreform.

Damit am 17. November nicht nur ein Startschuss erfolgt, sondern sich unser Schulwesen auch in eine erfolgversprechende Richtung bewegt, bringen wir die von uns gemeinsam definierten Eckpunkte einer sinnvollen Bildungsreform zur Kenntnis:

Wir Schulpartner fordern gemeinsam

  • eine Attraktivierung des Lehrerberufs
  • ein Ende des parteipolitischen Gezänks auf Kosten des Schulwesens
  • die für die Einhaltung der Klassenschülerhöchstzahlen und Teilungszahlen erforderlichen Ressourcen
  • zusätzliche Mittel zur gezielten Förderung lernschwacher Schüler
  • Freifächer und Unverbindliche Übungen als kostenloses Zusatzangebot zur Förderung individueller Interessen und besonderer Begabungen
  • den Erhalt des differenzierten Schulsystems inklusive der AHS-Langform
  • eine Schulautonomie, die Schulpartnern Gestaltungsmöglichkeiten für die Schule eröffnet, statt zur Mängelverwaltung missbraucht zu werden
  • eine Investitionsoffensive in den Schulbau
  • Supportpersonal
  • zusätzliche Ressourcen für die zusätzlichen Aufgaben zur Integration von Flüchtlingen
  • Wertschätzung der Politik für Österreichs Schulwesen

Diese Inhalte müssen unserer Überzeugung nach Zielsetzungen der Bildungsreform sein, zu der am 17. November der Startschuss erfolgen soll.

Eine Politik, die der Schule wertschätzend begegnet und sie in eine erfolgreiche Zukunft führen möchte, hat die gewählten Repräsentanten der Schulpartner in alle weiteren Planungen einzubinden. Statt sich von „Bildungsexperten“ steuern zu lassen, möge Österreichs Schulpolitik ab sofort den Stimmen der Fachleute der Schulwirklichkeit Gehör schenken und Positionen, die von den Schulpartnern gemeinsam vertreten werden, höchste Priorität einräumen.

Der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) fordert einmal mehr seine gesetzliche Verankerung, wird sich aber auch bis dahin nicht davon abhalten lassen, seiner schulpartnerschaftlichen Verantwortung für das Gelingen von Schule gerecht zu werden.

Rückfragehinweis:

Maximilian Gnesda, Bundesschulsprecher, maximilian.gnesda@bsv.at

Ing. Theodor Saverschel, MBA, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs, office@bundeselternverband.at

Mag. Dr. Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD, eckehard.quin@goed.at

MMag. Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft in der GÖD, juergen.rainer@goed.at

13. Oktober 2015

Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss: Österreichs Jugend verdient eine wirkliche Bildungsoffensive
Utl.: Placebo-Politik raubt jungen Menschen Zukunftschancen

Der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) fordert im Zusammenhang mit der von der Bundesregierung angekündigten Bildungsreform, in die er bisher überhaupt nicht eingebunden wurde, engagierte und erfolgsorientierte Maßnahmen im Sinne der Qualitätsentwicklung und Qualitätssicherung des österreichischen Schulwesens.

Für eine erfolgreiche Weiterentwicklung des Schulwesens unverzichtbar ist eine Attraktivierung des Lehrerberufs, um „die Besten der Besten“ unter Österreichs Maturanten für diese Berufslaufbahn gewinnen zu können. Die Politik der letzten Jahre, die von parteipolitischem Gezänk und „Bildungsexperten“ geprägt war, die sich auf Kosten des Schulwesens und der Lehrer profiliert haben, muss ein sofortiges Ende haben.

Klassenschülerhöchstzahlen und Teilungszahlen dürfen nicht länger bloß auf dem Papier stehen, in Wirklichkeit aber in tausenden Klassen wegen fehlender Ressourcen überschritten und missachtet werden.

Freifächer und Unverbindliche Übungen bieten jungen Menschen die Möglichkeit, individuellen Interessen nachzugehen und ihre besonderen Begabungen zu entfalten, ohne dass ihre Eltern dafür zur Kassa gebeten werden. In einem sozial gerechten Schulwesen ist dieses kostenlose Zusatzangebot wertvoll und unverzichtbar.

Die meisten Schulbauten sind keineswegs für einen ganztägigen Aufenthalt aller Schüler geeignet. Es wären längst notwendige Investitionen in den Schulbau dringend erforderlich, um Schülern wie Lehrern Rahmenbedingungen für eine qualitativ hochwertige ganztägige Schule zu bieten.

Es ist inakzeptabel, dass Österreichs Schulen so wenig Supportpersonal zur Verfügung steht, wie dies laut internationaler TALIS-Studie in keinem anderen Staat der Fall ist. Dieses massive Handicap für ein erfolgreiches Schulwesen darf nicht länger dadurch „beseitigt“ werden, dass Österreich nicht mehr an der TALIS-Studie teilnimmt.

Die Herausforderung, vor die Österreichs Schulwesen im Zusammenhang mit Migration gestellt wird, ist größer als in fast allen anderen Staaten Europas und erfordert ein engagiertes und zielstrebiges Handeln, um Integration gelingen zu lassen. Selbstverständlich benötigt der Unterricht junger Menschen, die als Asylanten in unsere Schulen kommen, zusätzliche Ressourcen. Eine Placebo-Politik raubt jungen Menschen Zukunftschancen und gefährdet den wirtschaftlichen und sozialen Wohlstand unseres Landes.

Österreichs Schulwesen verdient von der Politik Wertschätzung und benötigt Ressourcen, um seinen vielfältigen Aufgaben gerecht werden zu können. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt, der in Österreichs Schulwesen investiert wird, liegt seit etlichen Jahren deutlich unter dem internationalen Mittelwert (siehe OECD (Hrsg.), Education at a Glance 2014: OECD Indicators, S. 231), was zu oben erwähnten Defiziten beigetragen hat. Um OECD-Mittelmaß zu erreichen, müsste Österreichs Schulwesen jährlich rund eine Milliarde Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt werden. Österreichs Kinder und Jugend sollten der Politik diese Offensive wert sein.

Rückfragehinweis:

Maximilian Gnesda, Bundesschulsprecher, maximilian.gnesda@bsv.at

Ing. Theodor Saverschel, MBA, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs, office@bundeselternverband.at

Mag. Dr. Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD, eckehard.quin@goed.at

MMag. Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft in der GÖD, juergen.rainer@goed.at

29. April 2015

Mit dieser Nachricht an eine dreistellige Anzahl von österreichischen JournalistInnen habe ich auf die Unterstellungen in der „Krone“ reagiert:

Betreff: Krone-Aufmacher „Schummel-Alarm bei Zentralmatura“

Sehr geehrte Damen und Herren!

Mit aller Entschiedenheit weise ich die soeben in der Online-Ausgabe der Kronenzeitung erschienene niveaulose Unterstellung zurück, Lehrerinnen und Lehrer könnten die unterschiedlichen Beginnzeiten bei der Zentralmatura dazu missbrauchen, Informationen zu den Aufgabenstellungen an andere Schulen weiterzugeben und so zu „schummeln“.

Es entspricht unserem pädagogischen Selbstverständnis, Prüfungen unter fairen und für alle Kandidatinnen und Kandidaten gleichen Rahmenbedingungen durchzuführen.

Als Vorsitzender der AHS-Lehrergewerkschaft verwahre ich mich gegen billige und reißerische Schlagzeilen, mit denen Eltern und Schülerinnen und Schüler verunsichert werden.

Die verantwortlichen Redakteure der Kronenzeitung haben mit ihrem Verhalten die Reifeprüfung im Fach „Fairness und Anstand“ jedenfalls nicht bestanden.

Mit freundlichen Grüßen

Eckehard Quin
Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft

19. April 2015

„Im Zentrum“: Klassen-Kampf – Mehr Arbeit für Lehrer?

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Hier meine Aussagen zusammengeschnitten (je vier Minuten):

17. April 2015

Eltern-, Schüler- und LehrervertreterInnen haben sich mit einem offenen Brief an die Regierungsspitze gewandt.

Schulpartner fordern mehr Geld für Schulen
Utl.: Offener Brief an die Regierungsspitze

Sehr geehrter Herr Bundeskanzler, sehr geehrter Herr Vizekanzler!

Der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA), das höchste schulpartnerschaftlich besetzte Gremium im Bereich der Bundesschulen Österreichs, weist die medial kolportierten Einsparungspläne im Schulwesen mit aller Entschiedenheit zurück.

Allein das Lostreten dieser Diskussion halten wir für eine Zumutung und Verschwendung von Zeit- und Kraftressourcen, die im Klassenzimmer dringend gebraucht werden – auch angesichts der enormen Aufgaben, die Schulen – nicht zuletzt wegen zahlreicher, politisch schlecht vorbereiteter Reformmaßnahmen – derzeit zu meistern haben.

Statt weitere Sparmaßnahmen auf Kosten unseres Schulwesens medial kolportieren zu lassen, fordern wir die Regierung auf, dem österreichischen Schulwesen schnellstmöglich zumindest den Anteil am Brutto-Inlandsprodukt zur Verfügung zu stellen, der dem OECD-Mittel entspricht. Das würde eine etwa zehnprozentige Erhöhung der den Schulen zur Verfügung stehenden Ressourcen bedeuten. Diese zusätzlichen Mittel böten den Schulen Freiraum, um die von Ihnen in den letzten Monaten wiederholt erwähnte Schulautonomie zu leben. Gesetzliche Möglichkeiten dafür gibt es, die Ressourcen aber fehlen.

Die folgenden Daten belegen, welch umfangreichen Sparmaßnahmen Österreichs Schulwesen seit etwa zwei Jahrzehnten ausgesetzt ist:

Investitionen in das Schulwesen als Anteil am BIP (Stand 2011; Quelle: OECD (Hrsg.), Education at a Glance 2014 – OECD Indicators (2014), Table B2.2.):

OECD-Mittel: 1995 3,6 %, 2011 3,9 %
Österreich: 1995 4,2 %, 2011 3,6 %

Und der Anteil der Bildungsausgaben am BIP ist ein national und international anerkanntes Maß:

  • „Die Ausgaben für Bildung in % des BIP sind ein Maß für die Priorität, die dem Bildungswesen im Rahmen der Ressourcenverteilung zukommt.“ (Statistik Austria (Hrsg.), Bildung in Zahlen 2012/13. Schlüsselindikatoren und Analysen (Wien 2014), S. 112.)
  • „Public expenditure on education as a percentage of total public expenditure indicates the government’s priority to education compared to other public services …“ (OECD (Hrsg.), Improving Schools in Wales (2014), S. 32.)

Es ist für ein so wohlhabendes Land wie Österreich eine Schande, dass dem Schulwesen und damit den Zukunftschancen unserer Jugend realpolitisch offensichtlich immer weniger Bedeutung beigemessen wird.

Von politischen Sonntagsreden haben wir genug, egal aus welchem Mund sie kommen! Wir fordern für Österreichs Schulen endlich wieder eine faire Ressourcenausstattung und ein Ende einer Reformpolitik, bei der an den Schulen in immer dichterer Abfolge das Versagen auf politischer Ebene ausgebadet werden muss.

Mit freundlichen Grüßen

Lukas Faymann
Bundesschulsprecher

Ing. Theodor Saverschel, MBA
Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs

Mag. Roland Gangl
Vorsitzender-Stellvertreter der BMHS-Lehrergewerkschaft

Mag. Dr. Eckehard Quin
Vorsitzender der AHS-Lehrergewerkschaft

15. April 2015

Mein Interview in der ZiB 24 zum  Häupl-Sager über faule Lehrer („Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig.“):

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Ein Bericht über den Häupl-Sager über faule Lehrer („Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig.“) und Reaktionen darauf in der ZiB 24 am 15. April 2015:

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14. April 2015

„Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig.“

Diese Aussage des Wiener Bürgermeisters Dr. Michael Häupl hat mich veranlasst, ihm folgenden offenen Brief zu schicken:

Diffamierung einer ganzen Berufsgruppe

Sehr geehrter Herr Dr. Häupl!

Ich fordere Sie auf, sich umgehend und öffentlich bei allen Lehrerinnen und Lehrern zu entschuldigen.

Ihre ebenso populistische wie zynische Aussage („Wenn ich 22 Stunden in der Woche arbeite, bin ich Dienstagmittag fertig.“) zeigt Ihr völliges Unverständnis für pädagogische Arbeit und beleidigt alle Pädagoginnen und Pädagogen dieses Landes.

