Yes, we can!

Besser wäre für jeden Einzelnen, statt sich mit qualitativ schlechten Kettenmails zu beschäftigen, den Inhalt des neuen Dienstrechtes genau zu lesen. So wird dann sichergestellt, dass nicht so viele unwissende PädagogInnen so viel Unsinn verbreiten.

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Wären diese Zeilen aus der Feder eines Mitbürgers, der sich via „Heute“, „Österreich“ und „Profil“ eine Meinung zum Lehrerdienstrecht gebildet hat, wären sie keiner Erwähnung wert. Erschütternd ist, dass die Ausführungen dem Mail eines Parlamentariers entstammen und dem oben zitierten Satz folgender vorausgeht: „Ihnen möchte ich so nebenbei sagen dass mich die ca. 800 Mails, die ich in den letzten Stunden [erhalten habe,] noch mehr motivieren, einem neuen Dienstrecht zuzustimmen.

Ich hülle den Mantel des Schweigens über den Namen dieses angeblich sozialdemokratischen Volksvertreters, der nach – zweifellos gründlicher – Lektüre des Regierungsentwurfs und der 1.800 Stellungnahmen dem Dienstrecht seine Zustimmung geben wird.

Das wirft ein paar Fragen auf:

  • Können wir angesichts derartiger Reaktionen bei Österreichs ParlamentarierInnen überhaupt noch etwas bewegen?
  • Können wir erreichen, dass Eltern und SchülerInnen unseren Protest weiterhin mittragen?
  • Können wir RedakteurInnen von Qualitätszeitungen weiterhin dazu motivieren, offen und objektiv zu berichten?
  • Können wir ParlamentarierInnen – von hoffnungslosen Fällen wie dem obigen abgesehen – an ihr freies Mandat erinnern und sie zu parteiinternem Widerstand ermutigen?
  • Können wir den hetzerischen Attacken des inseratenabhängigen Boulevards mit sachlicher Information beikommen?
  • Können wir unseren SchülerInnen die historischen Folgen von Hetzkampagnen vor Augen führen?
  • Können wir die Öffentlichkeit mit kreativen Formen des Protests zum Hinhören und Mitdenken ermuntern?
  • Können wir den Widerstand gegen dieses unzumutbare Gesetzespaket über eine etwaige Beschlussfassung im Parlament hinaus aufrechterhalten?

Meine klare Antwort auf all diese Fragen: „Yes, we can!“

Können wir diesem Anschlag auf die Bildungsqualität in unserem Land jemals zustimmen? Meine ebenso klare Antwort: „No, we can’t!“

Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.

18 Kommentare

Eingeordnet unter Quins Kommentare

18 Antworten zu “Yes, we can!

  1. Thomas Altendorfer

    Yes, we can! U 2?

  2. Zeitlhofer Karl, Adm am BRG Mödling

    YES WE CAN
    Noch vor der Beschlussfassung! Dazu darf es gar nicht kommen!
    Daher demonstrieren wir: Zusammenhalt mit unseren Schülern und deren Eltern! Wenn alle Lehrer unterstützt von Eltern demonstrieren, MUSS die Absicht der Regierung fallen!
    Unsere Demo in Mödling beginnt um 10 Uhr!
    Wann und wo sind die nächsten Demos in ganz Österreich?

    • Voraussichtlich am Samstag, 14. Dezember, in Krems. Details folgen!

      • Christian Sitte

        …und etwa in Lehrveranstaltungen den Studenten zeigen könnte ….

        … wie dieses Video, das ich im Netz als sehr kreative Variante gefunden habe…
        und
        das man auch an den Schulen vorspielen könnte….

  3. „It always seems impossible until its done.“
    (Nelson Mandela, 18.7.1918 – 5.12.2013)

  4. Was soll man da noch hinzufügen, außer: Weiter so! Es erhebt sich nur eine Frage: Wieso ist die Stellungnahme eines Sozialdemokraten „erschütternd“? Die totalitäre undemokratische Einstellung eines Großteils dieser politischen Richtung ist doch hinlänglich bekannt!

  5. Ja, ich kann (jetzt mal auf Deutsch)! Ja, wir können und wollen (das sind viele meiner aufgebrachten Kolleginnen und Kollegen)!
    Spruchbänder vor Schulen aufhängen. Ja, haben wir schon gemacht! Protestmärsche. Ja, werden wir noch machen (nächstes WE in Krems)!
    Aber, wo bleibt die Weisung von oben!? Dass endlich österreichweit wirklich was „Gscheites“ passiert, wo jede Österreicherin und jeder Österreicher ZUMINDEST hört und sieht, dass wir Lehrerinnen und Lehrer mit dem Untergang des Bildungssystems an höheren Schulen NIX, aber auch schon ABSOLUT GAR NIX zu tun haben möchten!

