Gerhard Riegler: Mut zur eigenen Meinung

Wir haben Stadtteile in Linz oder Wien, da hat man das Gefühl, dass sich die Österreicher bemühen müssen, dort integriert zu werden. Wenn man hier nicht hinschaut, kann das zu einem großen Problem werden. Wenn wir unsere Kultur und unsere Werte vermitteln wollen, müssen wir intensiv daran arbeiten.“ (1)

Die Schwachen zu fördern ist ein wichtiges Ziel der Schule. Genauso wesentlich ist es aber auch, Leistungsstarke zu unterstützen. Auch die haben ein Recht auf individuelle, autonome Förderung.“ (2)

Die vermehrte Förderung darf weder an der zur Verfügung stehenden Zeit noch an fehlenden Ressourcen scheitern – auch nicht am Geld.“ (3)

Zum Wohl der Kinder braucht es auch in Zukunft unterschiedliche schulische Angebote, die Wahlmöglichkeit sollte erhalten bleiben. Dann kann jedes Kind in seiner Entwicklung optimal gefördert werden.“ (4)

Die Sonderschullehrer haben Qualitäten und Kenntnisse, die nicht jede Lehrerin bzw. jeder Lehrer haben kann. Auch in der Medizin ist es so, dass selbst hervorragende Allgemeinmediziner die Fachärzte nicht ersetzen können.“ (5)

Wir müssen dem Schüler Orientierung geben und Grenzen setzen und auch Strafen gehören letztlich dazu – man ist ja auch dem Polizisten nicht böse, wenn man einen Strafzettel fürs Schnellfahren bekommt.“ (6)

Natürlich soll Lernen Freude machen. Aber zwischen Freude und Spaß ist ein Unterschied. Es kann auch Freude machen, sich zu überwinden und nicht jeder Anstrengung auszuweichen.“ (7)

Kluge Leute, die immer besser wissen, wie Schule funktioniert, gibt es viele. Es liegt in unserer Verantwortung, dass wir uns in Zukunft noch lauter und intensiver in unsere Angelegenheiten mischen und Forderungen von inkompetenten Zurufern autonom an uns vorbeigehen lassen.“ (8)

Das Wichtigste ist, dass endlich mit dem Lehrer-Bashing Schluss gemacht wird. Das immer wieder erleben zu müssen, tut den Lehrern unheimlich weh.“ (9)

Es kann nicht funktionieren, etwas gegen die Gewerkschaft, sprich etwas gegen die eigenen Bediensteten zu tun. Wer Menschen führen will, muss hinter ihnen stehen.“ (10)

Alle diese Aussagen stammen aus dem Mund bzw. der Feder von HR Fritz Enzenhofer, der nach 17 Jahren als amtsführender Präsident des Landesschulrats für Oberösterreich im Sommer in den Ruhestand treten wird.

Wir verdanken es u. a. Persönlichkeiten wie Fritz Enzenhofer, dass Österreichs Schulwesen im Lauf des letzten Jahrzehnts nicht noch größeren Schaden durch die ideologiegesteuerte Politik genommen hat. Unsere Schule braucht auch in Zukunft Menschen, die nicht nur zu ihrer aus der Praxisnähe stammenden Meinung stehen, sondern sich auch öffentlich zu ihr bekennen – auch und gerade dann, wenn es Mut erfordert, weil die Wahrheit nicht dem politischen Mainstream entspricht.

(1) Julia Neuhauser, Enzenhofer: „Schüler sollen in der Pause Deutsch sprechen“. In: Presse online vom 27. Jänner 2015.

(2) Das Schulblatt vom September 2017, S. 5.

(3) Zusätzliche Ressourcen für die Volksschulen! Landeskorrespondenz Nr. 19 vom 28. Jänner 2013.

(4) Das Schulblatt vom September 2017, S. 4.

(5) Das Schulblatt vom Juli 2017, S. 13.

(6) Neues Volksblatt vom 24. November 2011.

(7) Das Schulblatt vom September 2016, S. 5.

(8) Das Schulblatt vom September 2017, S. 5.

(9) Anneliese Edlinger, „Besonders engagierte Lehrer sollten Prämien bekommen“. In: Oberösterreichische Nachrichten online vom 5. Mai 2014.

(10) Josef Ertl, „Die Einstellung bringt den Erfolg“. In: Kurier online vom 24. Juli 2016.

Bild von der Website des Landes Oberösterreich.


4 Gedanken zu “Gerhard Riegler: Mut zur eigenen Meinung

  1. Wie man an den Zitaten und Taten merkt, hat Präsident Fritz Enzenhofer neben der oberösterreichischen Schullandschaft auch immer die bundesweite Bildungspolitik im Fokus gehabt. Nach den Erfordernissen der Schulen hier und jetzt, mit den Blick auf das Ganze und in die Zukunft, zu handeln, das müssen Bildungsverantwortliche können. Danke Fritz Enzenhofer!

    1. Genau das hätte ich auch gerne gewusst. Solche für die Medien und Feierreden bestimmte Testimonials kommen leicht und schnell von den Lippen. Kaum jemand wird gegen das, was hier so allgemein proklamiert wird, etwas einzuwenden haben.
      Allein, es kommt immer darauf an, wie man die Wörter versteht und wie man die Prinzipien umsetzt. Im Übrigen unterliegt Herr Enzenhofer einem großen Fehler, wenn er Lehrerschaft und Lehrer-Gewerkschaft gleichsetzt. So ist es keines.

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