Gudrun Pennitz: „I war gern lieba a Österreicher“

Mit deftigen Worten hat sich „Addnfahrer“, ein junger bayrischer Kabarettist und YouTuber, dessen schräge, urkomische Sketches seit Jahren für Furore im Netz sorgen, vergangenen Sonntag zu Wort gemeldet. Er macht seiner Empörung darüber Luft, dass die Regierung in Deutschland die Corona-Gefahr viel zu lange unterschätzt habe und mit ihren Maßnahmen hinter dem Nachbarland Österreich hinterherhinke. Gleichzeitig beschwört er seine Mitmenschen, die Gefahr nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Er habe „unfassbaren Respekt“ davor, was dieser „Frontmann in Österreich“ gerade „abziehe“, und resümiert in seiner Tirade wütend: „Frira hot ma‘ g‘sagt, Österreich is 20 Joahr hint‘ noch“, jetzt sei Österreich jedoch 20 Jahre voraus. (1)

In den letzten Tagen hat sich unser Alltags- und Arbeitsleben radikal verändert. Die Menschen halten sich weitgehend an die Aufforderung, zuhause zu bleiben, dort zu arbeiten und reale Sozialkontakte zu minimieren. Nur wenige Verirrte wittern hinter den radikalen Schutzmaßnahmen der Regierung den Versuch, die Bevölkerung einem autoritären Regime zu unterwerfen. „Distance Learning“ heißt für SchülerInnen aller Altersgruppen plötzlich das Zauberwort, das sie oft vor ganz neue Herausforderungen stellt und Nerven und Ausdauer der Lehrkräfte wie Eltern auf eine harte Probe stellt.

All jenen gebührt Dank und Anerkennung, die das „System Schule“ tapfer und mit vollem Einsatz aufrechterhalten: den LehrerInnen, die unermüdlich (und manchen schon zu eifrig) ihren Schützlingen Übungsmaterial auf den virtuellen Tisch legen, den DirektorInnen, die alle Hände voll zu tun haben, den Überblick zwischen behördlichen Vorgaben, organisatorischen Herausforderungen und besorgten Eltern zu wahren, und vor allem auch den LehrervertreterInnen, die sich um die Sorgen und Probleme ihrer KollegInnen kümmern.

Bange stellen sich nicht nur die betroffenen Jugendlichen, die heuer zur Matura antreten wollen, die Frage nach der Zukunft. Wir wissen jedoch alle nicht, wann der Spuk vorbei sein wird. Aber am Ende werden wir auf uns stolz sein können.

(1) Addnfahrer, Aktuelle Lage in Deutschland, 15. März 2020.

Bild: Austrian Flag, Wikimedia Commons.


Ein Gedanke zu “Gudrun Pennitz: „I war gern lieba a Österreicher“

  1. Habe mir „Aktuelle Lage in Deutschland“ von „Addnfahrer“ angeschaut.

    Diese vier Minuten sind ein Beweis für den technischen Fortschritt in unserer Zeit: heutzutage kann man auch im Internet seinen Darm entleeren.

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