Eine marxistisch-antikapitalistische Verschwörung

Armin Wolf kritisierte mich gestern auf „Twitter“ wegen meiner Zweifel am „Bildungskonzept“ der Industriellenvereinigung. Wörtlich zwitscherte er: „Polemischer als der Chef der AHS-Lehrergewerkschaft kann man das IV-Schulkonzept wohl kaum mehr kommentieren: https://quinecke.wordpress.com/2014/11/22/des-grosschneiders-revolution/“.

Das wäre ja noch nicht bemerkenswert, denn in meiner Funktion bin ich sehr oft der Kritik aller möglichen Personen, Parteien und Institutionen ausgesetzt. Wirklich erheitert haben mich allerdings folgende Kommentare:

141122 Armin Wolf IV-Konzept anonym

Ich bin enttarnt und meine MitverschwörerInnen auch! Es gibt sogar einen Verein, die „Gesellschaft für Bildung und Wissen e.V.“, die solch revolutionäres Gedankengut ausbrütet und der auch Gerhard Riegler und ich angehören – ein ebensolcher Revolutionär, wie er im Ö1-Journal-Panorama bewiesen hat. Und wenn man sich Vorstand und Beirat obiger Gesellschaft ansieht, kann man wirklich nur feststellen: ein Ableger der „Roten Armee Fraktion“ mit Universitäts-„TerroristInnen“ wie Liessmann, Reichenbach, Klein, Burchardt, Frost, Ladenthin, Dollase, Rödler, Nida-Rümelin, Krautz, Hackl, Meyerhöfer und vielen anderen mehr.

Jetzt ist jedoch die Weltrevolution bedroht, denn Armin Wolf hat die marxistisch-antikapitalistische Verschwörung aufgedeckt …


6 Gedanken zu “Eine marxistisch-antikapitalistische Verschwörung

  1. Armin Wolf ist – so wie Gunkel – Experte für eigentlich eh alles. Nur das letzterer dies als Kabarettist ironisch verstanden wissen will.
    Lieber Eckehart Quinn, ein herrlicher Blogeintrag! Ich habe mich köstlichst amüsiert, eine schöne Antwort auf den kuriosen Ausritt von Martin Stifter.

  2. Ich muss Armin Wolf leider recht geben. Man merkt dem Text deutlich an, dass er für den Wahlkampf geschrieben wurde. Es ist „preaching to the converted“ und kaum geeignet die berechtigte Kritik am IV „Konzept“ nach außen zu kommunizieren. Ich lese aus Wolfs Kommentar auch keine Zustimmung mit dem IV heraus. Was sich aber wieder deutlich zeigt: mit einem mutigen Eintreten für eine sinnvolle Ganztagsschule könnte sich die Gewerkschaft viel Gehör für die wirklich wichtigen Anliegen verschaffen, anstatt immer wieder (vielleicht zu Unrecht) auf einer unhaltbaren Position festgenagelt zu werden.

    Anmerkung Quin: Wenn ich polemisch bin, was ist dann Armin Wolf, wenn er mich als „marxistischen Antikapitalisten“ bezeichnet?
    Die Aufforderung an die Gewerkschaft, sie möge sich „für eine sinnvolle Ganztagsschule“ einsetzen, entspringt entweder einer fundamentalen Unkenntnis und/oder ist ebenfalls pure Polemik.
    Am letzten Bundestag der AHS-Gewerkschaft, dem höchsten beschlussfassenden Gremium, das alle fünf Jahre tagt, wurde 2011 von den rund 100 Delegierten folgender Antrag einhellig angenommen (eine Stimmenthaltung):
    „Wir fordern den Ausbau ganztägiger Schulformen auf freiwilliger Basis unter strikter Berücksichtigung qualitativ hochwertiger Rahmenbedingungen für Schüler/innen und Lehrer/innen.“
    Danach gab es noch eine Reihe weiterer Beschlüsse zu diesem Thema, zuletzt am 25. April 2014 auf der erweiterten Bundesleitungssitzung der AHS-Gewerkschaft. Folgender „marxistisch-antikapitalistischer“ FCG-Antrag wurde von den rund 50 Delegierten einstimmig angenommen:
    „Für einen Ausbau ganztägiger Schulformen müssen die baulichen Voraussetzungen geschaffen werden (z. B. geeignete Arbeitsplätze für LehrerInnen und SchülerInnen, Freizeiträume, Küchen, Speisesäle…). Die derzeitige Ausstattung von Schulgebäuden entspricht an den meisten Standorten nicht annähernd den Anforderungen ganztägiger Schulformen und ist daher weder SchülerInnen noch LehrerInnen zuzumuten.“

    1. Eckehard Quin ist Lehrer und als solcher Bildungsexperte gewissermaßen. Vor allem aber ist er Politiker. Noch Fragen?

      Anmerkung Quin: Und wie du weißt, lieber Jörg, ein marxistischer Antikapitalist noch dazu 😉

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