Gudrun Pennitz: Weil wir es wert sind

Auch heuer ist der WeltlehrerInnentag in Österreich recht sang- und klanglos vorübergegangen. Anders als z. B. der Internationale Katzentag (8. August) oder der Tag des Waldes (21. März), der Internationale Tag der Jogginghose oder der Weltknuddeltag (21. Jänner) hat „unser“ Tag (5. Oktober) nicht einmal in den sozialen Medien besonderes Echo gefunden.

Umso mehr Genugtuung empfand ich am Dienstag dieser Woche auf dem 18. Bundeskongress der GÖD. Zwar lief er für uns über 740 Delegierte pandemiebedingt leider nur in digitaler Form ab, doch spitzte ich meine Ohren, als in den offiziellen Reden nicht nur auf die Belastungen im öffentlichen Dienst allgemein, sondern immer wieder explizit auf die besonders wertvolle Rolle von uns LehrerInnen hingewiesen wurde.

Als die Sprache auf die laufenden Gehaltsverhandlungen der GÖD kam und ich vernahm, dass man sich vom Dienstgeber nicht nur lobende Worte, sondern auch Wertschätzung in Form einer ordentlichen Gehaltssteigerung für die Bediensteten erwarte, hätte ich am liebsten laut applaudiert, was ich mir dann aber so allein vor dem Bildschirm doch verkniff.

Wir sind kein Budgetposten!“, hatte der Vorsitzende der GÖD Norbert Schnedl einer Journalistin erklärt, die im Zusammenhang mit den laufenden Verhandlungen gemeint hatte, der öffentliche Dienst wäre es dem Staat schuldig, auf eine Gehaltserhöhung zu verzichten. Wie recht er damit hat! Der öffentliche Dienst besteht aus vielen beherzten Menschen, die das tragfähige Fundament des Staates bilden. In Zeiten von Erschütterungen sind diese Menschen umso wichtiger und auch wertvoller.

Unter den WissenschafterInnen der OECD hat sich die entscheidende Bedeutung der PädagogInnen für die Bildung und darüber hinaus bereits herumgesprochen:

The pandemic-induced school closures have highlighted once more the crucial and irreplaceable role of teachers in education around the world.“ (1)

Nun ist die Politik am Zug. Eine deutlich spürbare Gehaltserhöhung wäre ein schöner Ausdruck für die ehrliche Dankbarkeit der PolitikerInnen für unsere Belastbarkeit und Hingabe.

(1) OECD (Hrsg.), Teaching as a Knowledge Profession (2021), S. 12.

Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.


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