Helmut Jantschitsch: Der Fellner wird’s schon richten …

C.S.: Hallo Gabi, ich soll dich dringend zurückrufen.

G.H.-H.: Und wie dringend! Hast dein Interview in der Kleinen Zeitung schon g’lesen?

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C.S.: War super, gell?

G.H.-H.: Super vielleicht, aber nicht für uns!

C.S.: Was hast denn, ich hab einfach die Wahrheit g’sagt. (1)

G.H.-H.: Hast du noch immer nicht begriffen, dass eine Politikerin alles darf nur nicht die Wahrheit sagen. Wie kannst du bloß offen zugeben, dass wir die AHS-Lehrer mit dem neuen Dienstrecht voll eintunken?

C.S.: So direkt hab ich das aber nicht gesagt. Außerdem hab ich eh verschwiegen, dass es die BMHSler genauso hart treffen wird. Und die fetten Verluste bei den Pflichtschullehrern ham die Journalisten noch gar nicht gecheckt.

G.H.-H.: Das war a genialer Schachzug, immer nur von den tollen Anfangsbezügen für die Volksschullehrerinnen zu reden und nix darüber, dass die APSler in Zukunft doppelt so lang studieren müssen.

C.S.: Das hast super g’macht, Gabi!

G.H.-H.: Ich weiß!

C.S.: Und ich hab mich bei der Kleinen Zeitung auch nur auf die AHSler eing’schossen. So wie ma das ausg’macht ham. Und außerdem hab ich auch das Gschichtl von einem der teuersten Schulsysteme weltweit unterbracht. Du, ich glaub, die Journalisten nehmen uns den Schmäh schon ab. Zum Glück schaun sich die die OECD-Zahlen nicht an! (2)

G.H.-H.: Na bravo! Trotzdem ist unsere Argumentationslinie, dass alle im neuen Dienstrecht profitieren werden, jetzt endgültig im …

C.S.: Sag’s nicht, Gabi! Ich find das grauslich.

G.H.-H.: Apropos grauslich: Der Werner ist auch ordentlich ang’fressen auf dich. Schaut schlecht aus mit einem Ministeramt nach der Wahl.

C.S.: Der Werner soll sich nicht aufpudeln. Der hat schon vor Monaten zugegeben, dass wir mit dem neuen Dienstrecht bombige Einsparungen erreichen wollen. (3)

G.H.-H.: Ihr seid’s beide viel zu weich. Nehmt’s euch endlich a Beispiele an mir, der „H.-H.“: hart, aber herzlos!

C.S.: Wenn mi der Gusenbauer net vermittelt hätt‘ …

G.H.-H.: Hör endlich auf zu jammern. Was mach ma denn jetzt?

C.S.: I hab‘ eh schon einen Termin heut Nachmittag beim Fellner wegen einer neuen Inseratenkampagne.

G.H.-H.: Der Fellner ist super, vor allem weil sein Blatt’l von unseren Inseraten abhängig ist.

C.S.: Wenn der nur das Wort Inserat hört, saftelt er schon wie der Pawlow’sche Hund …

G.H.-H.: … und verbeißt sich in die AHS-Lehrer wie ein Rottweiler.

C.S.: Ich sag ja immer. Der Fellner wird’s schon richten …

G.H.-H.: … das g’hört zu seinen Pflichten.

C.S.: Tschau Gabi!

G.H.-H.: Baba, Claudia.

(1) BM Dr. Claudia Schmied antwortete in einem Interview vom 21. August 2013 in der „Kleinen Zeitung“ auf die Frage, warum die Gewerkschaft einem Dienstrecht zustimmen sollte, das AHS-LehrerInnen eine „Verlängerung der Arbeitszeit“ und „über das Erwerbsleben gerechnet weniger“ Geld brächte damit, dass man nicht „aus allen Lehrern AHS-Lehrer“ machen könne, weil „wir jetzt schon eines der teuersten Schulsysteme weltweit haben. […] Mehr Zeit mit den Schülern ist einfach notwendig.

(2) Österreichs Ausgaben für das Schulwesen gemessen in Anteilen am BIP sanken von 1995 bis 2010 um 14,3 %. Im selben Zeitraum stiegen sie im OECD-Mittel um 8,3 %. Österreich liegt damit etwa deutlich hinter den gepriesenen skandinavischen Ländern. (Siehe OECD (Hrsg.), Education at a Glance 2013. OECD Indicators (2013), S. 191.)

(3) Der Bundeskanzler gestand im Oktober 2012 in einem „Kurier“-Interview offen ein: „Um Geld für Schulreformen zu bekommen, brauchen wir ein neues Lehrerdienstrecht mit flacherer Gehaltskurve und höherer Stunden-Verpflichtung.“ Klarer kann man es wohl nicht ausdrücken, dass es sich beim neuen Lehrerdienstrecht um ein gewaltiges Sparpaket handelt.

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6 Gedanken zu “Helmut Jantschitsch: Der Fellner wird’s schon richten …

  1. ich würde sagen :der agiert „berlusconi-like“ .es fehlt ihm nicht an „chuzpe“ leider auch an buba-buba, was ihn angreif-und greifbar machen würde.

  2. So ähnlich wird es sich wohl abspielen, das glaube ich auch. Aber noch immer hoffe ich, dass wir all diese Drohszenarien aufhalten können.
    Eine immer hoffende Regina

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