Aus irgendeinem Grund fällt mir Ihr bekannter Ausspruch ein, Wahlkampf sei die Zeit fokussierter Unintelligenz …

Mit freundlichen Grüßen

Mag. Dr. Eckehard Quin
Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft

8. Jänner 2015

Ein Bericht zur Mathematik-Modellschularbeit in ATV aktuell:

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9. Dezember 2014

Für den ORF-Report wurde ich rund 20 min lang zur Bildungsdebatte interviewt. Hier der kurze Ausschnitt, der gesendet worden ist:

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19. November 2014

ÖPU-Vorsitzender Gerhard Riegler klärt IV-Präsidenten Kapsch im Ö1-Journal-Panorama über Daten und Fakten auf (Bild anklicken):

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3. November 2014

Paul Kimberger, Vorsitzender der ARGE LehrerInnen in der GÖD, im ATV-„Klartext“ über die erfolgreiche Arbeit von LehrerInnen, den wahren BildungsexpertInnen in Österreich. Einfach auf das Bild klicken:

141103_Kimberger_Klartext_blog

2. Oktober 2014

GÖD-AHS-Quin: Die Stimme der Vernunft wird lauter
Utl.: „Pro Gymnasium“ für Evolution statt Revolution

„Die Denkblockaden der Vergangenheit müssen fallen“, sagt Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD. „Sinnlose bis sinnwidrige Strukturdebatten bringen uns nicht weiter.“ Er begrüßt daher die Gründung der Initiative „Pro Gymnasium“, die sich auf die Weiterentwicklung der Bildungslandschaft konzentriert – und nicht auf deren Zerschlagung.

„Wie man es auch dreht und wendet, wir brauchen mehr Vielfalt, um den unterschiedlichen Interessen, Begabungen und Neigungen unserer Kinder gerecht zu werden“, meint Quin. Die Vermittlung einer umfassenden und vertieften Allgemeinbildung und das Hinführen zur Universitätsreife sind die gesetzliche Aufgabe des Gymnasiums. Für manche Jugendliche ist das der optimale Weg. Für andere wiederum ist es eine betriebliche, berufspraktische und fachliche Ausbildung, wie sie die berufsbildenden Schulen vermitteln. „Die Vielfalt der Bildungswege beschert Österreich und Deutschland die mit Abstand niedrigsten Jugendarbeitslosigkeitsraten in der gesamten EU“, freut sich Quin. „Eine One-size-fits-all-Schule – egal unter welchem Tarnnamen –kann das unmöglich leisten.“

„Die Stimme der Vernunft wird lauter. Die Seifenblasen der selbsternannten Bildungsexperten beginnen zu platzen. Das ist erfreulich – vor allem für unsere Jugend“, so Quin abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
0664 46 04 153
matthias.hofer@goed.at

17. September 2014

Gegen die islamistische Radikalisierung und Rekrutierung von SchülerInnen BM Heinisch-Hosek mit einer „beratenden Expertengruppe“ für die Schulen gegensteuern. Dazu waren heute u.a. auch Paul Kimberger und ich im Ö1-Mittagsjournal – nachzuhören hier.

3. September 2014

Heute ist in der Printausgabe der „Krone“ in der Rubrik „Was bewegt die Lehrer?“ ein Kommentar von mir  erschienen, nachzulesen nach einem Klick auf das Bild.

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4. August 2014

Ein Kommentar von Gerhard Riegler in der „Kleinen Zeitung“ zu den Versäumnissen der Integrationspolitik im Bildungsbereich.

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26. Juni 2014

Heute in „News“ ein Gastkommentar von mir:

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Ergänzend möchte ich darauf hinweisen, dass Titel und Untertitel nicht von mir stammen. Inhaltlich stimme ich dem Untertitel nämlich nicht zu. Mein Titel war viel einfacher – und wohl zu wenig reißerisch: Mut zur Leistung.

30. Mai 2014

Dr. Norbert Schnedl, Dienstrechtsreferent der GÖD und ÖGB-Vizepräsident, und Erwin Zangerl, AK-Präsident Tirols, sprechen sich im heutigen Ö1-Morgenjournal für eine rasche steuerliche Entlastung der ArbeitnehmerInnen aus.

Der ÖGB hat vor kurzem beschlossen, bis Herbst ein Modell für eine Steuerreform auszuarbeiten. Er will damit den Druck auf die Regierung erhöhen. ÖGB-Präsident Erich Foglar war dazu am Mittwoch, dem 28. Mai 2014, im Ö1-Mittagsjournal zu hören.

23. Mai 2014

Der „Bildungsexperte“ Andreas Salcher blamiert sich in „Wir sind Kaiser“. Einfach auf das Bild klicken und die rund zwei Minuten genießen:

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Mein fast vier Jahre alter Kommentar „Bildungsexperten“ ist aktuell wie nie zuvor 😉

9. Mai 2014

ServusTV titelt: Von der Zentralmatura zur Skandalmatura (zum Beitrag durch Klicken aufs Bild).

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8. Mai 2014

Im heutigen Ö1-Morgenjournal wurde Helmut Jantschitsch, mein „Großvater“ in der Funktion des Vorsitzenden der AHS-Gewerkschaft, zum Zentralmatura-Chaos befragt. Ich bin ausführlicher im Ö1-Abendjournal zu hören gewesen.

18. April 2014

Kein Zukunftsraub an unseren Kindern!
Utl.: Schulpartner gegen Einsparungen im Bildungsbereich

Jahrelang wurde unser Schulwesen als zu teuer diffamiert. Alle, die das getan haben, tragen Mitverantwortung an der Krise, in die Österreichs Politik die Schule nun treibt.

Lt. der OECD-Studie „Education at a Glance“ werden im OECD-Mittel 4,0 % des Bruttoinlandsprodukts in das Schulwesen investiert. In Österreich sind es aber nur 3,6 %. Österreichs Schulen werden daher im internationalen Vergleich schon jetzt jährlich 1,25 Milliarden Euro vorenthalten! Geld für Bildung, nicht für Banken!

Was hier betrieben wird, ist „verordnete Verblödung, vorsätzlicher Chancenentzug und staatlicher Zukunftsraub“, wie es Lisa Nimmervoll im „Standard“ ausgedrückt hat. Durch den Ressourcenentzug wird den Schulen die Möglichkeit individueller Förderung geraubt, die chronisch unterdotierte Ausstattung mit Sonderpädagogen weiter zurückgefahren und die Sicherheit der Schüler im Werkstätten- und Laborunterricht fahrlässig gefährdet.

Alle Schulpartner – Eltern, Schüler und Lehrer – fordern von BM Heinisch-Hosek einen gemeinsamen Gesprächstermin. Wir lassen uns nicht auseinanderdividieren und lehnen die Kürzungen im Schulbereich mit allem Nachdruck ab.

Rückfragehinweise:

Christian Morawek, Dachverband der Elternvereine an den öffentlichen Pflichtschulen, office@elternverein.at, 0664 545 80 85

Anne Mautner Markhof (0664 401 56 26), Thomas Maximiuk (0664 84 94 138), Hauptverband katholischer Elternvereine, office@hvkev.at

Alexandra Lugert, Österreichischer Familienbund, 0660 140 80 10

Theodor Saverschel, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs, office@bundeselternverband.at

Elisabeth Rosenberger, Verband der Elternvereine an den höheren und mittleren Schulen Wiens, info@elternverband.at, 0676 522 71 01

Angi Groß, Bundesschulsprecherin, angi.gross@bsv.at, 0664 96 015 72

Paul Kimberger, Vorsitzender der APS-Gewerkschaft und Vorsitzender der ARGE Lehrer/innen in der GÖD, paul.kimberger@goed.at, 0664/44 54 295

Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, eckehard.quin@goed.at, 0650 2380 888

Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft, juergen.rainer@goed.at

17. April 2014

Die Ausschreibung der freien Stellen für LehrerInnen für das Schuljahr 2014/2015 im Amtsblatt der „Wiener Zeitung“ ist erfolgt (einfach auf das Bild klicken).

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15. April 2014

BM Gabriele Heinisch-Hosek zu Gast in „Willkommen Österreich“ bei Stermann & Grissemann:

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11. April 2014

Paul Kimberger, der Vorsitzende der ARGE LehrerInnen in der GÖD, in den ZiB-Sendungen zu den Einsparungen im Bildungsbereich:

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ARGE Lehrer/innen: Sparen bei Banken, nicht bei Bildung!
Utl.: Bankrotterklärung der österreichischen Bildungspolitik!

„Milliarden in die Hypo-Leiche stecken, aber 128 Millionen im Zukunftsbereich Bildung einsparen, der schon jetzt unterdotiert ist – das ist die Bankrotterklärung der österreichischen Bildungspolitik!“, halten die Vorsitzenden der fünf Lehrergewerkschaften in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst unisono fest.

„Die Einsparung solcher Summen im Schulwesen, wie BM Heinisch-Hosek andeutet, ist eine bildungspolitische Katastrophe. Unterstützungspersonal fehlt uns an allen Ecken und Enden“, ergänzt Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft.

„Die landwirtschaftlichen Schulen sind von Bundesseite chronisch unterfinanziert, was sogar schon zu Gerichtsverfahren der Länder gegen den Bund geführt hat. Weitere Einsparungen sind unmöglich“, konstatiert der Vorsitzende der Gewerkschaft der Landwirtschaftslehrer/innen Dominikus Plaschg.

Judith Roth, Vorsitzende der Gewerkschaft der Berufsschullehrer/innen, weist auf die Erfolge des dualen Ausbildungssystems hin, um das Österreich international beneidet wird. „Hier den Sparstift anzusetzen, verspielt unseren zukünftigen Wohlstand“, so Judith Roth.

Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, zitiert Derek Bok, den langjährigen Präsidenten der Harvard University: „If you think education is expensive, try ignorance.“ Und er ergänzt: „Bei manchen Politikern kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie Letzteres hemmungslos leben.“

„Ich habe keinerlei Verständnis dafür, dass Pleitebanken und Spekulanten auf Kosten der Zukunft unserer Kinder saniert werden“, ergänzt Paul Kimberger, Vorsitzender der APS-Gewerkschaft und Vorsitzender der ARGE Lehrer/innen in der GÖD. „Auch unseren Lehrerinnen und Lehrern sind weitere Einsparungen keinesfalls mehr zuzumuten. Die Politik soll bei den Banken sparen, nicht bei der Bildung!“

Rückfragen:
Paul Kimberger, Vorsitzender der APS-Gewerkschaft und Vorsitzender der ARGE Lehrer/innen in der GÖD
Judith Roth, Vorsitzende der Gewerkschaft der Berufsschullehrer/innen
Dominikus Plaschg, Vorsitzender der Gewerkschaft der Landwirtschaftslehrer/innen
Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft
Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft

28. März 2014

Die heutige Festlegung von BM Heinisch-Hosek, dass alle Schulversuche zur Zentralmatura in einem Monat wie geplant durchgeführt werden können, ist erfreulich. Es wäre unverantwortlich, fünf Minuten vor Spielbeginn die Spielregeln zu ändern.

Warum die Daten für die Zentralmatura sicher sind, die Standardtestungen aber, die später durchgeführt werden, oder gar PISA, PIRLS und TIMSS aus Sicherheitsgründen abgesagt werden müssen, obwohl für diese Testungen noch gar keine Beispiele auf BIFIE-Servern liegen, verstehe ich allerdings nicht ganz. Mehr dazu im heutigen Ö1-Mittagsjournal.

19. März 2014

Der Vorsitzende des ÖDV (Dachverband der Vereine und Arbeitsgemeinschaften der AHS-Direktorinnen und –Direktoren Österreichs) Dir. HR Mag. Wilhelm Zillner und der Präsident des BEV (Bundesverband der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs) im Ö1-Mittagsjournal zum Testungsstopp sind hier zu hören.

Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss kritisiert Testungsstopp
Utl.: Hinweis auf Datensicherheit fadenscheiniges Argument

„Standards, PISA, TIMSS, PIRLS etc. werden mit Papier und Bleistift durchgeführt“, stellt Angi Groß, Vorsitzende des B-SGA, fest. „Wie das durch digitalen Datendiebstahl oder einen Hackerangriff gefährdet werden kann, entzieht sich meiner Kenntnis.“

„Zur Auswertung werden die Daten digitalisiert. Damit kann das BIFIE problemlos warten, bis die Datensicherheit gewährleistet ist. Und das kann doch wohl nicht Monate dauern, wenn Experten beauftragt werden“, ergänzt Theodor Saverschel, selbst hauptberuflich im IT-Projektmanagement und Datenschutz tätig.

