Herbert Weiß: Wie geht es uns LehrerInnen im Lockdown?

Daran, dass wir LehrerInnen wichtige Informationen für den Schulbetrieb oft erst über die Medien erfahren, haben wir uns leider schon gewöhnen müssen. Nicht zu Unrecht bezeichnet der Vorsitzende der ARGE-LehrerInnen Paul Kimberger es als „Kommunikationsdesaster“ (1), was sich in den letzten Tagen diesbezüglich abgespielt hat.

Schlagworte wie Hybrid-Unterricht, Lernpakete etc. geistern durch die Medien, ohne dass jemand klar sagt, was genau er damit meint und ob und in welcher Form diese für uns LehrerInnen verpflichtend sind. In einer Zeit, in der zur verständlichen Sorge um die Gesundheit noch die Ungewissheit hinzukommt, was der Dienstgeber konkret will, reagieren viele LehrerInnen damit, dass sie sich für ihre SchülerInnen in die Arbeit stürzen. In selbstausbeuterischer Weise widmen sie das ganze Wochenende den Vorbereitungen von „Paketen“, um dann zu erfahren, dass man nie daran gedacht habe, sie zu verlangen. Andere kanalisieren ihren Unmut in Protestschreiben. Viele davon haben auch mich erreicht, und ich werde wohl noch einige Zeit brauchen, sie alle zu beantworten.

Ärger über die Vorgaben der Regierung bzw. die oben genannte „Kommunikationsstrategie“ führt dazu, dass manche auch uns GewerkschafterInnen vorwerfen, wir hätten uns nicht vehement genug für die Kollegenschaft eingesetzt. Andere fordern im Interesse unserer SchülerInnen einen möglichst „normalen“ Schulbetrieb inklusive der sonst üblichen Leistungsfeststellungen, andere wiederum die komplette Schließung der Schulen. Manche freuen sich darüber, dass ihnen die teilweise offenen Formulierungen in ministeriellen Erlässen Spielräume geben. Andere sehen darin eine Abschiebung der Verantwortung.

Wir übernehmen in vielen Fällen die Kommunikation, die eigentlich vom Dienstgeber kommen sollte. Viele Reaktionen beweisen mir, dass die KollegInnen froh sind, von uns umfassend informiert zu werden, auch über die Erfolge, die wir zum Schutz der Gesundheit sowie zur Vermeidung von Doppelbelastungen erzielen konnten.

Ich danke allen KollegInnen für ihren Einsatz. Ich bin überzeugt davon, dass wir gemeinsam auch diese schwierige Situation meistern werden.

(1) Karin Leitner, Lehrergewerkschafter zu Schulen: „Bräuchten klare Regelungen“. In: Tiroler Tageszeitung vom 23. November 2021.

Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.


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