Gudrun Pennitz: Wie ich die Herbstferien lieben lernte

Schlechtes Timing, könnte man sagen: Heuer gibt es in Österreich erstmals bundesweite echte Herbstferien, und das ausgerechnet in diesem unseligen Corona-Jahr. Wir sind – nicht überraschend – wieder dazu angehalten, brav zu Hause zu bleiben, dort aber keine Feste zu feiern und möglichst gar keine Leute zu treffen. Meine niederländische Cousine hat ihren geplanten Kurztrip zu mir nach Graz ohnehin schon abgeblasen, aus Sorge, als niederländische Virenschleuderin nicht willkommen zu sein.

Ich bin nie eine Verfechterin bundesweiter Herbstferien gewesen, dieser in meinen Augen zu langen Unterbrechung eines gerade erst in die Gänge gekommenen Schuljahres. Einzig die Beschwerden der Elternschaft über den Fleckerlteppich an schulfreien Tagen leuchteten mir irgendwie ein. Doch heuer sehne wahrscheinlich nicht nur ich sie herbei. DirektorInnen, AdministratorInnen und erst recht LehrerInnen haben sich eine Auszeit nach einem extrem anstrengenden Schulbeginn redlich verdient. Hoffentlich sind sie nicht schon so verkühlt vom vielen Lüften der Schulräume, dass sie das Bett hüten müssen!

Ohne euren großen Einsatz, liebe Kolleginnen und Kollegen, wäre der gelungene Start in das Schuljahr 2020/21 nicht möglich gewesen. Das wird offenbar anerkannt, denn die öffentlichen Rufe nach einem neuerlichen „freiwilligen“ Betreuungsdienst an den Schulen blieben diesmal aus. Ferien sind dazu da, Kräfte zu sammeln und Abstand zu gewinnen. Die Herbstferien 2020 bieten uns dazu die Möglichkeit, im wahrsten Sinn des Wortes.

In diesem Sinne: Schöne Herbstferien! Erholt euch gut!

Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.


2 Gedanken zu “Gudrun Pennitz: Wie ich die Herbstferien lieben lernte

  1. Die schulautonomen Tage wurden ursprünglich für LehrerInnenfortbildung und standortspezifische Agenden eingeführt. Immer mehr Schulen und ganze Länder wie Vbg bastelten dann in klarer Verfehlung dieser Intentionen Ferien, die zwei Gruppen bei statistisch häufig schlechtem Herbstwetter besonders entgegenkommen: Menschen, die in Thermen wellnessen und Kurzurlauber, die mit recht knackigem CO2 Fußabdruck in sonnige Gefilde jetten. Wenn man Hygieneprobleme und Kindergeschrei in überfüllten Warmwasserbecken meiden und grün urlauben will, kann man zu beiden Varianten nur den Kopf schütteln und dem Osterferiendienstag und den langen Pfingstferien nachweinen. Abgesehen von dieser für viele falschen Entscheidung lernt man folgendes: wenn man Partikularinteressen („Wir basteln uns mit den schulautonomen Tagen Ferien!“) lange genug nachgibt, findet sich schon mal ein Gesetzgeber, der alles legitimiert.
    Ob unsere SchülerInnen gerade das von uns lernen sollen?

    1. Ich blicke weiter zurück bei der Einführung dieser Tage schaffte man für Elternsprechtage frei gegebene Tage ab und verlegte die Sprechtage an Abende und Nachmittage an Schultagen, das war der 1. Schritt! Aber das ist schon länger her und daher mangelt es an Erinnerung an diese Einführung und dann folgten immer wieder falsche Interpretationen!

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