11 der 28 EU-Staaten haben an PIRLS 2006, TIMSS 2007 und PISA 2012 teilgenommen. Schüler wurden im Alter von zehn Jahren (PIRLS; TIMSS) und fünf Jahre später bei PISA in denselben Kompetenzbereichen (Lesen, Mathematik, Naturwissenschaften) getestet. Während der Sekundarstufe I kommt es zu markanten Verschiebungen zwischen diesen 11 EU­Staaten.

„In der vierten Schulstufe haben wir in Mathematik, Lesen und Naturwissenschaft die Plätze 8, 8 und 6 erreicht, fünf Jahre später die Plätze 3, 4 und 4. Das differenzierte Schulwesen der Unterstufe reduziert also den Leistungsrückstand österreichischer Schüler – nicht gerade ein Argument für die Gesamtschule“, so Eckehard Quin.

„Wir können und sollen zweifellos eine breite Diskussion über die Notwendigkeit mancher Studien und Testungen führen. Nach einer solchen sollten wir entscheiden, ob – und wenn ja – welche Studien gestrichen werden“, fügt Jürgen Rainer hinzu. „Ein unüberlegter Hüftschuss schadet aber nur der Reputation unseres Schulsystems.“

„All diese Testungen werden aus Steuermitteln finanziert. Es ist daher völlig inakzeptabel, dass die Rohdaten der Standardtestungen nicht in anonymisierter Form zur Verfügung gestellt werden“, kritisieren alle Schulpartner gemeinsam. „Bei PISA ist das eine Selbstverständlichkeit.“

Aus den Daten ließen sich viele interessante Fragen beantworten wie etwa:

  • In welchem Ausmaß gibt es Förderkurse für lernschwache bzw. für besonders begabte Schüler?
  • Wie viele getestete Unterrichtsgruppen wurden von einer Lehrperson unterrichtet, wie viele von zwei gemeinsam (Teamteaching)? Wie unterscheiden sich die Ergebnisse dieser beiden Gruppen (unter Berücksichtigung von familiärem Background, Migrationshintergrund etc.)?
  • Wie viele getestete Unterrichtsgruppen wurden von Lehrern mit entsprechender Fachprüfung unterrichtet, wie viele von Lehrern ohne entsprechende Fachprüfung? Wie unterscheiden sich die Ergebnisse dieser beiden Gruppen (unter Berücksichtigung von familiärem Background, Migrationshintergrund etc.)?

„Es drängt sich der Verdacht auf, dass politisch nicht opportune Ergebnisse unter den Teppich gekehrt werden sollen. Diese Daten wurden um Steuergeld erhoben. Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, dass sie transparent gemacht und genutzt werden“, so die Schulpartner abschließend.

Rückfragehinweis:

Angi Groß, Bundesschulsprecherin, angi.gross@bsv.at

Ing. Theodor Saverschel, MBA, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs, office@bundeselternverband.at

Mag. Dr. Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD, eckehard.quin@goed.at

MMag. Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft in der GÖD, juergen.rainer@goed.at

5. März 2014

Probleme bei den Schulversuchen zur Zentralmatura – ein Beitrag im Ö1-Morgenjournal.

27. Februar 2014

Heute um 00:05 in der Früh war ich in der ZiB 24. Es ging um den größten Datenskandal der österreichischen Schulgeschichte. Einfach auf das Bild klicken!

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26. Februar 2014

ARGE-LehrerInnen: Wer trägt die politische Verantwortung für den größten Datenskandal der österreichischen Schulgeschichte?

Utl.: Erhebung personenbezogener Daten ist sofort einzustellen!

400.000 namentlich zuordenbare Testergebnisse von Schülerinnen und Schülern und die E-Mail-Adressen von 37.000 Lehrerinnen und Lehrern stehen auf einem rumänischen Server für Unbefugte zum Download bereit, obwohl diese Daten strengster Vertraulichkeit unterliegen.

„Das ist der größte Datenskandal der österreichischen Schulgeschichte“, erklären die Vorsitzenden der Lehrergewerkschaften in der Gewerkschaft öffentlicher Dienst. „Wenn die Pressemeldungen stimmen, dass Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek bereits seit Mitte Dezember darüber informiert ist, so ist deren Untätigkeit ein ebenso großer politischer Skandal.“

Die Vorsitzenden der Lehrergewerkschaften fordern daher unisono:

  1. Der Datenskandal ist sofort lückenlos aufzuklären.
  2. Der bereits entstandene Schaden ist – soweit es überhaupt noch möglich ist – zu minimieren.
  3. Solange nicht klar ist, wie es zu diesem unglaublichen Datenleck kommen konnte, und solange dieses Datenleck nicht vollständig gestopft ist, haben zum Schutz der Schülerinnen und Schüler bzw. Lehrerinnen und Lehrer alle zentralen Datenerhebungen und -sammlungen zu unterbleiben. Das betrifft nicht nur die „Informellen Kompetenzmessungen“, deren Ergebnisse nun öffentlich sind, sondern auch Standardtestungen, PISA, Zentralmatura etc.

„Dieser Skandal zerstört jegliches Vertrauen in zentrale Datenerhebungen unseres Dienstgebers. Ohne umgehende und restlose Aufklärung und ohne entsprechende Konsequenzen wird Unterrichtsministerin Gabriele Heinisch-Hosek sicher nicht zur Tagesordnung übergehen können“, stellen die Vorsitzenden abschließend fest.

Rückfragen:
Paul Kimberger, Vorsitzender der APS-Gewerkschaft und Vorsitzender der ARGE LehrerInnen in der GÖD
Dominikus Plaschg, Vorsitzender der Gewerkschaft der Landwirtschaftslehrer/innen
Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft
Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft
Judith Roth, Vorsitzende der Gewerkschaft der Berufsschullehrer/innen

22. Februar 2014

Matura-Diskussion

Ich habe ein langes Gespräch mit Dr. Regina Pöll von der Ö1-Redaktion geführt, die heute im Morgenjournal diesen Beitrag zusammengestellt hat. Lesenswert ist auch dieser Bericht auf der ORF-Website.

Natürlich sind das verkürzte Darstellungen. Ich habe meinen Standpunkt so dargelegt:

Es gibt grundsätzlich zwei Möglichkeiten, Nahtstellen im Bildungssystem zu gestalten: Die abgebende Institution vergibt Berechtigungen, oder die aufnehmende Institution gestaltet Aufnahmeverfahren. Beide Systeme sind mir gleich lieb, wenn sie vernünftig organisiert sind.

In Österreich erwirbt man mit der Matura eine allgemeine Studienberechtigung. Das funktioniert solange, als diese Berechtigung auch tatsächlich einer Studienbefähigung entspricht.

Bei vollzentralen Klausuren können immer nur Mindeststandards abgeprüft werden (zumindest in Gegenständen, in denen alle SchülerInnen maturieren müssen). Das ist systemimmanent. Das Niveau muss sich an den leistungsmäßig schwächsten Klassen Österreichs orientieren, weil es sonst Schulen gäbe, an denen es 90 % der SchülerInnen nicht schaffen, was weder ethisch-moralisch noch politisch zu vertreten wäre.

Eine Matura auf niedrigem Niveau kann keine allgemeine Studienbefähigung garantieren, womit der Trend, dass Institutionen im postsekundären und tertiären Bildungsbereich Aufnahmeverfahren gestalten, immer stärker werden wird. Wenn dieser Fall eintritt, was ich mir nicht wünsche, kann man sich die Matura ersparen, weil sie ihren derzeitigen Sinn verloren hat.

Eine schlechte Matura ist schlechter als keine. Ohne Matura gewinnen die SchülerInnen zweieinhalb Monate Unterrichtszeit, und die SteuerzahlerInnen ersparen sich viele Millionen Euro für eine schlechte Zentralmatura.

Zentrale Elemente in der Matura zur Sicherung von Mindeststandards, Elemente wie bisher von LehrerInnen erstellt zur Abbildung der Schulformen, der Schwerpunktsetzungen, der Individualität der Klassen etc. Beide Teile müssen bestanden werden, um die Matura zu bestehen. Das ist seit Jahren die Forderung aller Schulpartner (Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen), und das fordere ich nach wie vor.

1. Dezember 2013

Zwei wild gewordene „Profil“-Journalistinnen haben mehr Schaum vor dem Mund als ich beim Rasieren.

Ich empfehle den Kommentar von Dir. HR Dr. Christian Schacherreiter: Volksschädling AHS-Lehrer!

19. November 2013

FCG-Schnedl: Klarer Bruch der Sozialpartnerschaft bei Lehrerdienstrecht
Utl.: Bundesregierung begibt sich auf dünnes Eis

„Schon die Einleitung des Begutachtungsverfahrens für das Lehrerinnen- und Lehrerdienstrecht ohne Zustimmung der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst widersprach den sozialpartnerschaftlichen Gepflogenheiten. Dass das Lehrinnen- und Lehrerdienstrecht nun ohne einvernehmliches Verhandlungsergebnis im Ministerrat beschlossen wurde ist ein klarer Bruch der Sozialpartnerschaft“, stellt der Bundesvorsitzende der Christgewerkschafterinnen und Christgewerkschafter, ÖGB-Vizepräsident Norbert Schnedl, fest.

„Im Begutachtungsverfahren sind fast ausschließlich negative Stellungnahmen eingegangen. Diese fast 1800 Stellungnahmen zu ignorieren zeugt von einem sonderbaren Demokratieverständnis“, so Schnedl weiter.

„Festgehalten werden muss, dass das Dienstrecht für die öffentlich Bediensteten ähnlich wie ein Kollektivvertrag in der Privatwirtschaft zu sehen ist. Kollektivverträge können nur einvernehmlich zustandekommen. Warum dieser Grundsatz für öffentlich Bedienstete nicht gelten soll, muss die Bundesregierung erst einmal erklären“, erläutert Schnedl weiter.

Schnedl zeigt auch vollstes Verständnis für die weitere Vorgangswiese der Lehrerinnen und Lehrer. „Die Bundesregierung hat sich in dieser Frage auf sehr dünnes Eis begeben. Die funktionierende Sozialpartnerschaft ist eine der großen Errungenschaften der Zweiten Republik und hat die positive Entwicklung Österreichs maßgeblich gestaltet“, so Schnedl abschließend.

Rückfragehinweis:
FCG-Presse
0664-6145054

8. November 2013

Forderung der SchulexpertInnen der Praxis an eine neue Bundesregierung
Utl.: Qualität steht für Schulpartner an erster Stelle

Dem Bundes-Schulgemeinschaftsausschusses (B-SGA), dem höchsten Vertretungsgremium der Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen an AHS und BMHS, liegt ein qualitativ hochwertiges Schulwesen am Herzen. Daher wird auch die Umsetzung des in Begutachtung geschickten neuen Lehrerdienstrechts abgelehnt. Als ExpertInnen der Praxis fordern Eltern, LehrerInnen und SchülerInnen:

  1. Wer die Vielfalt reduziert, gefährdet leichtfertig die Jobchancen unserer Jugendlichen. Der B-SGA lehnt daher die Einführung einer gemeinsamen Schule mit Entschiedenheit ab und fordert die Beibehaltung des differenzierten Schulwesens einschließlich der AHS in ihrer achtjährigen Langform.
  2. Wir fordern den Ausbau eines qualitativ hochwertigen Angebots ganztägiger Schulformen.
  3. Zumindest dort, wo derzeit nur masterwertig ausgebildete LehrerInnen unterrichten dürfen, muss das auch in Zukunft gewährleistet sein.
  4. Ein vielfältiges Schulwesen benötigt bestqualifizierte LehrerInnen mit unterschiedlicher Ausbildung und spezifischer Berufserfahrung. Vor allem im berufsbildenden Schulwesen muss der Lehrerberuf für QuereinsteigerInnen attraktiv sein.
  5. Fachfremder Unterricht wird abgelehnt, weil dieser nur auf Kosten der Unterrichtsqualität erfolgen kann.
  6. Österreichs Schulen belegen lt. TALIS-Studie im OECD-Vergleich den letzten Platz bei der Ausstattung mit Supportpersonal. Der B-SGA fordert daher den zügigen Aufbau von qualifiziertem Supportpersonal, um Österreichs Schulen jene Möglichkeiten zu bieten, die in anderen Staaten längst eine Selbstverständlichkeit sind.
  7. Jede NMS-Klasse bekommt vom Bund sechs zusätzliche Unterrichtsstunden finanziert. Der B-SGA fordert auch für Bundesschulen zumindest einen Bruchteil dieser zusätzlichen Ressourcen, die an der Schule flexibel für pädagogische Zwecke wie z. B. Interessens- und Begabungsförderung, pädagogische Schwerpunktsetzungen, Individualisierung etc. einzusetzen sind. Über den Einsatz dieser zusätzlichen Mittel sollen die Schulpartner vor Ort entscheiden.
  8. Den Schulen sind ausreichend Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um die gesetzlich normierte Klassenschülerhöchstzahl auch tatsächlich einhalten und die vorgeschriebenen Gruppenteilungen auch tatsächlich durchführen zu können.
  9. Ein neues Dienst- und Besoldungsrecht für LehrerInnen muss vom Dienstgeber so modern und attraktiv gestaltet werden, dass die Leistungsstärksten eines Jahrganges diesen Berufsweg einschlagen wollen. Mittelfristiges Ziel muss es sein, dass so viele Personen diesen Beruf ergreifen wollen, dass die geeignetsten für diesen verantwortungsvollen Beruf ausgewählt werden können.

