Wir gestalten die Zukunft

Ein für uns alle wohl einzigartiges Schuljahr neigt sich dem Ende zu. Die Pandemie hat uns alle massiv gefordert – LehrerInnen, SchülerInnen, deren Eltern und die MitarbeiterInnen der Schulverwaltung. Vieles ist nicht optimal gelaufen, aber wir alle können stolz sein auf unsere Fähigkeit zur Improvisation. Wir alle haben hoffentlich auch Verständnis dafür, dass in dieser Situation manchmal Fehler begangen werden. Am Ende des Schuljahres können wir wohl alle mit einer gewissen Portion Zufriedenheit und Stolz auf das Geleistete zurückblicken.

Der US-amerikanischen Journalist und Autor Hunter Stockton Thompson war bekannt für seine gründlichen Recherchen. Er fuhr ein Jahr lang mit den kalifornischen Hell‘s Angels, bevor er 1966 sein Buch „Hell‘s Angels: The Strange and Terrible Saga of the Outlaw Motorcycle Gangs“ veröffentlichte. Es wird erzählt, dass sich seine Honorarforderung auf zwölf Dollar pro Wort belief. Aus Jux schickten ihm daraufhin ein paar Studenten zwölf Dollar mit der Bitte, Thompson solle ihnen dafür sein bestes Wort zukommen lassen – und es kam postwendend: „Danke!“

Dem schließe ich mich ohne jede Honorarforderung von ganzem Herzen an. Danke allen SchulpartnerInnen und der in der Schulverwaltung arbeitenden KollegInnen für ihre Arbeit und ihr Engagement trotz vieler widriger Umstände!

Wir LehrerInnen werden dafür in erster Linie von unseren SchülerInnen belohnt. Freiherr von Knigge schrieb 1788 in seinem Band „Über den Umgang mit Menschen“: „Der geringste Dorfschulmeister, wenn er seine Pflicht treulich erfüllt, ist eine wichtigere und nützlichere Person im Staate als der Finanzminister.“ (2) Wir LehrerInnen wirken nämlich über die Biografie unserer SchülerInnen mindestens ein halbes Jahrhundert in die Zukunft. Welcher Berufsstand kann das schon von sich behaupten?

(1) Zit. n. Josef Kraus, Der Lehrer als glücklicher Sisyphos? (10. Juli 2010).

(2) Zit. n. Otto Schöffl, Schule im Wandel (2011), S. 41.

Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.


Ein Gedanke zu “Wir gestalten die Zukunft

  1. @: „Wir LehrerInnen wirken nämlich über die Biografie unserer SchülerInnen mindestens ein halbes Jahrhundert in die Zukunft. Welcher Berufsstand kann das schon von sich behaupten?“

    Die Antwort darauf ist leicht: Die von Koll. Qin (bzw. Freiherr von Knigge) schon zuvor angesprochenen Finanzminister.
    Denn die Schulden, die die uns aufbürden, müssen noch von den Enkelkindern bezahlt werden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.