    Anmerkung Quin: Ich zitiere aus dem Gewerkschaftsrundschreiben vom 5. Dezember 2013:
    „Wir bedanken uns herzlich für Ihren bisherigen Einsatz, der heute bundesweit zu höchst informativen Versammlungen geführt hat. Wir bitten Sie auch bei den weiteren Schritten um Ihre engagierte Unterstützung und werden Sie nächste Woche über diese informieren.“

  6. Ein Betonierer halt, der wider besseren Wissens dann marionettenartig die Hand zur Zustimmung hebt, wenn es der große Vorsitzende anschafft …

    Andererseits kann man davon ausgehen, dass die vom Volk gewählten Parlamentarier, die ja immerhin auch etwas für ihre Vertretungsfunktion bezahlt erhalten, ihre Arbeit ordentlich erledigen – also das neue Dienstrecht, über das abgestimmt werden soll, auch gelesen zu haben, selbstverständlich auch die fristgerecht eingegangenen Stellungnahmen, damit sie vertretungsgerecht für- oder gegenstimmen können.

    Oder täusche ich mich da?
    In diesem Fall sollten wir diese Politiker aus dem Parlament und zum … jagen – spätestens bei den nächsten Wahlen, wenn wir dann überhaupt noch zu Wahlen gehen …

    (Was hat es denn für einen Sinn, eine unter vielen hunderttausenden Stimmen irgendjemandem zu geben, wenn nicht einmal eine Stellungnahme unter hunderten gelesen wird?)

    • kornelia tonder

      Sinnerfassendes Lesen kann offensichtlich von den Parlamentariern nicht verlangt werden, aber das wissen wir ohnehin schon längst. Oder stützen sich die Parlamentarier nicht nur auf einen Ghost-Writer, sondern auch auf einen Ghost-Reader? Oder, und das ist meine ehrliche Meinung: Sie stimmen über Dinge ab, die sie überhaupt nicht studiert bzw. gelesen haben. Leider!!!! Solche Leute haben im Parlament wirklich gar nichts verloren!!!!!

    • Als Geschichtelehrerin frage ich mich seit den letzten Wochen und Monaten immer mehr, ob es mir in der Oberstufe jemals wieder überzeugend gelingen wird, die Schüler/innen zu motivieren, ihre demokratischen Rechte wahr zu nehmen! Bisher war ich eine überzeugte Verfechterin der Ansicht, dass es besser ist überhaupt wählen zu gehen, als nicht zu wählen. Allerdings stelle ich das derzeit sogar für mich in Frage! Der blinde Kadavergehorsam namens „Clubzwang“ gehört abgeschafft!

  7. schwinner martin

    auch wir demonstrieren – am dienstag, 15,00 ballhausplatz. vermisse einheitliche, groß angelegte aktion der gewerkschaft. in grüppchen sind wir stark, in masse stärker.

  8. „Education is the most powerful weapon which you can use to change the world.“
    (Nelson Mandela, 18.7.1918 – 5.12.2013)

    Österreichs „Schulpolitik“ aber betreibt seit Jahren ein konsequentes und kaltschnäuziges Reduzieren der Möglichkeiten, die Schulen haben, um junge Menschen für das Leben stark zu machen. Österreichs LehrerInnen werden sukzessive die Möglichkeiten geraubt, junge Menschen, um Mandelas Bild aufzugreifen, für das Leben zu rüsten.

    Hat Österreichs Politik Angst vor gebildeten Menschen?

    • Natürlich hat man davor Angst. In den demokratischen Institutionen sitzen großteils Menschen die bildungsfern sind. In der SPÖ haben Intellektuelle immer schon den Geruch des Bösen gehabt. Jeder halbwegs gebildete Mensch wird/wurde als Bedrohung gesehen. Leider haben sich die bildungsfernen Schichten jetzt auch in der ÖVP breit gemacht.
      Nun ist es in einer Demokratie eben so, dass die Mehrheit bestimmt. In der Gesellschaft stellen bekannterweise nicht die Intellektuellen die Mehrheit .
      Überzeichnet:
      Wenn also ein Gremium von 16 Personen abstimmt in dem 7 Intellektuelle und 9 Idioten sitzen dann geschieht eben das was die Idioten beschließen.
      Das finde ich übrigens voll ok! Weil eben demokratisch. Man macht dann halt das was die Idioten wollen – ……

