Gerhard Riegler: Immer auf der Seite der LehrerInnen

Mit größtem Respekt vor der Verantwortung habe ich vor 16 Jahren den ÖPU-Vorsitz übernommen und im Rahmen meiner Möglichkeiten versucht, ihr gerecht zu werden. Motiviert haben mich dabei

  • die Überzeugung, dass Bildung zu den größten Schätzen jedes Menschen und jeder Gesellschaft gehört und dass Schulen umso bessere Bildungsstätten sind, je besser ihre Rahmenbedingungen sind, je mehr Freude LehrerInnen an ihrem Beruf empfinden, je mehr Freiheit ihnen geschenkt wird, und
  • das Bewusstsein, welch großen Mehrwert unser staatlich finanziertes vielfältiges Schulwesen und das Gymnasium als ein Element dieser schulgeldfreien Vielfalt gegenüber Ländern darstellen, in denen Menschen, die es sich leisten können, ihre Kinder längst den staatlichen Einheitsschulen entziehen und dafür mehr Schulgeld zahlen, als DurchschnittsbürgerInnen verdienen.
© Manuel Horn

Politik ist unberechenbar und schnelllebig. Gegenübergesessen bin ich in den 16 Jahren fünf Bildungsministerinnen und einem Bildungsminister. Es waren harte Jahre. Politisch geprägt war die Zeit nämlich in erster Linie durch massive Einsparungen. Wir sind der Politik mit Fakten begegnet und haben diese auf www.bildungswissenschaft.at auch allgemein abrufbar gemacht. Die dreiste Behauptung, wir hätten ein teures Schulwesen, ist inzwischen seltener zu hören, die Ressourcen müssen aber erst mehr werden.

Belastet war die Zeit auch durch eine „Schulpolitik“, die LehrerInnen zum Objekt der Diffamierung werden ließ, um der Bevölkerung Sparmaßnahmen auf unsere Kosten leichter verkaufen zu können und sich selbst in die Schlagzeilen zu bringen. Auf die Spitze trieb dies ein Wiener Bürgermeister, der behauptete, schon Dienstag zu Mittag so viele Stunden gearbeitet zu haben wie LehrerInnen in einer ganzen Woche.

Unsere Schulart, das Gymnasium, war in den letzten 16 Jahren wiederholt akut gefährdet. Wir haben mit allem Einsatz um den Erhalt des Gymnasiums gekämpft. Und wohl nicht nur ich bin überzeugt: Der Kampf hat sich gelohnt.

Gestärkt hat mich in all den Jahren, in denen ich an der Spitze der ÖPU stehen durfte, das Vertrauen, das uns nicht nur bei PV-Wahlen, sondern auch in vielen persönlichen Rückmeldungen ausgesprochen wurde. Vielen herzlichen Dank dafür!

Gestern habe ich das Staffelholz an meine Nachfolgerin Gudrun Pennitz übergeben. Ich bin erleichtert, dass sie zu dessen Übernahme bereit war. Gudrun Pennitz verfügt über zehn Jahre Erfahrung im Zentralausschuss, ist für ihren enormen Arbeitseinsatz bekannt und nicht nur für mich Garantin dafür, dass die ÖPU auch in Zukunft immer ohne Wenn und Aber auf der Seite des Gymnasiums und seiner LehrerInnen stehen wird.

Eine letzte Bitte zum Schluss: Schenken Sie Gudrun Pennitz das Vertrauen und die Unterstützung, die Sie mir stets geschenkt haben! Es liegt im Interesse unserer Schulart, es liegt in Ihrem Interesse. Ihnen, unserer neuen Vorsitzenden und unserer Schulart alles Gute!


5 Gedanken zu “Gerhard Riegler: Immer auf der Seite der LehrerInnen

  1. Herzlichen Dank für Deine Arbeit all die Jahre. Größte Wertschätzung für die unbelohnten Mühen in der Interessensvertretung für uns Lehrerkollegen an den Gymnasien. Deine klare Linie war in Jahren politischer Effekthascherei und Kurzsichtigkeit enorm wichtig und hat so manche Fehlentwicklung aufgezeigt, abgemildert oder verhindert. Liebe Grüße vom BG Lienz

  2. Liebr Gerhard,
    auch von meiner Seite höchstes Lob und Anerkennung für deine unglaubliche Arbeitsleistung in den vielen vergangenen Jahren. Allein deine Leseleistung würde wohl für eine volle Beschäftigung gereicht haben, von den vielen Besprechungen, langen Sitzungen und zähen Verhandlungen ganz zu schweigen. Und immer warst du auch nahe bei uns – so hast du, glaube ich, an fast jedem Lehrertag bei uns teilgenommen und warst immer ansprechbar in vielen Belangen.
    Wie kaum ein/e andere/r hast du für das Gymnasium dein Herzblut in Wallung gebracht, und ich denke, du hast auch viel für diesen Schultyp und für uns alle, die wir auf diesem Feld arbeiten, erreicht. Und auch davon bin ich überzeugt, du warst ein guter Lehrer für deine Schülerinnen und Schüler.
    Für deinen neuen Lebensabschnitt – ein „Ruhestand“ wird es gewiss nicht werden – wünsche ich dir, dass du dir vieles von dem noch erfüllen kannst, was du in den letzten Jahren sicherlich gern gemacht hättest, was du aber der Arbeit für unseren Schultyp und für uns Lehrpersonen hintangestellt hast. Dazu stabile Gesundheit und viele frohe Stunden mit lieben Menschen.
    Johann Waser, Dir. BG/WRG Linz, Körnerstraße

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