10. Personen, die den hohen Anforderungen des Lehrerberufs nicht mehr entsprechen können, sind sozial vertretbare Ausstiegsmöglichkeiten zu bieten.

11. Dem österreichischen Schulwesen sind ausreichend Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um leistungsstark sein zu können, nachdem ihm in Relation zum OECD-Mittelwert innerhalb von nur 15 Jahren etwa ein Viertel der Ressourcen entzogen worden sind!

12. Wir fordern eine faire Behandlung aller Schularten. Dem österreichischen Schulwesen soll jede Schülerin und jeder Schüler gleich viel wert sein!

Der B-SGA vertritt rund 400.000 SchülerInnen, deren Eltern und 44.000 LehrerInnen.

Rückfragehinweis:

Angi Groß, Bundesschulsprecherin,
angi.gross@bsv.at

Ing. Theodor Saverschel, MBA, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs,
office@bundeselternverband.at

Mag. Dr. Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD,
eckehard.quin@goed.at

MMag. Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft in der GÖD,
juergen.rainer@goed.at

Den ZIB 1-Beitrag über die Pressekonferenz, bei der diese Forderungen präsentiert wurden, finden Sie hier.

24. September 2013

GÖD schlägt Alarm: Bundesschulen vor finanziellem Kollaps

Utl.: BM Schmied muss Aushungern von Bundesschulen endlich stoppen!

Johann Pauxberger, Vorsitzender der Gewerkschaft Unterrichtsverwaltung in der GÖD, schlägt Alarm: „Der seit eineinhalb Jahren bestehende Aufnahmestopp im Bundesdienst hat fatale Folgen. An zahlreichen Schulen ist der Personalstand sowohl beim Verwaltungs- als auch beim Reinigungspersonal bereits weit unter die kritische Grenze gesunken!“

Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft in der GÖD, unterstützt Pauxbergers Argumentation: „Zahlreiche Schulleiter beklagen, dass sie kaum noch Zeit für ihre pädagogischen Aufgaben finden, weil sie mit den Verwaltungsaufgaben alleingelassen werden. Krankenstände und Pensionierungen führen inzwischen dazu, dass Sekretariate über Monate verwaist sind.“

Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD, erläutert die negativen finanziellen Auswirkungen, die nicht nur die Bediensteten, sondern alle Schulpartner treffen: „Durch den Aufnahmestopp im Bundesdienst sind Direktoren gezwungen, aus dem Sachbudget der Schulen Leiharbeiter für Putzdienste zuzukaufen. Damit fördert der Staat prekäre Beschäftigungsverhältnisse, die er in der Privatwirtschaft kritisiert. Gleichzeitig fehlen diese Mittel im Bereich der Fortbildung, für Schulveranstaltungen und für die Beschaffung von Lehrmitteln.“

Pauxberger ergänzt: „Die Kolleginnen in den Schulsekretariaten, die seit Jahren an oder jenseits der Belastungsgrenze arbeiten, werden vom Aufnahmestopp und der katastrophalen Personalausstattung am härtesten getroffen. Nicht wenige von ihnen erwägen den Wechsel in die Privatwirtschaft, was ein Horrorszenario für viele Schulen bedeutete.“

Jürgen Rainer kritisiert die Säumigkeit der Unterrichtsministerin: „Laue Ankündigungen aus dem BMUKK, sich der Probleme jetzt wenige Tage vor den Nationalratswahlen annehmen zu wollen, sind nicht glaubwürdig. Die Situation ist BM Schmied schon lange bekannt. Wir wollen endlich Taten sehen!“

Eckehard Quin richtet einen dringenden Appell an die Ministerin: „Es ist kein Geheimnis, dass BM Schmieds Herz für andere, ideologisch motivierte Projekte schlägt. Ich erinnere die Bundesministerin aber daran, dass sie für eine angemessene finanzielle Dotierung aller Schulen zu sorgen hat. Ideologische Steckenpferde kann sie mit ihrem Privatvermögen reiten. Steuergelder jedoch haben fair verteilt zu werden!“

„Die finanzielle Not an den Schulen ist umgehend zu beseitigen“, so die drei Gewerkschaftsvorsitzenden abschließend.

Rückfragehinweis:
Johann Pauxberger, Vorsitzender der Gewerkschaft Unterrichtsverwaltung, johann.pauxberger@goed.at
Mag. Dr. Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft, eckehard.quin@goed.at
MMag. Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft, juergen.rainer@goed.at

13. August 2013

Live-Auftritte von mir in der ZiB 13 und bei Puls 4 zum neuen Lehrerdienstrecht.

8. August 2013

AHS-Quin: Wilde auf ihrer Maschin‘?
Utl.: Dienstgeber stellt sozialpartnerschaftlichen Dialog in Frage

„Zwar hab ich ka Ahnung, wo ich hinfahr, aber dafür bin i g’schwinder durt!“, lässt Helmut Qualtinger den Wilden auf seiner Maschin‘ singen.

„Präsident Leitl hat als erster hochrangiger Politiker erkannt, dass manche Regierungsmitglieder offensichtlich Anleihen bei Helmut Qualtinger nehmen“, kommentiert Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, die Aussagen von Christoph Leitl. Dieser hatte gestern gemeint, es sei absurd, über ein Dienst- und Gehaltsrecht zu reden, solange nicht feststeht, welches bildungspolitische Ziel man verfolge. Heute kündigen Regierungsmitglieder an, nächste Woche einen Entwurf zum Lehrerdienstrecht in Begutachtung zu schicken.

„Das würde den sozialpartnerschaftlichen Dialog in Frage stellen“, so Quin. Österreich würde damit kein guter Dienst erwiesen. „Präsident Leitl erkennt offenbar als erfahrener Sozialpartner diese Gefahren. Die Dienstgeberseite wäre gut beraten, auf ihn zu hören“, so Quin abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
0664 46 04 153
matthias.hofer@goed.at

28. Februar 2013

AHS-Digruber: „Platter-Enquete wird reine Farce!“
Utl.: Tiroler Landesregierung lädt international renommierten Bildungswissenschaftler aus

Heftig kritisiert Karl Digruber, der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Tirol in der GÖD, die Einladungspolitik der Tiroler Landesregierung zur heute stattfindenden Schulenquete im Landhaus in Innsbruck.

Digruber zeigt sich enttäuscht und verärgert: „Offensichtlich hat die Tiroler Landesregierung als Veranstalter der Enquete zur Gesamtschule Angst vor der eigenen Courage bekommen. Wie wäre es sonst zu erklären, dass Univ.-Prof. Dr. Dieter Neumann, Bildungsforscher an der Universität Lüneburg, vom Podium verbannt und ihm gnadenhalber ein „Schweigeplatz“ im Publikum zugewiesen wurde?“

Für Digruber stehen die Motive hinter dieser brüskierenden Ausladung außer Zweifel: „Univ.-Prof. Dr. Dieter Neumann, ein international renommierter Bildungswissenschaftler, wurde ganz offensichtlich deshalb ausgeladen, weil er unangenehme Wahrheiten über das Uralt-Modell Gesamtschule auf den Tisch gelegt hätte. Das Lieblings-Wahlkampfprojekt von LH Platter soll nur ja nicht wissenschaftlich in Frage gestellt werden.“

Digruber empfindet diese Art von Zensur als höchst problematisch und stellt fest, dass diese Enquete der Landesregierung nur zur Bühne für Gesamtschulpropaganda umfunktioniert werden soll.

Der AHS-Gewerkschafter weiter: „Es zeigt, wie groß bei Palfrader und LH Platter die Angst vor einer tatsächlich ergebnisoffenen Auseinandersetzung ist.“ Durch eine höchst manipulative Ein- und Ausladungspolitik werde krampfhaft versucht, unangenehme Wahrheiten zu verdecken. Digruber vermisst Mut und Geradlinigkeit: „Aufrechte Tiroler sehen anders aus.“

Das Podium ist so besetzt, dass die Gesamtschulbefürworter dominieren, weil man gezielt eine gewisse Stimmung erzeugen und als „Expertenmeinung“ verkaufen will.

Digruber sieht mit dieser Enquete eine große Chance vertan. „Denn“, so der AHS-Gewerkschafter, „es ist demokratiepolitisch höchst bedenklich, wenn man statt seriöser sachlicher Auseinandersetzungen über dieses wichtige schulische Thema eine billige Gesamtschulpropaganda inszeniert.“

„Ich vertraue darauf, dass die nach wie vor sehr stabile Zweidrittelmehrheit der Bevölkerung gegen die Gesamtschule sich von derartigen Propagandatricks nicht täuschen lässt“, so Digruber abschließend.

Rückfragen:

Mag. Dr. Karl Digruber, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Tirol
Telefon: 0664/4621895
Mail: k.digruber@tirol.com

22. Februar 2013

Schulpartner gründen Vertretungsgremium auf Bundesebene (Details hier)
Utl.: Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) konstituierte sich und stellt klare Forderungen an die Bildungspolitik

„Was sich in Österreichs Schulen seit Jahrzehnten bestens bewährt hat, wird nun endlich auf Bundesebene Realität“, freut sich Theodor Saverschel, der Präsident des Bundesverbands der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs. „Gemeinsam mit der Schülervertretung und der AHS- und BMHS-Lehrervertretung haben wir gestern Abend zustande gebracht, was die Politik seit Jahren verweigert, nämlich die Gründung eines Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA)“, so Saverschel weiter.

Bundesschulsprecher Felix Wagner zeigt sich hoch erfreut über die erfolgte Konstituierung dieses Gremiums: „Damit wird eine jahrzehntelange Forderung der Bundesschülervertretung de facto umgesetzt. Wir haben als Schulpartner Schulgeschichte geschrieben. Gemeinsam wird es uns gelingen, die gesetzliche Anerkennung dieses Gremiums zu erreichen. Gemeinsam können wir unseren Forderungen noch mehr Nachdruck verleihen.“

Jürgen Rainer, der Vorsitzende der BMHS-Gewerkschaft, unterstreicht die Bedeutung dieses Schulterschlusses: „Was uns von der Unterrichtsministerin unterscheidet, ist die Tatsache, dass wir Schulpartnerschaft leben und nicht nur davon sprechen. BM Schmied ist nun am Zug. Sie soll noch in dieser Legislaturperiode die gesetzlichen Grundlagen für dieses Gremium dem Parlament zur Beschlussfassung vorlegen.“

Eckehard Quin, der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft, ergänzt: „Was seit Jahren inoffizielle Praxis ist, bekam damit eine offizielle Basis. Die Vertreter aller von Schulfragen unmittelbar Betroffenen treffen einander regelmäßig und entscheiden gemeinsam und auf Augenhöhe über Strategien zur Optimierung des Schulsystems.“

Theodor Saverschel, der turnusgemäß erste Vorsitzende des B-SGA, berichtet über die in der ersten Sitzung beschlossenen Forderungen des B-SGA an BM Schmied:

1) Teilzentrale Reifeprüfung in Mathematik, um ein drohendes Fiasko abzuwenden und standortspezifische Schwerpunkte abbilden zu können.

2) Ausreichend Ressourcen, damit die Schulen

– die gesetzlich vorgeschriebene Klassenschülerhöchstzahl tatsächlich einhalten,

– die im Schulrecht vorgesehenen Teilungen ausnahmslos umsetzen und

– den Schülerinnen und Schülern über den Pflichtunterricht hinaus gezielte Interessens- und Begabungsförderung zukommen lassen können.

