Gerhard Riegler: Trümmerhaufen

Immer wieder werde ich in den letzten Wochen gefragt, ob BM Schmied überhaupt noch im Lande sei, da sie fast völlig von der Bildfläche verschwunden ist.

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Eines scheint festzustehen: Die Ministerin steht nach wie vor auf der Gehaltsliste der Republik. Was die „Scheintote vom Minoritenplatz“ (© ein ungenannt bleiben wollender Kollege) dafür an Leistung erbringt, ist nicht überliefert. Gesichert scheint, dass sie viel Energie darauf verwendet, Gabriele Heinisch-Hosek als Nachfolgerin zu installieren. Damit könnte es BM Schmied schaffen, die rote Laterne als „unbeliebteste Unterrichtsministerin der 2. Republik“ schon beim Abgang aus dem Amt zu überreichen.

Dabei gäbe es auch abseits des Schlachtfeldes „Dienstrecht“ jede Menge an Dringendem zu erledigen. Das Chaos rund um die Zentralmatura erreicht in Mathematik neue Dimensionen, doch die Ministerin – ganz „Gentlewoman“ – schweigt (und genießt?). Auch laute Schreie zehntausender frustrierter SchülerInnen scheinen sie nicht zu erreichen.

Der ebenso peinlich wie hilflos wirkende Versuch, das Chaos auf ein Wiener Problem zu reduzieren, das mit ein bisschen Fortbildung aus der Welt zu schaffen wäre, wurde vom prominenten Bildungsforscher Univ.-Prof. Dr. Stefan Hopmann in einem ZIB24-Interview höchst treffend kommentiert. Allen, die das Interview nicht sehen konnten, empfehle ich einen Blick auf www.oepu.at. Hier möchte ich mich auf wenige Auszüge beschränken:

  • Bitte zurück! Das ist eine Aufforderung an die Politik, nicht an die Leute, die die Tests entwickeln, setzt euch noch einmal hin, überlegt euch genau: Warum machen die anderen nur eine teilzentrale Matura?
  • Hört auf, alles auf eine Karte zu setzen!
  • Das Grundkonzept ist viel zu weit gegangen. Und das kann man jetzt auch nicht durch Aussitzen vertagen oder sonst wie lösen.

Gerüchten zufolge soll BM Schmied vor wenigen Tagen beim Kauf von Bergschuhen beobachtet worden sein. Offenbar rüstet sie sich schon für ihren Abgang vom Minoritenplatz, der über den riesigen Trümmerhaufen führen wird, den sie dort – vom Bundeskanzler geschützt und vom Koalitionspartner zumindest geduldet – hinterlassen hat.

Wer den Weg freimachen will für eine Demontage des öffentlich finanzierten Schulwesens, handelt so. Die BankerInnen reiben sich schon ihre Hände.

Bild lizenziert von BIGSTOCKPHOTO.


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