Gerhard Riegler: Abschied und Neubeginn

Dreifacher Vater Gernot Schreyer wurde zum Chef des Bundeselternverbands gekürt.“ (1)

Diese Meldung landete am Dienstagabend auf meinem Bildschirm und ließ mich innehalten. Sie kam für mich keineswegs überraschend, und doch bedeutet sie für mich eine Zäsur, die das Tagesgeschäft in seiner Bedeutung relativiert und den Blick aufs Ganze richtet. Und dieser Blick gibt Mut und Zuversicht.

There are No Endings Just New Beginnings words on sticky notes f

Nach jahrelanger Ausübung seiner Funktion hat Ing. Theodor Saverschel, MBA, als Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen das Staffelholz weitergegeben. Als wäre es gestern gewesen, sehe ich mich bei den ersten Gesprächen mit Theo Saverschel, sehe einen hochmotivierten und alles andere als bequemen obersten Elternvertreter, der sehr kritisch und mit Nachdruck fordernd auftrat. Was uns einte, war das Bewusstsein um die Bedeutung der Schule, um das Recht eines jeden Kindes, Schule unter bestmöglichen Rahmenbedingungen erleben zu dürfen, und um den Anspruch der Eltern, ihr Kind in der Schule in besten Händen wissen zu wollen. Was uns außerdem einte, war der gegenseitige Respekt.

Aus unseren unterschiedlichen Blickwinkeln die Realität durchaus unterschiedlich wahrnehmend hat uns der Wille, Dinge zu bewegen, sehr schnell zu intensiv miteinander kommunizierenden Partnern werden lassen. Theo Saverschels Zielorientierung, sein Mut, Dinge zu riskieren, und unser Vertrauen in das Engagement und die Handschlagqualität des jeweils anderen haben ein Projekt, das wir Schulpartner schon seit Jahren als Vision verfolgten, ans Ziel gebracht: die Schaffung des B-SGA.

Schüler-, Eltern- und Lehrervertreter haben am Donnerstag ein neues Gremium gegründet, das das Unterrichtsministerium in bundesweit relevanten Fragen beraten will. Der neue „Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss“ (B-SGA) soll den Schulpartnern mehr Einfluss auf bildungspolitische Entscheidungen bringen“, war vor inzwischen fast drei Jahren in den Medien zu lesen. (2)

Seit damals treffen einander die gewählten RepräsentantInnen der Eltern, SchülerInnen und LehrerInnen zu regelmäßigen mehrstündigen Sitzungen, in denen Austausch gepflegt und nach Wegen gesucht wird, schulpolitische Entscheidungen im Sinne derer zu beeinflussen, die Schule ausmachen und die der Schulpolitik Mittelpunkt ihrer Überlegungen sein sollten:

  • der jungen Menschen, die eine einmalige und für sie entscheidende Phase ihres Lebens durchlaufen,
  • ihrer Eltern, um deren Wichtigstes, nämlich ihre Kinder, es dabei geht, und
  • der LehrerInnen, der Fachleute des Schulwesens, deren Händen die jungen Menschen anvertraut werden.

Als wollte die Bundesregierung uns beweisen, wie wichtig und unverzichtbar unser schulpartnerschaftliches Miteinander ist, hat sie sich in den letzten Jahren immer weiter von ihrer Aufgabe entfernt, für die Menschen und im Sinne derer, von denen sie gewählt wurde, zu wirken. Die auch schon jenseits der österreichischen Grenzen nur mehr für ungläubiges Kopfschütteln sorgende Absicht, Gymnasien gegen den Willen der Betroffenen zuzusperren und durch gemeinsame Schulen der 6- bis 14-Jährigen zu ersetzen, würde diesen Schulterschluss zum Schutz unseres hochwertigen Schulwesens schmerzlich vermissen lassen, wäre er uns nicht schon lange gelungen.

Es passiert vor Ort in den Schulen unheimlich viel Positives. Aber es mangelt an Ressourcen.“ (3) Mit dieser Einschätzung spricht mir Gernot Schreyer, Theo Saverschels Nachfolger als oberster Elternvertreter aller AHS und BMHS, aus dem Herzen.

Vielen Dank, lieber Theo, für deinen in so stürmischen Jahren ungemein wichtigen Beitrag zum Gelingen der österreichischen Schule und dein Vermächtnis, den B-SGA! Lieber Gernot Schreyer, auf ein intensives und erfolgreiches Miteinander für eine Schule, die unseren Einsatz braucht und verdient!

(1) Rosa Schmidt-Vierthaler, Salzburger spricht künftig für Eltern. In: Presse online vom 26. Jänner 2016.

(2) Schüler, Eltern und Lehrer gründen bundesweite Vertretungsorganisation. In: Standard online vom 22. Februar 2013.

(3) Salzburger spricht künftig für Eltern.

Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.

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