Erfolg hat eine Mutter

Trotz aller Unkenrufe und trotz des Schlechtredens Österreichs ist die Zweite Republik eine Erfolgsgeschichte. Unsere Heimat gehört zu den reichsten Ländern der Welt. „Dieser Erfolg hat viele Väter und sicher auch eine Mutter: die österreichische Sozialpartnerschaft“, schrieb der langjährige Leiter des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung (Wifo) 2014 in der „Presse“. (1)

Österreich ist bisher ein Land intensiver Sozialpartnerschaft. Sie nützt ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen, wie eine Wifo-Studie eindrucksvoll belegt:

Das Wachstum 2008/12 lag in der Gruppe mit intensiver Sozialpartnerschaft bei +0,3 Prozent, in der mit geringem Einfluss bei -0,8 Prozent, das ergibt einen „Wachstumsbonus“ der Sozialpartnerschaft von über einem Prozentpunkt. Bei geringem Einfluss der Sozialpartner liegt die Wirtschaftsleistung noch immer um vier Prozent unter dem Vorkrisen-Output.

Die Arbeitslosigkeit liegt bei 5,4 Prozent in der Gruppe der Länder mit hohem gegenüber 7,8 Prozent in der Gruppe mir [sic!] geringerem Einfluss der Sozialpartner. Noch größer ist die Differenz bei der Jugendarbeitslosigkeit.

Die Top-20-Prozent der Einkommensbezieher haben bei intensiver Sozialpartnerschaft ein 3,8-mal höheres Einkommen als die Niedrigeinkommensbezieher, in der Gruppe mit geringem Einfluss der Sozialpartner 5,3-mal so viel.“ (2)

Alle, die jetzt die Sozialpartnerschaft zu Grabe tragen oder schwächen wollen, haben anscheinend aus der Geschichte nichts gelernt, das System nicht verstanden oder äußerst egoistische Motive. Es ist ein historischer Erfolg, um den wir international beneidet werden und der Österreich einen großen Wettbewerbsvorteil bringt, dass Interessenskonflikte nicht auf der Straße, sondern am Verhandlungstisch ausgetragen werden. Der GÖD-Vorsitzende Dr. Norbert Schnedl hat in einer Videobotschaft klar Position dazu bezogen.

Die Politik wäre gut beraten, das Erfolgskonzept der Zweiten Republik nicht leichtfertig über Bord zu werfen und in eine neue Dritte einzutreten, die dann wohl mehr der Ersten gleichen würde. Wohin diese geführt hat, wissen wir …

(1) Karl Aiginger, Zehn Thesen zur Sozialpartnerschaft. In: Presse online vom 3. April 2014.

(2) a.a.O.

Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.


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