Gerhard Riegler: Auf Wiedersehen am Ballhausplatz!

„Das ist eine gute Idee, dann hat er einen sicheren Job“, hörte ich kürzlich in der U-Bahn. Zwei Männer unterhielten sich über die Zukunft ihrer Kinder. Jobsicherheit ist gerade in Krisenzeiten ein wichtiger Aspekt bei der Berufswahl.

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Der junge Mann, von dem die Rede war, hatte die Ausbildung zum Automechaniker gewählt. Nicht betroffen wird er also von der miesen Propaganda hinter der „Argumentation“ der Noch-Beamten- und Fast-schon-Unterrichtsministerin sein. Heinisch-Hosek glaubt ja, die Forderungen der GÖD nach einem fairen Gehaltsabschluss im öffentlichen Dienst in ihrer schnoddrigen Art zurückweisen zu können, weil wir öffentlich Bediensteten ja einen „sicheren Job“ hätten. Dass für Krankenpflegepersonal, PolizistInnen und LehrerInnen Wohnungs-, Energie- und Lebensmittelpreise genauso steigen wie für jeden Automechaniker, scheint Heinisch-Hosek noch verschlossen geblieben zu sein. Kein seriöser Arbeitgebervertreter käme auf die abstruse Idee, einem Automechaniker eine faire Lohnerhöhung mit dem Argument zu verweigern, er habe einen sicheren Arbeitsplatz.

Ein tüchtiger Mechaniker ist überdies in der glücklichen Lage, sich einen neuen Arbeitgeber suchen zu können, sollte die Geschäftsleitung seiner derzeitigen Firma den zweiten wichtigen Aspekt neben der monetären Anerkennung, die Wertschätzung, vernachlässigen. Keine Krankenschwester, kein Polizist, keine Lehrerin hat diese Möglichkeit. Wir haben uns einem Monopolarbeitgeber ausgeliefert, der in Person der Noch-Beamtenministerin Heinisch-Hosek nicht bereit ist, uns die gebührende Anerkennung für unsere Arbeit entgegenzubringen, weder im ideellen noch im monetären Bereich.

Österreichs Bevölkerung anerkennt die Leistungen, die der öffentliche Dienst für unsere Gesellschaft erbringt, in einem erfreulich hohen Ausmaß: „Die Arbeit der Polizei, des Schulsystems und der Justiz beurteilen die Österreicher deutlich besser als die Bürger in den übrigen OECD-Ländern“, räumt auch der „Standard“ ein. (1)

Im ideellen Bereich werden wir die uns gebührende Wertschätzung bis auf Weiteres von unserem Dienstgeber nicht erfahren. Was den finanziellen Teil der Wertschätzung betrifft, wird es kommenden Mittwoch ein klares Signal geben: Wir bestehen auf die gebührende „Wertschätzung“, weil wir sie uns durch unsere Leistungen für die Öffentlichkeit mehr als verdienen. Dass Österreich in die Top 10 der weltweit wohlhabendsten Staaten aufgestiegen ist, hat dieses Land nicht zuletzt einem leistungsstarken öffentlichen Dienst zu verdanken. Öffentlich Bedienstete haben sich ein Einkommen verdient, das sie am Wohlstand teilhaben lässt.

Setzen wir gemeinsam mit allen KollegInnen des öffentlichen Dienstes ein Signal, das für die Regierung unüberhörbar ist: Auf Wiedersehen am Mittwoch am Ballhausplatz!

(1) András Szigetvari, Staatsapparate durchleuchtet: Von wegen nur faule Beamte. In: Standard online vom 15. November 2013.

Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.


3 Gedanken zu “Gerhard Riegler: Auf Wiedersehen am Ballhausplatz!

  1. Vor dem Mittwoch gibt es einen Montag -Treffpunkt 17:30 Uni-Rampe:
    Demonstration für ein faires, demokratisches LehrerInnendienstrecht ohne Arbeitszeiterhöhung und gegen die Zustimmung der neu gewählten NR-Abgeordneten am 17.12. zum Sparpaket der alten Regierung.
    Glück auf – bitte weitersagen + selber kommen!
    Reinhart Sellner

    1. Das Argument des sicheren Arbeitsplatzes ist ein scheinbares ! Wenn ich als Beamter (Lehrer) meine Arbeitspflicht nicht erfülle , kann ich genauso
      entlassen werden , wie „gewöhnliche“ Arbeitnehmer ! Kann also kein Argument für Gehaltsverhandlungen sein !
      Mag. Kurt Smrcka

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