Helmut Jantschitsch: Wie ein Fisch ohne Fahrrad

Nachdem erst vor wenigen Tagen ein Meteorit die Erde nur um Haaresbreite verfehlt hat, ist, wie heute die Oberösterreichischen Nachrichten vermelden, die österreichische Bildungswelt nur knapp einer Katastrophe entgangen. (1)

bigstock-Fish-Bike-Replacing-2855673_blogWerner Faymann hat, hin und her gerissen zwischen Kärntner Euphorie und niederösterreichischer Depression, zum ultimativen Befreiungsschlag ausgeholt und dabei beinahe Claudia Schmied getroffen.

Neben Norbert Darabos wollte Faymann, so liest man atemlos in den OÖN, auch die zweite Schwachstelle“ in der Bundesregierung beseitigen.

Claudia Schmied mit Norbert Darabos in einen Topf zu werfen, ist jedoch in vielerlei Hinsicht unangebracht. Hat doch die Unterrichtsministerin Meriten, mit denen Darabos nicht annähernd mithalten kann:

  • Schmied hat das weitaus eleganteste Ministerbüro Mitteleuropas.
  • Schmied hat die meisten PressesprecherInnen, unter denen der großartige Niko Pelinka lange herausragte.
  • Schmied hat die buntesten Hochglanzbroschüren der großen, weiten Schulwelt.

Im Gegensatz zu Norbert Darabos hat Claudia Schmied durch langjährigen Schulbesuch auch noch einschlägige persönliche Erfahrung in ihrem Ressort erworben.

Wie man hört, hätte sich Werner Faymann kalten Herzens über all diese beeindruckenden Argumente hinweggesetzt und Staatssekretär Josef Ostermayer zum Unterrichtsminister berufen. Gerettet wurde Claudia Schmied, so berichten die OÖN, von „Wiener Frauen, angeführt von Vizebürgermeisterin Renate Brauner“. Diese wollten nicht zulassen, dass eine Ministerin durch einen Minister ersetzt wird.

Österreich hätte in der Tat diese hochverdiente Unterrichtsministerin (s. o.) verloren, wäre dem Bundeskanzler rechtzeitig eingefallen, mit Laura Rudas eine mit ihren Kompetenzen an Norbert Darabos heranreichende Kandidatin für das Unterrichtsministerium an seiner Seite zu haben.

All diesen glücklichen Umständen ist es zu verdanken, dass BM Schmied ihr segensreiches Wirken am Minoritenplatz fortsetzen darf. Damit bleibt uns erspart, was eine Kollegin jüngst im Konferenzzimmer verlauten ließ: „Die österreichische Schule ohne Claudia Schmied wäre wie ein Fisch ohne Fahrrad.“

(1) Annette Gantner, Rochade in der SPÖ: Schmied konnte sich retten. In: Oberösterreichische Nachrichten Online vom 7. März 2013.

Bild lizensiert von BIGSTOCKPHOTO.


2 Gedanken zu “Helmut Jantschitsch: Wie ein Fisch ohne Fahrrad

  1. Die Blogbeiträge dieses Blogs zu lesen – so zwischendurch – während eines arbeitsreichen Schulalltages ist auch eine Form der Stressbewältigung. Danke für diese oft erfrischenden Zeilen …

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s