Lehrermangel

Bei der Einführung der neuen LehrerInnenbildung haben es alle Lehrergewerkschaften vorausgesagt: Eine teilweise massive Verlängerung der Ausbildung gepaart mit der Altersstruktur der Kollegenschaft wird zu einem massiven Lehrermangel führen. Die damals verantwortlichen PolitikerInnen interessierte das nicht, und nun ist er eingetreten. „Bereits ein Viertel ohne Studium“, titelte der ORF. Die Personalnot ließe „sich offenbar nur noch mit Lehrpersonen ohne pädagogisches Lehramtsstudium gerade so decken.“ (1)

Den niedrigen Stellenwert von Sozialberufen merkt man an den mangelnden Reaktionen darauf. Stellen Sie sich einmal vor, geschätzte LeserInnen, der Gesundheitsminister würde verkünden, dass ein Viertel der als Ärzte arbeitenden Personen kein Medizinstudium absolviert hat. Unvorstellbar, oder? Aber hier geht es ja „nur“ um unsere Kinder …

Wo bleiben die Maßnahmen, um die Situation zu verbessern? Nur drei, die rasch umsetzbar wären, wenn man nur wollte:

  • Verkürzung der Ausbildungsdauer: mindestens ein Jahr Vollstudium für allgemeine bildungswissenschaftliche Grundlagen für LehrerInnen?! Das könnte man getrost stark verringern. (2)
  • Herabsetzung der Lehrverpflichtung im neuen Lehrerdienstrecht: Immer mehr JunglehrerInnen brennen aus und/oder verlassen den Beruf.
  • Anhebung der Einstiegsbezüge: Das „Attraktivierungspaket“ für BerufsanfängerInnen (3), das bis 8. November in Begutachtung war, sieht vor, die Einstiegsgehälter in allen Bereichen des öffentlichen Dienstes zu erhöhen – mit Ausnahme des Lehrerbereichs.

Wir werden ja sehen, ob die heute verantwortlichen PolitikerInnen verantwortungsvoller agieren als ihre VorgängerInnen.

(1) Lehrermangel: Bereits ein Viertel ohne Studium. In: ORF online vom 7. November 2022.

(2) Siehe Paradoxien. In: QUINtessenzen vom 15. Oktober 2022.

(3) Siehe Höheres Einstiegsgehalt soll öffentlichen Dienst attraktivieren. In: ORF online vom 27. Oktober 2022.

Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.


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