Herbert Weiß: Gemeinsam erfolgreich

Obwohl seit der Veröffentlichung der Mitgliederzahlen des ÖGB für das Jahr 2018 nun schon etliche Tage vergangen sind, gehen mir einige Gedanken dazu nach wie vor nicht aus dem Kopf.

Einerseits erfüllen mich die neue Rekordstände erreichenden Mitgliederzahlen der GÖD und insbesondere der AHS-Gewerkschaft mit Freude, Stolz und Dankbarkeit. Sie sind für mich ein Beweis dafür, dass wir mit unserer Arbeit im Sinn unserer KollegInnen in deren Augen richtig lagen. Dankbar bin ich für die Arbeit zahlreicher KollegInnen, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten auf verschiedensten Ebenen zu diesem Erfolg beigetragen haben.

Ich sehe diese Zahlen aber auch als Auftrag für die Zukunft. Wir alle werden auch weiterhin im Sinn unserer KollegInnen für die Verbesserung unseres Arbeitsumfeldes unser Bestes geben. Wir werden uns dabei nicht von ZwischenruferInnen irritieren lassen, die nicht die Interessen unserer KollegInnen vertreten, sondern ihre Ideologien durchsetzen oder kurzfristige Effekthascherei betreiben wollen. Wichtig sind uns bei unserer Arbeit Rückmeldungen aus dem Kreis unserer KollegInnen. Solche erreichen mich übrigens in großer Zahl. Sie bestärken mich in der oben beschriebenen Einschätzung unserer Arbeit bzw. der unserer VorgängerInnen.

Andererseits erfüllen mich die Entwicklungen rund um die Mitgliederzahlen anderer Gewerkschaften bzw. unser Ruf in der Öffentlichkeit mit Sorge. Im internationalen Vergleich stehen wir mit dem uns geschenkten Vertrauen zwar sehr gut da, trotzdem gelingt es ArbeitgeberInnen, Medien etc. aber, der Bevölkerung durch das Bedienen alter Klischees den Eindruck zu vermitteln, die Arbeit von Interessenvertretungen sei nicht in deren Interesse. Dabei ist es egal, ob es sich um BetriebsrätInnen, PersonalvertreterInnen oder GewerkschafterInnen handelt.

Manche Menschen glauben der Propaganda und sehen die oben genannten Personen als KämpferInnen für Privilegien Einzelner auf Kosten aller anderen. Sie vergessen dabei völlig, dass wir kein Interesse an der Verschlechterung der Arbeitssituation anderer haben. Was hätten z. B. wir AHS-GewerkschafterInnen davon, wenn wir gegen die Interessen der SchülerInnen und Eltern agieren und uns somit das Vertrauen derer rauben, denen unser berufliches Wirken gilt? Maßnahmen, die auf Kosten der SchülerInnen gehen, würden sie ja aus unseren Schulen vertreiben.

Bestürzt bin ich, wenn ich beobachte, wie es Konzernen gelingt, ArbeitnehmerInnen gegeneinander auszuspielen und sie dadurch zu schwächen. Durch die Untergliederung in Teilkonzerne nimmt man ihnen z. B. die Vertretungsrechte, die sie in größeren Betrieben hätten, und macht sie gleichzeitig zu KonkurrentInnen, die darum kämpfen müssen, anderen ihr Geschäft wegzunehmen. Traurig ist für mich, dass manche der Propaganda aufsitzen und sich, statt sich mit anderen zu solidarisieren, darüber freuen, dass man anderen vermeintliche „Privilegien“ wegnimmt.

Setzen wir uns weiterhin gemeinsam für die Rechte von ArbeitnehmerInnen ein, glauben wir nicht alles, was man uns über die Medien vorgaukelt, und überzeugen wir unsere Dienstgeber davon, dass zufriedenere MitarbeiterInnen auch bessere Ergebnisse bringen, von denen am Ende alle profitieren!

Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.


Ein Gedanke zu “Herbert Weiß: Gemeinsam erfolgreich

  1. Das Problem ist, dass die Gewerkschaft „die Arbeit und das Arbeiten“ nur allzu oft als negativ punziert. Noch weniger Wochenstunden, noch mehr Feiertage („unheilige Allianz“ zwischen Gewerkschaft und Kirche). Arbeitnehmerrechte und deren Vertretung sind wichtig, aber ich will nicht weniger arbeiten, sondern fair entlohnt und gerecht behandelt werden. Da dem großteils so ist und mir meine Arbeit große Freude bereitet, frage ich mich, warum ich von der GÖD nichts gegen die auch pädagogisch sinnlosen Herbstferien gehört habe???????????????????????????

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