Brief ans Christkind

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Im vorigen Jahr hat dir mein Freund und Kollege Gerhard Riegler ein Briefchen geschrieben. (1) Vielleicht hast du es nicht erhalten, denn die meisten seiner Wünsche sind unerfüllt geblieben. Heuer möchte ich es versuchen:

  • Schenke der neuen Unterrichtsministerin die Erkenntnis, dass der Idealismus der LehrerInnen die unverzichtbare Basis für gelingenden Unterricht ist!
  • Gib der neuen Unterrichtsministerin die Einsicht, dass Lehrer-Bashing diesen Idealismus nachhaltig gefährdet!
  • Schenke noch mehr ParlamentarierInnen den Mut, ihrem Gewissen zu folgen und dem Klubzwang dort zu widerstehen, wo durch einen Gesetzesantrag der „Bildungsrepublik“ Österreich nachhaltiger Schaden zugefügt wird! Hoffentlich bringen die steirischen ÖVP-Abgeordneten Werner Amon, Beatrix Karl, Fritz Grillitsch und Bernd Schönegger, die nicht für das neue Lehrerdienstrecht gestimmt haben, ihre KollegInnen dazu, ihr Tun und ihr Selbstverständnis als ParlamentarierInnen kritisch zu reflektieren.
  • Gib noch mehr HerausgeberInnen die Courage, den Verlockungen millionenschwerer Regierungsinserate und „Medienkooperationen“ zu widerstehen!
  • Schenke dem Wirtschaftsminister und der Frauenministerin die Weitsicht, Wissenschaft und Unterricht nicht als lästige Anhängsel ihrer Ressorts zu behandeln!
  • Verleihe der neuen Unterrichtsministerin die Redlichkeit, Arbeitszeiterhöhung, Lohnkürzung, Downgrading bei den Anstellungserfordernissen, fachfremden Unterricht etc. der Öffentlichkeit nicht länger als „Entlastung“ der LehrerInnen und „Qualitätsgewinn“ für die SchülerInnen verkaufen zu wollen!
  • Erhalte den Eltern die Einsicht, dass ein derartiger Anschlag auf das öffentliche Bildungswesen künftige Eltern dazu zwingen wird, für eine qualitativ hochwertige Bildung ihrer Kinder sehr tief in die Tasche zu greifen!
  • Schenke möglichst vielen Menschen in Österreich den Mut, die Bürgerinitiative gegen das eben beschlossene und für ein modernes, attraktives und leistungsorientiertes Lehrerdienstrecht zu unterstützen! (2)
  • Gib uns allen die Kraft und die Ausdauer, zukunftsgefährdende Gesetze so lange gemeinsam zu bekämpfen, bis sie ihren wohlverdienten Platz auf der Müllhalde der Geschichte gefunden haben!

Liebes Christkind, die wichtigste Bitte zuletzt:

  • Gib uns trotz des von manchen PolitikerInnen und JournalistInnen betriebenen, unerträglichen Lehrer-Bashings auch 2014 den Enthusiasmus, der Schule erst mit Leben erfüllt! Unsere SchülerInnen werden es dir danken.

(1) Gerhard Riegler, Brief ans Christkind. Post vom 22. Dezember 2013.

(2) Sobald diese auf der Parlamentswebsite online unterstützt werden kann, werde ich darüber informieren.

Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.


8 Gedanken zu “Brief ans Christkind

  1. Danke Eckehard! Mögen doch wenigstens einige deiner Wünsche erfüllt werden. Ich schicke jedenfalls deinen Brief gleichlautend sofort auch an das Christkind …
    Frohe und erholsame Festtage!

  2. Ich wünsche mir vom Chriskind, dass weniger reagiert, sondern mehr agiert wird:
    Vergleicht man die Studien, müsste man die Verkürzung der Volksschule um 1 bis 2 Jahre fordern.
    Würde man seriös forschen, müsste man Eltern motivieren, selbst ihre Kinder zu erziehen, denn diese Kinder sind in der Regel erfolgreicher.
    Und es wäre ein großes Ziel zu mehr Solidarität einzuladen, dass zum Beispiel Eltern während der Ferien sich gegenseitig helfen und die Freunde ihrer Kinder einladen – das ist sehr viel lustiger und viel billiger als staatliche Ferienaufbewahrungsstätten…

  3. Am 29. November habe ich untenstehendes Mail an zahlreiche ÖVP-Politiker geschickt. Ein Monat später spricht man zwar nicht mehr vom Rumpfgymnasium, aber dafür kam es viel dicker. Die Conclusio hat sich bestätigt: Frei nach Lenin. „Nützliche Idioten“
    Das Mail vom 29.11.:
    Rumpfgymnasium?
    So von der ÖVP verraten zu werden, ist eine Riesen-Enttäuschung.
    Zuerst die gemeinsame Lehrerausbildung.
    Dann das Lehrerdienstrecht.
    Nun das Rumpfgymnasium.
    Unterwürfigkeit (und sei es dem vermeintlichen Zeitgeist gegenüber) hat sich noch nie bezahlt gemacht. Der Kuhhandel geht nicht auf.
    Das ist nur mehr peinlich.
    Oder wie hat Lenin gesagt: „Nützliche Idioten“
    Sehr, sehr entäuscht.
    MMag. Peter Trenker

  4. Liebes Christkind!
    …….gib den oben angeführten Abgeordneten den Mut, bei Abstimmungen nicht nur den Saal zu verlassen, sondern die Kraft auch gegen ein Gesetz zu stimmen, das sie für nicht gut halten………….

  5. Austria, quo vadis?
    Glaubt die Regierung allen Ernstes, diese Änderungen VERBESSERN die Bildungslevels, die Chancen für Studium/EU-Jobs/
    ist dies TALENTEFÖRDERUNG?
    Bitte, WO NOCH sind alle diese „Visionen“ bereits „erfolgreich“ umgesetzt? Dieses Modell-Land würde ich gerne sehen……

  6. Lieber Eckehard Quin, wie dir sicher bekannt ist, existiert bereits eine solche Bürgerinitiative, die schon länger auf der Parlamentswebiste unterstützt werden kann:
    http://www.parlament.gv.at/PAKT/BB/

    Anmerkung Quin: Eine solche Bürgerinitiative existiert nicht. Die existierende möchte eine Aufschiebung der Beschlussfassung im Nationalrat erreichen, was nicht möglich ist, weil das neue Dienstrecht bereits beschlossen worden ist.

  7. Schöne Weihnachten wünscht trotz allem Ärger Alfred Schirlbauer Anbei ein kleiner Text, den ich an die PRESSE geschickt habe. Chance auf Veröffentlichung ziemlich niedrig.

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