Gudrun Pennitz: Anrecht auf Sicherheit

Seit gut einer Woche halte ich den Vorsitz der ÖPU in Händen, und das im wahrsten Sinn des Wortes. Gerhard Riegler hat mir das Staffelholz nicht nur metaphorisch überreicht, sondern für diesen nicht nur ihn bewegenden Anlass ein echtes anfertigen lassen. Er bezeichnet mich in seinem letzten Edit als „eine Garantin dafür, dass die ÖPU auch in Zukunft immer ohne Wenn und Aber auf der Seite des Gymnasiums und seiner LehrerInnen stehen wird“. (1) Das zu sein, verspreche ich im vollen Bewusstsein, dass die Herausforderungen für unsere Schulart in Zukunft noch zunehmen werden.

Aktuelle Vorfälle zeigen uns leider, dass selbst körperliche Gewalt gegenüber Lehrkräften für Österreichs Gesetzgebung und/oder Rechtsprechung nichts so Schlimmes ist. Wie ist das Urteil der zuständigen Richterin des Bundesverwaltungsgerichts sonst zu verstehen, das den Ausschluss des Schülers der HTL Ottakring, der wegen seiner körperlichen Attacke auf einen Lehrer von der Schule flog, für nicht rechtskonform erklärt? Sie sah den Tatbestand der dauerhaften Gefährdung durch den Schüler nicht erfüllt. (2) Wollen wir hoffen, dass dies nicht als Freibrief für tätliche Angriffe auf LehrerInnen in die Annalen eingeht!

Wir LehrerInnen haben ein Anrecht auf Sicherheit! So, wie jeder andere Bürger/jede andere Bürgerin auch! Wie traurig, dass der Dienstgeber darauf vergisst! Wir werden ihn daran erinnern!

(1) Gerhard Riegler, Immer auf der Seite der LehrerInnen. Post auf www.quintessenzen.at vom 7. September 2019.

(2) Siehe Markus Strohmayer und Ute Brühl, Spuck-Video in der HTL Ottakring: Schüler nach Verweis wieder zurück. In: Kurier online vom 6. September 2019.

Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.


Ein Gedanke zu “Gudrun Pennitz: Anrecht auf Sicherheit

  1. Ad: „[Die Richterin] sah den Tatbestand der dauerhaften Gefährdung durch den Schüler nicht erfüllt. Wollen wir hoffen, dass dies nicht als Freibrief für tätliche Angriffe auf LehrerInnen in die Annalen eingeht!“

    Feldkirch – Hundehalter wurde am Landesgericht zuerst wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt, beim zweiten Prozess aber freigesprochen.

    In Lebensgefahr schwebte die 77-jährige Frau vorübergehend nach der Attacke des Hundes „Arad“ am 16. Oktober 2010 in Götzis. Dennoch wurde der von Andreas Mandl verteidigte Hundehalter am Montag am Landesgericht Feldkirch im zweiten Rechtsgang rechtskräftig vom Vorwurf der fahrlässigen Körperverletzung freigesprochen.

    Bei der Attacke des Hundes habe es sich um einen „klassischen Freibiss“ gehandelt, sagte Richter Peter Mück bei der Urteilsbegründung. Das Tier habe zum ersten Mal zugebissen. Es habe sich um keinen Kampfhund gehandelt, sondern um einen Mischlingshund. Dem Hundehalter sei kein Sorgfaltsverstoß vorzuwerfen. Der Hund habe sich von der Leine losgerissen, sei davongerannt und habe die alte Dame angefallen. In Götzis habe kein Leinenzwang bestanden.

    Der Hund biss der Götznerin einen Unterarm durch. Die Pensionistin stürzte auf den Kopf und erlitt dabei eine Gehirnblutung. Sie befand sich nach Angaben ihres Anwalts Martin Rützler vorübergehend in Lebensgefahr und musste in Innsbruck notoperiert werden. Am Vorabend ihres Geburtstages hatte sich die 77-Jährige auf dem Weg zu einem Konzert befunden.

    Kommentar E.W.: Wenn es bei Hunden einen „Freibiss“ gibt, dann kann man Schüler bei der ersten Gewalttat doch nicht schlechter stellen als Hunde, oder?
    Fragt sich nur, mit welchen Argumenten man dann einem Lehrer die „Freiwatsche“ verwehren will?

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