  9. professorgrass

    Ich habe an alle Abgeordneten der SPÖ, die auch Gewerkschaftsfunktionäre sind, folgendes geschrieben: Sie, als Mitglied der Gewerkschaft, sollten sich meiner Ansicht nach überlegen, ob Sie wirklich den sozialen Verschlechterungen, die ausdrücklich nicht die Zustimmung der Gewerkschaft haben, im Parlament zustimmen. Sollte einer dieser Abgeordneten ebenso „freundlich“ antworten, dann hat er sich seinen Platz in der Gewerkschaftsbewegung wirklich redlich verdient. Weil das wäre dann die Frage: Wo beginnt gewerkschaftsschädigendes Verhalten? Und warum kann sich ein Gewerkschafter so verhalten, ohne dass es Konsequenzen gibt?

    • Erich Wallner

      Anstatt Politiker flächendeckend mit Mails zuzumüllen, hätte man von Google und Amazon lernen können, wie man das sinnvoller macht: nämlich personalisiert.
      Professorgrass scheint mir auf dem richtigen Weg zu sein. Allerdings ist es für einen Einzelnen mühsam, alle Parlamentarier aller Parteien extra zu recherchieren, die auch Gewerkschaftsfunktionäre sind. Wieso haben wir von unserer Gewerkschaft keine Liste bekommen, wo z.B. draufsteht: Abgeordneter X (ÖVP) aus NÖ bekleidet folgendes Amt in der Gewerkschaft Y: … (E-Mail: …) ?
      Ein Mail an einen solchen Abgeordneten aus NÖ (meinem Bundesland) könnte dann etwa so lauten: Sehr geehrter Herr NR X, sehr geehrter Gewerkschafts-Kollege! Als niederösterreichischer AHS-Lehrer und Gewerkschaftsmitglied interessiert mich Ihr Abstimmungsverhalten bei der Beschlussfassung über das neue Lehrerdienstrecht am 17. Dezember. Sollten Sie die Absicht haben, dafür zu stimmen, dann ersuche ich Sie um Auskunft darüber, welche Argumente der Lehrergewerkschaft Ihnen missfallen. MFG Mag. Erich Wallner, Mary Ward Gymnasium 3100 St. Pölten, Schneckgasse 3.
      In CC ergeht ein solches Mail dann 1. an LH Erwin Pröll und 2. an diverse ÖVP-Bundespolitiker.
      Wenn Mails überhaupt etwas bewirken können, dann muss der Adressat a) direkt angesprochen werden (als individueller Mandatar mit bestimmten Eigenschaften), b) von einem Menschen, der ihm näher steht (Bundesland und Gewerkschaftszugehörigkeit) als jemand Beliebiger, und der sich selber punktgenau deklariert und c) eine konkrete Frage gestellt bekommen. So etwas zu ignorieren fällt schwerer, als ein Massenmail wegzuklicken; die Partei kriegt es ja sowieso in CC (und das soll der Abgeordnete auch wissen).

  10. professorgrass

    Hier ist eine Auswahl an Parlamentarier_innen, die auch, soweit ich das herausfinden konnte, Gewerkschaftsmitglieder sind. Die ersten vier in der Liste geben den Beruf Lehrerin in ihrem Lebenslauf an:
    ruth.becher@parlament.gv.at (AHS-Lehrerin aus Wien 22)
    andrea.gessl-ranftl@aon.at (HS-Lehrerin aus der Steiermark)
    katharina.kucharowits@parlament.gv.at (AHS-Lehramt Mathematik studiert bis 2001)
    christine.muttonen@parlament.gv.at (Lehrerin, HTL Villach 1983–1999)
    angela.lueger@parlament.gv.at
    johann.hechtl@parlament.gv.at
    wolfgang.katzian@parlament.gv.at
    walter.bacher@parlament.gv.at
    h.buchmayr@aon.at
    hermann.lipitsch@oegb.at
    gerald.klug@spoe.at

  11. Ankündigung: Am Samstag 14.12.2013 gibt es eine Protestkundgebung aller Kremser Gymnasien. Sternmarsch von den jeweiligen Schulen zum Südtiroler Platz (10:00). Dann durch die Landstraße zum Täglichen Markt mit Abschlusskundgebung.
    Alle sind eingeladen und willkommen!

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