Gudrun Pennitz: Dialog(un)fähigkeit

In einer öffentlichen Resolution verurteilte der GÖD-Vorstand am 28. Februar 2022 den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine aufs Schärfste und verlangte die Rückkehr der russischen Föderation an den Verhandlungstisch.

Seit Jahrzehnten ist die Gewerkschaft Öffentlicher Dienst in Österreich ein wichtiger politischer Faktor, der den Weg des Dialogs und der Verhandlungen mit dem Dienstgeber einem offenen Konflikt vorzieht, wo immer es geht, und so zum Wohlstand unseres Landes beiträgt.

Auch wir AHS-StandesvertreterInnen haben uns immer zum Dialog bekannt, wenn es darum geht, die Interessen und Rechte der KollegInnen gegenüber unserem Dienstgeber, dem BMBWF, zu verteidigen und zu stärken. Solange die Gesprächskanäle offen sind und das Gegenüber bereit ist, Argumente anzuhören und abzuwägen, besteht die Möglichkeit, mit Forderungen durchzudringen. Drohungen und aggressive Anschuldigungen bewirken das Gegenteil.

Die letzten beiden Jahre waren eine harte Bewährungsprobe für alle Seiten. Welche Forderungen stellt man auf, wenn sich die eigene Klientel, von den Wirren einer Pandemie gefordert, so gar nicht einig ist, welche Maßnahmen die richtigen sind? Wie reagiert man als BMBWF auf die Forderungen der Lehrerschaft, wenn man selbst von den Entscheidungen anderer Ministerien abhängig ist?

Das Zauberwort heißt „Dialog“. Wir hören nicht auf, mit unseren GesprächspartnerInnen im BMBWF zu verhandeln und zu diskutieren. Beide Seiten sind dabei hartnäckig, widerborstig, manchmal ungeduldig, aber stets wertschätzend im Umgang miteinander.

Wohin Sturheit, Dialogunfähigkeit und blanke Aggression führen, zeigt uns Putin im Großen gerade vor. Aber selbst hier sind Diplomatie und der Verhandlungstisch die einzig vorstellbaren Wege zu einer Lösung. Alles andere wäre nicht auszudenken.

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5 Gedanken zu “Gudrun Pennitz: Dialog(un)fähigkeit

  1. So sehr ich die Kritik am mörderischen Staatsführer unterschreibe, frage ich mich, wie kann eine Organisation Dialog einfordern, die selber z.B. beim Thema Inklusion nur mit Cancel Culture, Message Control arbeitet, das Thema nur schlecht redet und jeden Dialog darüber verweigert?

    1. @: „wie kann eine Organisation Dialog einfordern“

      Im Text von Koll. Pennitz ist nur von einer Organisation die Rede, die Dialog einfordert, nämlich der GÖD:
      „In einer öffentlichen Resolution verurteilte der GÖD-Vorstand am 28. Februar 2022 den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine aufs Schärfste und verlangte die Rückkehr der russischen Föderation an den Verhandlungstisch.“

      Ein großer Fan der GÖD scheint Koll. Müller also nicht zu sein, wenn er ihr die folgenden Eigenschaften zuschreibt:
      „selber z.B. beim Thema Inklusion nur mit Cancel Culture, Message Control arbeitet, das Thema nur schlecht redet und jeden Dialog darüber verweigert?“

      1. „Fan sein“ ist für mich keine notwendige Kategorie für einen Dialog Hr. Wallner. Ich setze nicht voraus, dass mein Gegenüber ein Fan von Inklusion sein muss, um mich mit ihm oder ihr darüber auseinander zu setzen. Im Gegenteil, unterschiedliche Meinungen ermöglichen mir meine eigenen Scheuklappen zu erkennen.
        Ich bin ja der gleichen Meinung wie Fr. Pennitz, wenn sie die Wichtigkeit eines Dialogs beschreibt. Leider beschreibt sie im Text auch recht ehrlich die Grenzen des Dialogs vom GÖD – den Dienstgeber. Andere Stakeholder im System kommen da leider nicht vor. Es ist mir auch klar, dass die Vertretung von Interessen von Schüler*innen und Eltern nicht zu den Aufgaben einer Gewerkschaft zählen, ein offenerer Dialog mit ihnen würde die Glaubwürdigkeit solcher Statements unterstreichen.

  2. Die Grenzen des Dialogs

    Dieser Beitrag zeigt einmal mehr die erschreckende Naivität
    und Weltfremdheit mancher selbsternannter Meinungsbildner.
    Kein Dialog kann am Machtstreben und an den pathologischen
    Zwangsvorstellungen von despotischen, politischen Führern
    etwas ändern. Das hat die Geschichte uns gelehrt.

    Die einzigen Gegenmittel sind die Stärkung der Abwehrkräfte
    und auch kreative Ideen. Eine solche wäre beispielsweise
    „Banknoten statt Bomben“: Man könnte über die Panzerkolonnen
    der russischen Soldaten Millionen von Euros abwerfen mit der
    Aufforderung zur Selbstbedienung und zum Überlaufen. Dann
    hätte Putin bald keine Soldaten mehr.

    Auch mit dem Corona-Virus ist kein „Dialog“ möglich. Auch
    hier hilft nur eine Stärkung des Immunsystems. Diese wurde
    durch die kreative Idee der Umcodierung von mRNA-Molekülen
    erreicht, was den Virologen hervorragend gelungen ist.

    Natürlich sind Dialoge wichtig, aber man muss auch die
    Grenzen ihrer Wirksamkeit erkennen. Das ist in der Kinder-
    erziehung so und auch in der Schule.

    Mag. Herbert Paukert

    P.S. der Autor betreibt seit zwanzig Jahren die Homepages
    „www.paukert.at“ und „www.schuleplus.at“, wo er kostenlos
    Schülern, Eltern und Lehrern multimediale Lernsoftware für
    fast alle Schulfächer zur Verfügung stellt.

  3. @: „Aber selbst hier sind Diplomatie und der Verhandlungstisch die einzig vorstellbaren Wege zu einer Lösung.“

    Von Theodore Roosevelt ist der Spruch überliefert: „Speak softly and carry a big stick; then you will go far.“
    Ohne „big stick“ (das sind in diesem Fall die Sanktionen) wird es wohl nicht gehen.

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