„Die Strategie des DIVIDE ET IMPERA hat in der Vergangenheit nicht funktioniert und wird in Zukunft noch weniger zum Erfolg führen. Statt zu versuchen, uns gegeneinander auszuspielen, möge die Ministerin endlich unsere gemeinsam erhobenen Forderungen zur Kenntnis nehmen und raschest umsetzen“, so die Schulpartner abschließend.

Rückfragehinweis:

Felix Wagner, Bundesschulsprecher
felix.wagner@bsv.at

Ing. Theodor Saverschel, MBA, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs,
office@bundeselternverband.at

Mag. Dr. Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft,
eckehard.quin@goed.at

MMag. Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft,
juergen.rainer@goed.at

15. Februar 2013

Schulpartner kritisieren unhaltbare Zustände in der Schulverwaltung
Utl.: Entlastung der Schulen hat oberste Priorität

Johann Pauxberger, Vorsitzender der Gewerkschaft Unterrichtsverwaltung in der GÖD, übt scharfe Kritik an der Vorgangsweise des Unterrichtsministeriums und des Bundeskanzleramtes: „Wenn ein Schulwart oder eine Schulsekretärin ausfällt, gibt es keinen Ersatz. Das ist unzumutbar, weil die Arbeit dann zusätzlich vom Personal anderer Schulen teilweise miterledigt werden muss. Bei vielen Kolleginnen und Kollegen ist die Grenze der Belastbarkeit nicht nur erreicht, sondern überschritten.“ Pauxberger ortet eine starke Zunahme von Burnout-Fällen. „Schon im Normalbetrieb ist die Belastung enorm. In den letzten zehn Jahren wurden 800 Posten eingespart, weitere 880 sollen folgen – und das bei einem Personalstand von rund 6.500 Personen in der gesamten Schulverwaltung. Im internationalen Vergleich ist die Ausstattung der österreichischen Schulen mit Support-Personal zum Weinen“, belegt Pauxberger mit einem Verweis auf die TALIS-Studie.[1]

BIFIE Supportpersonal

Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft in der GÖD, schlägt in dieselbe Kerbe: „Um bloß zum internationalen Durchschnitt aufzuholen, würden wir an Österreichs Schulen zusätzlich 13.500 vollbeschäftigte Fachleute zur administrativen und pädagogischen Unterstützung benötigen. Um die Rahmenbedingungen des von BM Schmied immer als Vorbild genannten Skandinavien zu erreichen, müssten sogar 23.500 Personen eingestellt werden.“ Tatsächlich mache BM Schmied das genaue Gegenteil. „Posten werden ganz einfach nicht nachbesetzt.“

Schon bei „normaler“ Besetzung ist die Arbeit jedoch kaum zu bewältigen. „Nach den sehr engen Vorgaben des BMUKK bekommt eine Schule für 1.000 Schüler und 100 Lehrer, also für einen Betrieb mit 1.100 Beschäftigten, zwei Sekretärinnen zur Bewältigung des administrativen Aufwands. In der Praxis wird aber nicht einmal das eingehalten“, kritisiert Quin. Schulen im Aufbau müssen lange Zeit überhaupt ohne Verwaltungspersonal auskommen, obwohl ihnen das zustünde.

„Schulsekretärinnen sind hochqualifizierte Mitarbeiterinnen. Laut Arbeitsplatzbeschreibung obliegt ihnen u. a. die Durchführung sämtlicher Budgetangelegenheiten, die selbstständige Führung des Sekretariats, die ordnungs- und fristgerechte Abwicklung aller Zahlungs- und Verrechnungsangelegenheiten, die Organisation der Schulraumüberlassung sowie die Erstellung der Verträge für Fremdnutzungen und vieles andere mehr“, betont Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft in der GÖD. „Diese Tätigkeiten können nicht so einfach von irgendjemand anderem übernommen werden – und schon gar nicht zusätzlich!“ Der Aufnahmestopp bezieht sich aber auch auf Helferinnen in den Übungskindergärten der Bundesbildungsanstalten für Kindergartenpädagogik. „Ein ordnungsgemäßer Schulbetrieb ist in diesen Fällen nicht mehr möglich. Die direkt Betroffenen sind die Kindergartenkinder und die Schülerinnen, deren Ausbildung massiv darunter leidet“, empört sich Rainer.

Theodor Saverschel, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs, sieht eine deutliche Qualitätsminderung durch fehlendes Verwaltungspersonal. „Die Betreuung und Beratung von Schülern, Lehrern und Eltern in Schul-und Verwaltungsangelegenheiten gehört zu den Aufgaben der Schulsekretärinnen. Sie sind meist die ersten Ansprechpartner für Eltern in der Schule. Personalmangel führt zu Einschränkung der Sekretariatsstunden, eingeschränkter telefonischer Erreichbarkeit und insgesamt zu schlechterem Service etwa bei der finanziellen Abwicklung von Schulveranstaltungen“, beklagt Saverschel. „Kein Dienstleistungsbetrieb kann es sich leisten, im direkten Kundenkontakt zu sparen. Das würde jede Firma in den Konkurs treiben.“

Pauxberger, Quin, Rainer und Saverschel betonen gemeinsam: „Es kann wohl nicht am fehlenden Geld liegen, wenn man einen Blick ins Ministerbüro von Claudia Schmied wirft.“ Erst vor wenigen Tagen ist die Position eines dritten (!) Pressesprechers nachbesetzt worden, und neben zahlreichen Mitarbeitern, die für einzelne Bereiche zuständig sind, stehen BM Schmied noch acht Sekretärinnen und Sekretäre zur Verfügung. „Diese würden an den Schulen dringender gebraucht, sind doch fast hundert Planstellen von Schulsekretärinnen im Bundesschulbereich nicht besetzt. Die Entlastung der Schulen muss oberste Priorität haben!“, so die vier Schulpartner abschließend.

Rückfragehinweis:

Johann Pauxberger, Vorsitzender der Gewerkschaft Unterrichtsverwaltung, johann.pauxberger@goed.at

Mag. Dr. Eckehard Quin, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft,
eckehard.quin@goed.at

MMag. Jürgen Rainer, Vorsitzender der BMHS-Gewerkschaft,
juergen.rainer@goed.at

Ing. Theodor Saverschel, MBA, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen Österreichs,
theodor.saverschel@bundeselternverband.at


[1] Siehe BIFIE, Talis 2008: Schule als Lernumfeld und Arbeitsplatz. Vertiefende Analysen aus österreichischer Perspektive“ (2010). Die Grafik ist downloadbar unter www.bifie.at/public/buch/1053/gross/2-10.gif.

4. September 2012

AHS-Digruber: LH Platter als bildungspolitischer Geisterfahrer
Utl.: Gesamtschul-Phantasien Teil eines politischen Kuhhandels?

Mehr als verwundert zeigt sich Karl Digruber, der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Tirol in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst, über die jetzt konkretisierten Pläne von LH Platter für eine Gesamtschul-Modellregion in Innsbruck. Er vermutet dahinter einen bildungspolitischen Kuhhandel zwischen der Innsbrucker Bürgermeisterin Oppitz-Plörer, die schon lange auf Gesamtschulkurs segelt, und LH Platter, der sich von ihr dafür eine Wahlempfehlung erhoffen dürfte.

„Offensichtlich hat der Herr Landeshauptmann die Informationen, die ihm nach seinem ersten Gesamtschul-Sager zugegangen sind, noch nicht gelesen“, so Digruber wörtlich. „LH Platter hätte sich einen Blick auf das höchst erfolgreiche differenzierte Schulwesen Bayerns gönnen sollen, bevor er auf dem bildungspolitischen Holzweg hurtig voranschreitet und als bildungspolitischer Geisterfahrer Schlagzeilen macht!“

Im Gegensatz zu Bayern haben die Gesamtschulstaaten Frankreich und England einen exorbitant hohen Anteil an sündteuren Privatinstituten. Wer es sich leisten kann, flieht in Gesamtschulstaaten vor dem öffentlichen Schulwesen. Gleichzeitig blüht dort der Nachhilfemarkt. „Frankreich liegt mit rund 2,2 Milliarden Euro im Jahr europaweit an der Spitze der Ausgaben für Nachhilfe“, so Digruber weiter.

„Als Pädagogen sind wir daran gewöhnt, bei manchen Schülern viel Geduld aufbringen zu müssen, bevor Lernfortschritte erkennbar werden“, meint Digruber und empfiehlt Platter, zumindest einmal einen Blick auf www.bildungswissenschaft.at zu werfen, wo die Erkenntnisse international anerkannter Bildungswissenschaftler in kompakter Form nachzulesen sind.

Digruber weiter: „Wie ich aus hunderten empörten Anrufen und E-Mails weiß, wird es für Platter nach der Wahl ein böses Erwachen geben.“ Zum Nachdenken anregen sollte Platter auch der Applaus der Unterrichtsministerin. „Wenn der Herr Landeshauptmann auf den Propagandazug der Ministerin aufspringt, wird er sich mit ihr am selben politischen Abstellgleis wiederfinden.“

Rückfragen:
Mag. Dr. Karl Digruber, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Tirol
Telefon: 0664/4621895
Mail: k.digruber@tirol.com

29. August 2012

AHS-Jantscher: Zwangstagsschule ist ein pädagogischer Irrweg
Utl.: LH Dörflers Ablenkungsmanöver Zeichen von schulpolitischer Ahnungslosigkeit

Der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Kärnten in der Gewerkschaft Öffentlicher Dienst Manfred Jantscher übt heftige Kritik an den jüngsten Aussagen von LH Dörfler zur Gesamt- und Ganztagsschule: „Offenbar greift der Landeshauptmann nach jedem faulen Strohhalm, um von der Neuwahlthematik abzulenken.“

Jantscher bedauert, dass LH Dörfler auf die Propaganda der AK hereinfällt und daraus bildungspolitische Schlüsse zieht. Jantscher empfiehlt Dörfler einen Blick auf seriöses Zahlenmaterial der Statistik Austria: „Dort könnte der Landeshauptmann nachlesen, dass durchschnittliche österreichische Haushalte monatlich 71 Euro für Alkohol und Tabak ausgegeben, für Bildung gerade einmal 28 Euro.“

Jantscher betont, dass alle internationalen Studien das genaue Gegenteil der von Dörfler nachgebeteten AK-Propaganda belegen. Aber auch aus der AK-Studie erfährt man, dass 80 Prozent der Schüler überhaupt keine bezahlte Nachhilfe bekommen. Für die Schüler, die Nachhilfe bekommen, wurden durchschnittlich 50 Euro pro Monat ausgegeben, ein Bruchteil dessen, was ein Raucher für sein Hobby ausgibt.

Jantscher sieht aber im Ausbau des schulischen Supportpersonals (Psychologen, Sozialarbeiter, Freizeitpädagogen) einen Weg, Österreichs Schulen zusätzliche Leistungsstärke zu geben. Jantscher dazu wörtlich: „Nirgendwo auf der Welt haben die Lehrer so wenig Unterstützung in ihrer Arbeit. Doch dazu schweigt LH Dörfler in trauter Eintracht mit der roten Unterrichtsministerin.“

In den Staaten, in denen Gesamt- und Ganztagsschulen schon seit Jahrzehnten dominieren, sieht man, wie die Reaktion all jener Eltern aussieht, die am Bildungserfolg ihrer Sprösslinge interessiert sind. Jantscher dazu: „Die Gesamtschulländer Frankreich und England haben einen exorbitant hohen Anteil an sündteuren Privatinstituten. Wer es sich leisten kann, entflieht in Ländern mit Zwangstagsschule dem öffentlichen Schulwesen. Gleichzeitig blüht dort der Nachhilfemarkt. Frankreich liegt mit rund 2,2 Milliarden Euro im Jahr an der Spitze der Ausgaben für den zusätzlichen Unterricht.“

„Wenn Dörfler das will, soll er es offen sagen. Ich lehne diese sozial höchst ungerechte Entwicklung vehement ab. Ein Ja zum Ausbau hochwertiger Tagesbetreuung, ein Ja zur Wahlfreiheit der Eltern und Schüler, aber ein klares Nein zur Zwangstags- und Eintopfschule“, so Jantscher abschließend.

