Freundliche Worte

Ein freundliches Wort kostet nichts, und dennoch ist es das Schönste aller Geschenke.

Ich folge Daphne du Mauriers Worten und erlaube mir am Ende des Unterrichtsjahres einen vielleicht ungewöhnlichen Blick zurück. So mancher Bildungspolitiker (1) und „Experte“ hat uns auch heuer wieder mit seinen Handlungen und Aussagen jede Menge Ärger beschert. Umso wichtiger erscheint es mir, den Fokus auch einmal auf Wortmeldungen Prominenter aus Gesellschaft und Politik zu richten, deren Inhalt ich vorbehaltlos zustimmen kann:

Nicht jeder ist geeignet für die Matura, nicht jeder als Handwerker. Das Schulsystem muss lebensnah und überschaubar sein, aber mit Leistungshintergrund. Migrantenkinder brauchen mehr Hilfe. Schule muss Chancengleichheit für alle schaffen, aber ich bin gegen eine Einheitsschule.“ (2)

Wer einmal sechs Schulstunden mit Pausenaufsichten, Erziehungsgespräch, Streitschlichtung, Tränen trocknen, Elterngespräche und Unterrichtsvorbereitung an einem Tag hinter sich gebracht hat, der erkennt: Unsere Lehrer verdienen Anerkennung und Respekt. Das dürfen wir ihnen ruhig öfter sagen.“ (3)

Damit der Beruf für junge Leute wirklich attraktiv ist, muss ihm in der Gesellschaft wieder Autorität zugestanden werden. Es darf nicht sein, dass außerhalb der Schule alle meinen, besser um Bildung Bescheid zu wissen als die Lehrer selbst.“ (4)

Wir sind zu feige geworden, um uns noch zu geistigen Inhalten zu bekennen, die einen Wert an sich darstellen. […] Mitunter hat man sogar den Eindruck, dass nichts so sehr in der Wissensgesellschaft verachtet wird wie der Erwerb von Wissen. ‚Faktenwissen‘ ist zum Unwort geworden.“ (5)

Jeder, der der AHS ein Totenglöckchen läutet, hat meines Erachtens nicht recht. Diese Schulform ist eine großartige Schulform.“ (6)

Mit dem Wunsch, dass die folgenden Worte von Bildungspolitikern und „Experten“ im kommenden Schuljahr gehört werden, erlaube ich mir, Ihnen erholsame Ferien zu wünschen:

Der Bedarf an leeren Worthülsen in der Pädagogik ist auf alle Fälle für lange Zeit gedeckt.“ (7)

(1) Personenbezogene Bezeichnungen umfassen gleichermaßen Personen männlichen und weiblichen Geschlechts.

(2) Edi Finger jr., News vom 8. September 2011.

(3) Ties Rabe, Es nervt, wenn Lehrer zuviel jammern. In: Bild Online vom 28. Februar 2012. Ties Rabe (SPD) ist Präsident der deutschen Kultusministerkonferenz.

(4) Dr. Annette Schavan, Deutschlands Bundesbildungsministerin, Süddeutsche Zeitung vom 16. April 2012.

(5) Univ.-Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann, Kompetenter Ungeist. In: Presse Online vom 11. März 2012.

(6) Dr. Kurt Scholz, Präsident des Wiener Stadtschulrates a. D., Podiumsdiskussion „Bildung neu leben…für ein g´scheites Österreich“ am 21. Juni 2012.

(7) Gottfried Wagner, Autor der satirischen Streitschrift „Narrenschiff Zeitpädagogik“, VCL-News vom Juni 2012, Seite 16.

Bild lizensiert von BIGSTOCKPHOTO.


2 Gedanken zu “Freundliche Worte

  1. Leider werden die Worte der „Wissenden“ von den (politisch) Verantwortlichen oft nicht gehört.

    Ist das auch eines der Murphy – Naturgesetze ???

    Danke an Eckehard für seinen Blog und erholsame Ferien!!!

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