Gudrun Pennitz: Der Schlüssel zum Erfolg

Eine gemeinsame Studie der Universitäten Salzburg, Wien und München, bei der 1500 GeschäftsführerInnen größerer Firmen befragt wurden, ist zur Erkenntnis gelangt, dass bei uns der gesellschaftliche Aufstieg aus einem bildungsfernen bzw. finanzschwachen Milieu in eine höhere Schicht durch Leistung und Bildung möglich und durchaus üblich ist. (1)

Es sind Gesamtschulländer, in denen der soziale Aufstieg besonders schwerfällt. In England etwa hängt der Bildungserfolg in extrem hohem Ausmaß vom sozioökonomischen Hintergrund ab. In diesem Gesamtschulstaat herrscht extreme Chancenungleichheit zwischen der breiten Masse der AbsolventInnen staatlicher Gesamtschulen und einer dünnen, sehr reichen Schicht von PrivatschulabsolventInnen, denen zunächst die Türen zu Oxford und Cambridge und in Folge der Weg zu hochdotierten Posten in Verwaltung, Wirtschaft und Politik offenstehen. (2)

Zu verdanken ist der erfreuliche Umstand, dass es in Österreich bisher nicht zu dieser Differenzierung nach der Brieftasche gekommen ist, einem differenzierten Schulwesen, das jedem jungen Menschen Aufstiegschancen bietet, ungeachtet seiner Herkunft.

Angesichts der in unserem Land immer wieder „aufpoppenden“ Gesamtschulphantasien gewisser Kreise stelle ich die provokante Frage: Soll Leistung über beruflichen Erfolg entscheiden oder das elterliche Geldbörsel?

(1) Siehe Hermann Fröschl, Wer schafft es noch nach oben? In: Salzburger Nachrichten vom 14. Jänner 2023, S. 18.

(2) Vgl. Francis Green, Private schools and inequality (2022).

Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.


Ein Gedanke zu “Gudrun Pennitz: Der Schlüssel zum Erfolg

  1. Ich kann diesem Artikel nur zustimmen. Sozialer Aufstieg ist bei uns über Bildung möglich.
    Ich selbst habe es vom Lehrling (Versicherungskaufmann) über das Wiener Abendgymnasium,
    dann Studium (Begabtenstipendium), dann dreijähriger Aufenthalt in Neuseeland (Hochschullehrer) bis zum Landesschulinspektor in Nö. geschafft. Dafür bin ich noch heute
    dankbar.

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