Rückfragen: Mag. Manfred Jantscher, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Kärnten
Telefon: 0664/5056283
Mail: manfred.jantscher@oepu.at

25. August 2012

Nägele: „Bayern – nicht Südtirol – bildungspolitisches Musterland!“
Utl.: LH Platter ahnungs- oder orientierungslos

Die Vorsitzende der VCL-Tirol Mag. Verena Nägele appelliert an LH Platter, sich künftig in bildungspolitischen Fragen am lateinischen Sinnspruch „Si tacuisses, philosophus mansisses“ zu orientieren.

„Ich nehme es dem Landeshauptmann nicht übel, kein Fachmann auf dem Gebiet der Bildungspolitik zu sein. Was mich und hunderte Tiroler Kolleginnen und Kollegen allerdings entsetzt, ist die Chuzpe, mit der sich LH Platter in die Jagdgesellschaft gegen die Langform des Gymnasiums einreiht!“, so Nägele wörtlich. Wenn Platter Vorbilder in der Nachbarschaft sucht, solle er seinen bildungspolitischen Kompass nach Norden richten und sich am Freistaat Bayern orientieren. Gesamtschulen werde er in Bayern keine finden, vielmehr ein reich differenziertes Schulwesen, von dem Österreichs Schulpolitik durchaus lernen könne.

„Obwohl Südtirols Klassen so klein sind, wie wir es uns nur erträumen können, weisen Südtirols Schüler bei PISA auf ihre Kollegen in Bayern einen Leistungsrückstand von mehr als einem halben Lernjahr auf, und zwar in allen getesteten Bereichen! Oder soll uns Südtirol als Vorbild dienen, weil es 50 Prozent mehr Repetenten als in Österreich zählt?“ Zudem gehöre Italien zu den EU-Staaten mit der höchsten Dropout-Quote. Österreich verliere nicht einmal halb so viele Schüler auf dem Weg zu einem qualifizierten Abschluss.

„Wer Italien oder Südtirol als Argument für die Gesamtschule verwendet, hat entweder massive Wissensdefizite oder rechnet mit der Ahnungslosigkeit seines Gegenübers“, so Nägele abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Verena Nägele, Obfrau der VCL Tirol
0664  48 05 032
verena.naegele@oepu.at

24. August 2012

Digruber: „Platter soll auf der Jagd Böcke schießen!“
Utl.: AHS-Gewerkschafter Digruber übt scharfe Kritik an Platters Gesamtschulvorstoß

Scharfe Kritik äußert der Tiroler AHS-Gewerkschafter Karl Digruber in Richtung LH Günther Platter, der eine „Abkehr von der Blockadepolitik in der Bildungsdiskussion“ und eine Offensive in Richtung Gesamtschule gefordert hatte. Digruber dazu: „Ich fordere von LH Platter mehr Sachlichkeit ein. Die real existierende Gesamtschule ist gescheitert. Die hochfliegenden, sozialromantischen Erwartungen an die Gesamtschule blieben in den Ländern, in denen man auf sie gesetzt hat, unerfüllt.“ Bildungspolitik dürfte den Herrn Landeshauptmann bisher nicht besonders interessiert haben, sonst wäre ihm das bekannt.

Der Tiroler AHS-Gewerkschafter verweist u.a. auf Univ.-Prof. Kurt Heller, ein langjähriges Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der OECD für PISA, der zur Gesamtschule festhielt, dass sie außer ignoranten Ideologen niemandem genützt habe. Nicht nivellierende Einheitsschulen, sondern ausreichend differenzierte Lernangebote bzw. Schullaufbahnen würden den unterschiedlichen Lernbedürfnissen der Sekundarstufenschüler gerecht!

Digruber fragt, warum Platter ausgerechnet jetzt auf die Gesamtschullinie umschwenkt: „Ist der Landeshauptmann in eine Torschlusspanik vor der Landtagswahl 2013 geraten? Will er mit diesem Schritt potenzielle Koalitionspartner ins Boot holen?“ Der AHS-Gewerkschafter warnt eindringlich davor, das bewährte Schulsystem aufs Spiel zu setzen: „Will Platter die gefragteste Schulform, das Gymnasium, gegen den Willen der Bevölkerung abschaffen? Will er die Tatsache, dass wir im Vergleich zu den Gesamtschulländern Traumwerte in Bezug auf Jugendarbeitslosigkeit haben, verspielen?“

Abschließend rät Digruber dem Landeshauptmann: „Platter soll lieber auf der Jagd Böcke schießen. Seine Gesamtschulaussagen kosten ihn sehr viel: das Vertrauen der Bildungsinteressierten.“

Rückfragehinweis: Mag. Dr. Karl Digruber, Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft Tirol
0664 46 21 895
k.digruber@tirol.com

26. Mai 2012

Streit ums Gymnasium geht weiter
Utl.: Vorwurf gegen Schmied: „Rechtsbruch“

Die ÖVP fordert Unterrichtsministerin Claudia Schmied auf, die Klassenschülerzahlen in den AHS-Unterstufen auf das gesetzliche Maß zu senken. Schmied denkt aber nicht daran. Das ist klarer Rechtsbruch. Mehr dazu im Ö1-Mittagsjournal: Streit ums Gymnasium geht weiter

23. Mai 2012

AHS-Quin: Bildungsstandards kosten 425 Euro pro Schüler
Utl.: Vom Wiegen allein wird die Sau nicht fett!

36 Millionen Euro haben die heute erstmals durchgeführten Standardüberprüfungen laut Unterrichtsministerin gekostet – 11 Millionen für die Entwicklung, 25 Millionen für die Implementierung. Getestet wurden etwa 85 000 Schüler. Das Budget wurde um zwei Drittel überzogen. Bei der Schaffung der gesetzlichen Grundlagen veranschlagte BM Schmied nämlich bis inkl. 2012 nur 22 Millionen als „Maximalvariante“.

„Die Standardtestungen kosten 425 Euro pro Schüler. Für diese Summe müsste man jedem Kind ein vergoldetes Testheft in die Hand drücken können“, meint AHS-Gewerkschafter Eckehard Quin. „Ich wünsche mir eine parlamentarische Anfrage, die klärt, wohin das Geld verschwunden ist. 25 Millionen allein für die Implementierung – das ist ja völliger Wahnsinn! Mit den Kosten der heutigen Standardtestung könnten man ein Jahr lang mehr AHS-Lehrer bezahlen, als es z. B. im gesamten Burgenland gibt.“

Quin kritisiert weiter, dass die Schüler ihre Testergebnisse erst Monate später erfahren. „Niemand, der auf eine Waage steigt, wird erst in sieben Monaten sein heutiges Gewicht erfahren wollen. Bei jeder Führerscheinprüfung bekomme ich die Ergebnisse sofort, selbst bei der Reifeprüfung binnen weniger Tage. Das muss doch auch bei Standards möglich sein – noch dazu um diesen Preis“, kritisiert Quin. Die Rückmeldung komme zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die Schüler schon längst für ihre weitere Schul- oder Berufslaufbahn entscheiden mussten. „Die Ergebnisse sind für die Schüler, um die es doch gehen sollte, wertlos. Sie können weder ihnen noch ihren Eltern als Entscheidungshilfe dienen. Das ist eine Pflanzerei für alle Beteiligten und eine Verhöhnung für jeden Steuerzahler.“

Quin fordert die sofortige Rückmeldung der Ergebnisse und eine deutliche Kostenreduktion. „Wir benötigen mehr Geld für die Kinder und nicht immer mehr für Testungen. Denn, wie es in einer alten Bauerweisheit heißt: Vom Wiegen allein wird die Sau nicht fett!“, so Quin abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
0664 46 04 153
matthias.hofer@oepu.at

9. Mai 2012

AHS-Quin: Schmied fördert Flucht ins Privatschulwesen
Utl.: Einheitsschulsysteme führen zu massenweiser Abwanderung in elitäre Privatinstitute

Eckehard Quin, der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft, übt heftige Kritik an den jüngsten Äußerungen der Unterrichtsministerin. Quin wirft der Ex-Bankerin Schmied vor, alles zu unternehmen, um das österreichische Schulwesen in zwei Teile zu zerschlagen: die öffentlich finanzierte Einheitsschule und die von den Eltern zu finanzierenden Privatinstitute.

Quin wörtlich: „Wer nicht wahrhaben will, dass dies die Folge staatlicher Gesamtschulen ist, möge über die Grenzen schauen: In den traditionsreichen Gesamtschulstaaten Europas England und Frankreich fliehen Eltern, sofern sie es sich irgendwie leisten können, mit ihren Kindern aus dem staatlichen Schulwesen und greifen dafür sehr tief in die Tasche.“

Quin weiter: „Die Flucht aus dem öffentlichen Schulwesen beginnt in Gesamtschulstaaten schon beim Kindergarten, wo Eltern um die Aufnahme in einen renommierten privaten Kindergarten ringen, weil es Absolventen privater Kindergärten eher gelingt, einen der heiß begehrten Plätze in einer privaten Volksschule zu bekommen. Diese aber sind wiederum de facto Voraussetzung für die Aufnahme in ein privates Gymnasium.“

Quin warnt eindringlich vor dem Entstehen eines Risses durch die Gesellschaft entlang der finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses, der bis zu den Universitäten reicht.

Quin dazu: „In die hochangesehenen Universitäten Frankreichs und Englands finden Absolventen öffentlicher Schulen kaum Zutritt. Außerdem sind sie ohnehin den Töchtern und Söhnen aus wohlhabendem Haus vorenthalten: Mehr als die Hälfte der Kosten, die für Universitäten anfallen, werden in Großbritannien bereits von den Studierenden bzw. ihren Eltern getragen, in Österreich nicht einmal sechs Prozent.“

Quin empfiehlt der Unterrichtsministerin dringend die Lektüre der aktuellen Ausgabe der OECD-Studie „Education at a Glance“. Schon ein kurzer Blick auf die Seite 244 würde BM Schmied vor Augen führen, dass sie bildungspolitisch völlig in die Irre geht.

Quin betont die hervorragenden Leistungen der Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten, von der Sonderschule über die Hauptschule und NMS bis zu den höheren Schulen (AHS, BHS), in denen Österreichs Jugend fit für die Zukunft gemacht wird.

Quin abschließend: „Wer klar denkt, kann sich nur über eine Unterrichtsministerin wundern, die Österreichs vielfältiges, soziales und damit höchst erfolgreiches Schulwesen zerschlagen will. Der Blick auf die Jugendarbeitslosigkeit in Gesamtschulstaaten Europas zeigt, wie gefährlich das Agieren BM Schmieds für Österreichs Jugend ist, wie verheerend es wäre, würde sie sich mit ihrem Einheitsfetisch durchsetzen.“

Rückfragehinweis:
Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
0664 46 04 153
matthias.hofer@oepu.at

5. Mai 2012

Beitrag zum neuen Lehrerdienstrecht im Ö1-Mittagsjournal mit einem Interview mit Eckehard Quin, dem Vorsitzenden der AHS-Gewerkschaft (Zum Hören auf den unterstrichenen Text klicken!)

19. März 2012

Paul Kimberger (Vorsitzender der APS-Gewerkschaft) und Eckehard Quin (Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft) zu einem neuen Lehrerdienstrecht im Ö1-Morgenjournal. (Zum Hören auf den unterstrichenen Text klicken!)

15. März 2012

Offener Brief an den BIFIE-Direktor LSI Mag. Josef Lucyshyn wegen der Verunglimpfung von LehrerInnen

Sehr geehrter Herr Direktor Lucyshyn, lieber Josef!

Mit Deinen Aussagen in der gestrigen ZiB 2 und den Äußerungen in der heutigen „Presse“ („Zentralmatura: Schulen sollen gegen unwillige Lehrer vorgehen“) hast Du wider besseres Wissen tausende höchst engagierte KollegInnen öffentlich verunglimpft und damit nicht nur diese völlig unberechtigt beleidigt, sondern auch dem Image des österreichischen Bildungswesens geschadet.

Dass die Medienberichterstattung der letzten Tage (BIFIE-Empfehlungen für die Benotung von Schularbeiten) an Deinem Nervenkostüm gezerrt hat, ist für mich nachvollziehbar. Dies kann aber keineswegs als Entschuldigung dafür dienen, dass Du nun mit einem Rundumschlag gegen die Lehrerschaft versuchst, ihnen Fehlleistungen anderer in die Schuhe zu schieben.

Du weißt natürlich, dass zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen zur Zentralmatura abgesagt werden mussten, weil es schlicht an den nötigen Informationen fehlte.

Es ist Dir natürlich bekannt, dass binnen kürzester Zeit bereits der zweite Mathematiker die Leitung der Arbeitsgruppe zur Mathematik-Zentralmatura zurücklegt. Glaubst Du nicht auch, dass es vielleicht am unzumutbaren Zeitplan liegen könnte, warum jeder das Handtuch wirft?

Wenn Du weder der AHS-Gewerkschaft noch den tausenden engagierten KollegInnen Gehör schenkst, dann sollten Dir die Aussagen Deiner Ehefrau zu denken geben. Ich zitiere „Gabriele Friedl-Lucyshyn, Leiterin des BIFIE-Zentrums Wien“ aus der Online-Ausgabe der Presse vom 9. März 2012:

In den Bereichen Deutsch und Mathematik ist überhaupt noch unklar, wie das Beurteilungsraster aussehen wird.“ (1)

Fehlende „Experten“-Leistungen, auf die LehrerInnen und SchülerInnen nach wie vor warten, können wohl kaum durch einen unqualifizierten Pauschalangriff auf LehrerInnen wettgemacht werden.

Ich erwarte mir eine Entschuldigung – und zwar nicht bei mir, sondern bei den völlig zu Unrecht verunglimpften LehrerInnen.

Dir wünsche ich möglichst bald wieder die nötige Nervenkraft, um das Chaos rund um die Zentralmatura halbwegs in den Griff zu bekommen.

In Sorge um die SchülerInnen verbleibe ich mit kollegialen Grüßen

Eckehard Quin

(1) Zentralmatura: Zu viele Fünfer sorgen für Aufregung. In: Presse Online vom 9. März 2012.

17. November 2011

Baustelle Zentralmatura: Schulpartner verlangen von BM Schmied seriöse Vorbereitung

Utl.: Nur was sich im Matura-Schulversuch bewährt hat, darf flächendeckend umgesetzt werden!

Alle SchülerInnen der Allgemeinbildenden Höheren Schulen, die sich derzeit in der 10. Schulstufe (6. Klasse) befinden, müssen bereits zur Zentralmatura antreten. In manchen Gegenständen sind die Vorbereitungen dafür noch lange nicht abgeschlossen, weswegen eine seriöse Vorbereitung der SchülerInnen darauf im Unterricht nicht möglich ist. Deshalb sehen sich alle SchulparterInnen gezwungen, gemeinsam an die Öffentlichkeit zu treten.

Ing. Theodor Saverschel, MBA, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen, zeigte sich namens der Elternschaft bei einer Pressekonferenz aller Schulpartner höchst besorgt über die für das Schuljahr 2013/2014 geplante Zentralmatura: „Während die Matura-Schulversuche in den Fremdsprachen – vor allem in Englisch und Französisch – recht positiv verlaufen, gibt es in Mathematik so gut wie keine Erfahrungen. Geht es nach dem Unterrichtsministerium, so soll es nur mehr Feldtestungen geben. Es wird offensichtlich vergessen, dass es sich hier um Menschen handelt, die zum Handkuss kommen. Da es weder fertige Unterlagen für SchülerInnen noch für LehrerInnen gibt, hängt der Erfolg auf Gedeih und Verderb vom Engagement des jeweiligen Lehrers, der jeweiligen Lehrerin ab. Somit kristallisiert sich so etwas wie eine göttliche Gnade der Lehrerzuteilung heraus.“

Die Bundesschulsprecherin Conny Kolmann bringt die Besorgnis der SchülerInnen auf den Punkt: „Schüler sollen keine Versuchskaninchen einer unausgegorenen neuen Reifeprüfung werden. Ich nehme die Ministerin beim Wort ihres eigenen Ministeriums. Am 21. Oktober 2008 wurde in einem ministeriellen Schreiben angekündigt, dass Lehrplan und Unterlagen bereits der neuen Matura angepasst sind, wenn der erste Jahrgang, für den die Zentralmatura gilt, in die 9. Schulstufe kommt.“

„Leider kann oder will sich BM Schmied nicht an die Vorgaben ihres eigenen Ministeriums halten, obwohl wir sie seitens der Lehrervertretung immer wieder auf die drohende Katastrophe hinweisen“, ergänzt Mag. Dr. Eckehard Quin, der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft.

Conny Kolmann formuliert die gemeinsame Linie aller Schulpartner: „Nur Schülerinnen und Schüler, die in der Sekundarstufe II, d.h. in der gesamten Oberstufe, mit den entsprechenden Unterrichtsmitteln und der entsprechenden Schwerpunktsetzung unterrichtet worden sind, sollen nach den neuen Regeln die Reifeprüfung ablegen.“

Theodor Saverschel ergänzt: „Es ist unverständlich, dass hier zu Lasten unserer Kinder, und das werden sie für uns Eltern immer sein, mit Gewalt versucht wird, am Zeitplan in den Fächern, in denen von seriöser Erprobung keine Rede sein kann, festzuhalten.“

Eckehard Quin schlägt in die gleiche Kerbe: „Es ist einfach hanebüchen, die seit vielen Jahren in Schulversuchen erprobte Englischmatura als Vorwand zu benutzen, um in Fächern wie Deutsch und Mathematik auf jede Erprobung zu verzichten. Wir Lehrer wollen unsere Schüler nicht durch dichten Nebel auf die neue Reifeprüfung zusteuern.“

„Aus Schaden wird man klug. Dass die Schulpolitik aus dem Schaden der ersten Jahrgänge klug werden will, können wir Schülerinnen und Schüler nicht einmal als schlechten Scherz sehen. Auch wenn wir an die nicht vorhandenen Lehrbücher denken, vergeht uns das Lachen“, so Conny Kolmann zur dilettantischen Vorgangsweise.

Theodor Saverschel sorgt sich um den Erhalt einer soliden Allgemeinbildung, nicht zuletzt was die Literatur im Deutschunterricht anlangt: „Auch die IG Autorinnen und Autoren hat sich dagegen ausgesprochen. Es ist ja geradezu unglaublich, dass Weltliteratur nicht mehr Bestandteil der Matura sein soll!“

Eckehard Quin weiß von großen Sorgen der Schulbuchautoren: „Sie sind unglücklich, weil sie z.B. in Mathematik überhaupt nicht wissen, welche Beispiele sie aufnehmen sollen, da die Ministerin erst mit 1. Oktober eine neue Entwicklungsgruppe für die Mathematik-Matura eingesetzt hat. Über ein Jahr, nachdem schon alles inklusive Lehrbücher fertig sein müsste, wird eine Gruppe erst beauftragt!“

Quin erinnert nochmals an eine seit Jahren erhobene Forderung der Schulpartner: „Eine teilzentrale schriftliche Matura, bei der Grundkompetenzen unabhängig vom Schultyp österreichweit an allen Schulen abgeprüft werden. Diese Grundkompetenzen und die Lehrinhalte, an denen sie abgeprüft werden sollen, müssen im Lehrplan klar definiert sein. Alles, was dadurch nicht abgedeckt wird, sollen die unterrichtenden Lehrkräfte in einem nicht-zentralen Teil der Matura prüfen. So wären einerseits ein Mindestlevel und die von allen gewünschte Vergleichbarkeit gewährleistet. Andererseits könnte auf die Schwerpunkte der Schulform, der Schule und der Klasse Rücksicht genommen werden.“

Conny Kolmann fordert: „Unterricht muss so stattfinden, dass er mit der Matura zusammenpasst – z.B. ohne Taschenrechner oder mit Lexikon. Aber da erfährt man jeden Tag etwas anderes. Dürfen wir jetzt einen Taschenrechner verwenden oder nicht? Dürfen wir ein Lexikon verwenden oder nicht? Das muss doch alles entsprechend trainiert werden! Kein Mensch käme auf die Idee, sich mit Fußballtraining für ein Volleyballturnier vorzubereiten.“

Theodor Saverschel bietet der Ministerin konstruktive Zusammenarbeit an. „Setzen wir uns gemeinsam an einen Tisch! Reden wir über Termine und seriöse Vorbereitung! Und richten wir den Fokus nur auf eines: unseren Schülerinnen und Schülern eine gerechte und seriöse Reifeprüfung zu ermöglichen!“, so der Elternvertreter.

Die SchulpartnerInnen fordern deshalb unisono: „Nur was sich im Matura-Schulversuch bewährt hat, darf flächendeckend umgesetzt werden!“

Rückfragehinweis:
Conny Kolmann, Bundesschulsprecherin
0664 960 15 72
conny.kolmann@schuelerunion.at

Paul Hollnagel
Ass. d. Präsidenten des Bundeselternverbandes
Strozzigasse 2/4/422, 1080 Wien
Tel: 0680 – 141 1 142
Mail: paul.hollnagel@bundeselternverband.at

Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher der AHS-Gewerkschaft
0664 46 04 153
matthias.hofer@oepu.at

25. Oktober 2011

AHS-Quin: Mittelschule stärkt das differenzierte Schulsystem

Utl.: Vernunft siegt über Ideologie

„Das Gymnasium bleibt in seiner Langform erhalten. Die Hauptschulen werden aufgewertet. Die Gesamtschullobby hat verloren.“ So kommentiert Eckehard Quin, der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft, die heute präsentierte Einigung der Koalitionsparteien in Sachen Neue Mittelschule.

Derzeit müssen an den Schulversuchen zur NMS verpflichtend Bundeslehrer eingesetzt werden. Das ist eine Beleidigung für alle Hauptschullehrer, denn damit teilt das BMUKK ihnen indirekt mit, dass sie AHS- oder BHS-Lehrer für guten Unterricht benötigen. „Mit diesem Unfug ist nun ebenfalls endlich Schluss“, stellt Quin erfreut fest. „Wir haben einen Lehrermangel im AHS-Bereich, und Hauptschullehrer brauchen für einen g’scheiten Unterricht wirklich nicht unsere Unterstützung.“

„Durch die Stärkung der Hauptschulen wird die Durchlässigkeit unseres Schulsystems verbessert und das differenzierte Schulwesen gestärkt. Damit können wir Lehrer optimal auf die Interessen, Neigungen und Begabungen aller Kinder eingehen. Die Vernunft hat über die Ideologie gesiegt“, so Quin abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
0664 46 04 153
matthias.hofer@oepu.at

4. Oktober 2011

AHS-Quin fordert Solidaritätsabgabe für Bildungswesen

Utl.: Leere Worte haben wir genug gehört.

Anlässlich des WeltlehrerInnen-Tages 2011 fordert der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Eckehard Quin eine Solidaritätsabgabe von Spitzenverdienern für das Bildungswesen. „Wenn darüber Einigkeit besteht, dass wir Österreichs Bildungswesen optimieren wollen, dann darf das nicht an den derzeitigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten scheitern oder auf den St. Nimmerleinstag verschoben werden“, so Quin. „Eine Offensive, wie ich sie verstehe, findet an den Bildungseinrichtungen statt. Ankündigungen oder Hochglanzfolder sind zu wenig.“

„Es ist den Spitzenverdienern im Interesse der Zukunft unserer wirtschaftlich starken Heimat und damit durchaus auch in deren eigenem Interesse zumutbar, eine für das Bildungswesen zweckgewidmete Solidaritätsabgabe zu leisten“, meint Quin. Unser Bildungswesen hat zur exquisiten Sonderstellung Österreichs einen maßgeblichen Anteil geleistet und soll das auch in Zukunft tun können. Angesichts der internationalen Wirtschaftskrise zeigt sich dieser Standortvorteil Österreichs besonders deutlich.

Die Mittel einer zweckgewidmeten Solidaritätsabgabe würden dringend benötigt wie z.B. für den zügigen Ausbau der Frühförderung, für eine Qualitätsoffensive im Bereich der schulischen Angebote, die über den Pflichtunterricht hinausgehen, bis zur Verwirklichung von Arbeitsbedingungen an Universitäten, die diesen würdig sind. Damit kann ein hochwertiges, öffentlich finanziertes Bildungssystem aufrechterhalten werden.

„Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn die Zahlenden sich damit selbst ein Denkmal setzen“, meint Quin. „Ein Huber-Kindergarten, ein Meier-Kurs oder ein Müller-Hörsaal sind allemal besser als ein Wald- und Wiesenvolksbegehren“, so Quin abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
0664 46 04 153
matthias.hofer@oepu.at

3. September 2011

AHS-Quin: BM Schmied begeht bei Klassenschülerhöchstzahl an AHS weiterhin Rechtsbruch

Utl.: Rechnungshof und PVAK bestätigen Kritik der Gewerkschaft

Der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Eckehard Quin übt massive Kritik an BM Schmied: „Mehr als drei Jahre nach dem Nationalratsbeschluss zur Senkung der Klassenschülerhöchstzahl von 30 auf 25 weigert sich die Ministerin nach wie vor beharrlich, den eindeutigen Gesetzesauftrag umzusetzen. Fast die Hälfte der AHS-Unterstufenklassen weist Schülerzahlen über 25 auf. Das ist Gesetzesbruch.“

„Der Gesetzestext und Erkenntnisse der Berufsrichter der Personalvertretungsaufsichtskommission beim Bundeskanzleramt (PVAK) zur Umsetzung des Gesetzesauftrags sind glasklar. BM Schmied weigert sich dennoch, die im Budget für die Senkung der Klassenschülerzahl vorgesehenen Mittel widmungsgemäß zu verwenden“, so Quin weiter. Quin verweist in diesem Zusammenhang auch auf den Rechnungshofbericht vom Jänner 2011, der Schmieds Verfehlungen penibel auflistet.

Quin weiter: „Das Schulorganisationsgesetz spricht in Bezug auf die AHS von einer Klassenschülerhöchstzahl. Die Argumentation Schmieds, das sei bloß ein unverbindlicher Richtwert, ist eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit. Dabei müsste BM Schmied nur das aus ihrem eigenen Ministerium stammende und weiterhin gültige Rundschreiben Nr. 20/1998 lesen!“ so Quins Kritik. Dort werde unmissverständlich erklärt, wie die gesetzlichen Vorschriften umzusetzen sind.

„Claudia Schmied mag sich das baldige Verschwinden des Gymnasiums aus der österreichischen Schullandschaft wünschen. Als Bundesministerin hat sie jedoch die Gesetze zu befolgen und ihre verfassungsmäßigen Pflichten zu erfüllen“, hält der AHS-Gewerkschaftsvorsitzende fest.

„Wir werden Schmieds Gesetzesbruch anprangern, bis die Ministerin endlich die unerträgliche Diskriminierung der Gymnasien beendet oder der Bundeskanzler seinen Handlungsbedarf erkennt. Die Missachtung des Gesetzes geht zu Lasten von Schülern und Lehrern, und das ist für mich als Vater und Lehrervertreter inakzeptabel“, so Quin abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
0664 46 04 153
matthias.hofer@oepu.at

30. März 2011

AHS-Gewerkschaft: Amon’sche Oberstufenideen grober Unfug

Utl.: Ja zum Klassenverband und zu sinnvoller Modularisierung in der Oberstufe

Mit Kopfschütteln quittiert der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Eckehard Quin die jüngsten Aussagen von ÖVP-Bildungssprecher Amon.

„Mit seinem Schlachtruf ‚freie Lehrerwahl für Oberstufenschüler’ hat der Bildungssprecher der ÖVP einen neuerlichen Beweis dafür erbracht, wie sehr der Bildungspolitik jeglicher Realitätssinn abhanden gekommen ist“, so Quin in einer ersten Reaktion auf die KURIER-Schlagzeile „Teenager sollen sich ihre Lehrer aussuchen dürfen“.

Quin weiter: „Es zeugt von geradezu fahrlässiger Naivität und Praxisferne, derartige Ideen hinauszuposaunen. Oder plant Amon schon eine Karriere als Chef der ‚Schulklassenlotterie’, bei der die überbuchten Plätze durch Losentscheid an die SchülerInnen vergeben werden?“

Für Quin ist die aus Amons Vorschlägen zwangsläufig resultierende Auflösung des Klassenverbandes „pädagogischer Nonsens“. Gerade in Zeiten vielfach (höchst) unbeständiger familiärer Verhältnisse bietet der Klassenverband vielen Heranwachsenden Stabilität und Stütze. „Wer für populistische Parolen leichtfertig die Klasse als soziale Einheit aufzugeben bereit ist, erweist unserer Gesellschaft einen schlechten Dienst“, so Quin an Amon.

Was die angedachte Abwahlmöglichkeit von Fächern betrifft, bezieht Quin klar Position: „Dieser Vorschlag widerspricht dem Bildungsziel eines Gymnasiums, der vertiefenden Allgemeinbildung. Das Wesen von Allgemeinbildung ist es nun einmal, in vielen Bereichen gebildet zu sein.“

Für Quin steht fest: „Wer es jungen Menschen heute allzu leicht macht, sich Mühen und Anstrengungen zu entziehen, lässt sie morgen schlecht gerüstet in den globalen Wettbewerb ziehen!“

„Ja zu einer Reduktion des Repetierens, nein zur mutwilligen Zerstörung des Klassenverbandes und der Allgemeinbildung!“ so Quin abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
0664 46 04 153
matthias.hofer@oepu.at

8. Dezember 2010

AHS-Quin zu PISA: Weg mit ideologischen Scheuklappen, her mit echten Reformen!

Utl.: Bahn frei für Qualitätsoffensive an den Schulen

Als „Jahrhundertchance“ sieht Eckehard Quin, der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft, die PISA-Ergebnisse. „Vielleicht sind die Ergebnisse Anstoß für die Bildungspolitik, endlich vom Reiten ideologischer Steckenpferde abzugehen und sich sinnvollen Reformen zuzuwenden, wie sie die Lehrergewerkschaft seit vielen Jahren fordert“, hofft Quin.

„Es ist völlig gleichgültig, wie groß der Anteil des Schülerboykotts am PISA-Absturz war“, so Quin an die Adresse der Bildungsministerin. „Der Hilfeschrei der SchülerInnen im Jahr 2009 darf keinesfalls ungehört verhallen!“

„Wir LehrerInnen müssen seit Jahren beobachten, mit welchen Lesedefiziten Zehnjährige ins Sekundarschulwesen eintreten!“ so Quin weiter. Lesestudien im Primarbereich wie PIRLS zeigen das seit Langem auf. „Ich weiß als Vater zweier Kinder, dass die VolksschulpädagogInnen ihr Bestes geben, aber in der Kompensation vorschulischer Sprachdefizite von der Politik alleingelassen werden!“

„Wir können uns wünschen, dass der Trend zu TV und PC aufhört und Bücher wieder vermehrt Einzug in die Wohnzimmer halten. Wünsche ans Christkind bringen uns aber nicht weiter“, konstatiert Quin.

Quin fordert daher ein radikales Umdenken in der Bildungspolitik und verlangt echte Bildungsreformen, die das Problem an der Wurzel packen. Seine Forderungen:

  • massiver Ausbau der vorschulischen Sprachförderung, um sozial bedingten Handicaps rechtzeitig zu begegnen
  • Verpflichtung zum Besuch von Förderunterricht bei Defiziten v.a. im sprachlichen Bereich
    Die Beherrschung der Unterrichtssprache ist unabdingbare Voraussetzung für den schulischen Erfolg von Kindern.
  • tatsächliche und flächendeckende Reduzierung der Klassengrößen auf unter 25 SchülerInnen für bessere individuelle Förderung
  • wissenschaftlich fundierte Diagnoseinstrumente zur richtigen Schulwahl an den Nahtstellen
    SchülerInnen sollen die ihrem aktuellen Leistungsstand, ihren Stärken und Schwächen, ihrer Lernmotivation und ihren Interessen und Neigungen am besten entsprechende Schule besuchen.
  • Investition in pädagogisches Unterstützungspersonal (SozialarbeiterInnen, SchulpsychologInnen, FreizeitpädagogInnen etc.)
  • neue LehrerInnenbildung auf vollakademischem Niveau, keine Schmalspurausbildung von „HilfslehrerInnen“
  • stärkere Betonung von Sozialkompetenz, Leistung und Nachhaltigkeit in den Schulgesetzen

Quin zu den von den PISA-FetischistInnen gerne tot geschwiegenen PISA-Siegern in Ostasien: „Niemand will die Einführung von Drillschulen nach koreanischem Muster. Der Weg der „Kuschelpädagogik“, in der Leistungsbereitschaft und Anstrengung zu Untugenden diffamiert wurden, ist aber offensichtlich kein Erfolgsrezept!“

Quin an BM Schmied: „Beenden Sie endlich den Propagandaschmäh „NMS“, wo mit unrealistisch hohem Mitteleinsatz Systemkosmetik auf Kosten der großen Mehrheit von SchülerInnen und LehrerInnen betrieben wird! Investieren Sie in die Zukunft aller Kinder, sonst steuern wir auf eine Bildungskrise zu, die die Bankenkrise in den Schatten stellt!“

„Verlieren wir keine Zeit! Ich strecke der Ministerin die Hand zu einem konstruktiven Miteinander für substantielle und zielführende Reformen entgegen“, so Quin abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
0664 46 04 153
matthias.hofer@oepu.at

29. November 2010

AHS-Gewerkschaft: Eva Scholik übergibt Vorsitz an Eckehard Quin
Utl.: Bisheriger Stellvertreter dankt Scholik für ihr erfolgreiches Wirken

Mag. Eva Scholik tritt mit Dezember in den Ruhestand und hat daher in der heutigen Sitzung der AHS-Gewerkschaft ihre Funktion zurückgelegt. Zu ihrem Nachfolger wurde der bisherige stellvertretende Vorsitzende Mag. Dr. Eckehard Quin gewählt.

„Ich weiß die AHS-Gewerkschaft bei Eckehard Quin in erfahrenen und bestens bewährten Händen. Seit Jahren war Kollege Quin bei allen wichtigen Verhandlungen an meiner Seite“, so Scholik über ihren Nachfolger.

Eckehard Quin, Jahrgang 1968, promovierter Historiker, studierte auch Chemie und unterrichtet an einer niederösterreichischen AHS.

Der neu gewählte Vorsitzende streut seiner Vorgängerin Rosen: „Eva Scholik hat die AHS-Gewerkschaft in schwierigsten Zeiten mit Umsicht und höchstem taktischen Geschick geführt. Ihr nachzufolgen ist Ehre und Herausforderung zugleich.“

Quin weiter: „Eva Scholik hat sich in sehr bewegten Jahren ebenso unermüdlich wie erfolgreich für die AHS und ihre LehrerInnen eingesetzt. Ihr Leitmotiv war stets die Vielfalt im Schulwesen („Schule bunt“). Sie hat sich für ein gutes öffentliches Schulwesen eingesetzt und sich mit aller Kraft der Einführung der Gesamtschule entgegengestemmt.“

Als „vorbildlich“ für die anstehenden Verhandlungen zu einem neuen LehrerInnendienstrecht sieht Quin die Kreativität Scholiks und das von ihr bewiesene Verhandlungsgeschick. Scholik wiederum dankt Quin für das von ihm entwickelte und ausverhandelte Zeitkonto-Modell, das von vielen LehrerInnen bereits genutzt wird.

Unisono betonen Scholik und Quin, dass BM Schmieds Reformankündigungen bisher weitgehend substanzlos geblieben sind. Scholik: „Ich wünsche meinem Nachfolger eine Ministerin, die nicht nur in informellen „Vorgesprächen“, sondern am Verhandlungstisch die brennenden Fragen des österreichischen Bildungssystems diskutiert.“

Quin zur überfälligen Agenda der Unterrichtsministerin: „Vom neuen Besoldungssystem mit attraktiven Einstiegsgehältern bis zu einer qualitätszentrierten Reform der LehrerInnenbildung spannt sich ein weiter Bogen offener Fragen. Wenn BM Schmied schon Millionen für Werbung ausgibt, statt sie in die Schule zu investieren, sollte sie damit eine Imagekampagne für den Lehrberuf starten und nicht Gesamtschulpropaganda betreiben. Der Lehrermangel ist bereits vielfach spürbar und wird sich bald dramatisch verschärfen. Denn die Schweiz und Bayern beginnen schon damit, österreichische LehrerInnen abzuwerben!“ so Quin an Schmieds Adresse.

Und Quin setzt fort: „Wir brauchen keine Diskussion über die Schulorganisation, sondern eine Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen an den Schulen wie z.B. die tatsächliche Umsetzung der Klassenschülerhöchstzahl 25, die an rund der Hälfte aller AHS-Unterstufenklassen nicht eingehalten wird.“

„Wer wie Schmied SchülerInnen und LehrerInnen vor den Kopf stößt und der „normalen“ Schule Mittel vorenthält, um an ideologischen Prestigeprojekten sündteure Prinzenerziehung zu betreiben, darf sich nicht wundern, wenn – wie kolportiert – die PISA-Ergebnisse schlecht ausfallen. Das hat BM Schmied zu verantworten“, so Scholik und Quin abschließend.

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