Meinungsmacher und Altbackenes

„Meinungsmacher“ sind offenbar Menschen, die sich von großformatigen Anzeigen in kleinformatigen Blättern nicht beeinflussen lassen. Am Dienstag nämlich wiesen mich Freunde (1) aus dem Burgenland auf eine in der BVZ (2) publizierte Umfrage unter „Meinungsmachern“ hin, die höchst interessante Ergebnisse gebracht hatte. (3)

Die Redaktion der BVZ war selbst ein wenig von den Resultaten überrascht und beschied der Unterrichtsministerin unverblümt, dass sie mit ihrem Plan, „die Gymnasien finanziell auszuhungern“ auf dem Holzweg sei. Die Ergebnisse der Meinungsmacher-Umfrage in aller Kürze:

  • Knapp 78 % glauben, dass die Lehrer verstärkt Erziehungsaufgaben wahrnehmen müssen.
  • Fast 85 % der Befragten meinen, dass die Schule oft als „Reparaturwerkstatt“ für alles herhalten muss, was in der Gesellschaft nicht funktioniert.
  • Das Schulsystem bewerten knapp 63 % der Meinungsmacher mit gut bis sehr gut.
  • Über 82 % beurteilen das Image des Gymnasiums mit sehr gut oder gut.

Im Gegensatz dazu können viele der Arbeit von BM Dr. Schmied und von Mag. Dr. Gerhard Resch, dem amtsführenden Präsidenten des Landesschulrates für Burgenland, gar nichts abgewinnen. Die relative Mehrheit bewertet die Qualität ihrer Arbeit sogar mit „sehr schlecht“ – und das in einem Bundesland, in dem die SPÖ bei den letzten Landtagswahlen 46,3 % der Wählerstimmen erreicht hat. (4)

  • Der Schlüssel für eine erfolgreiche Bildungspolitik liegt einfach bei guten Lehrerinnen und Lehrern. Das ist der Kernpunkt. Und um den müssen wir uns wieder kümmern.
  • Geben wir den Lehrern die Ressourcen, die sie brauchen, und geben wir ihnen den Respekt, den sie verdienen in diesem Land.

Diese sehr erfreulichen Aussagen, die der Vizekanzler am Montag getroffen hat (5), müssen noch das Trommelfell mancher Ministerinnen erreichen. In deren Gehörgängen dürften sich als „Experten“ getarnte Einflüsterer tief eingenistet haben und dort ihr Unwesen treiben: Altes, ja teilweise verdorbenes Gebäck (Gesamtschule) soll im Ideologieofen aufgebäht und der Bevölkerung als resches Weckerl angedreht werden.

P.S.: Zu den Verbalentgleisungen einer carinthischen Politgröße bloß ein Satz, der dafür von Karl Kraus: „Wenn die Sonne der Kultur niedrig steht, werfen selbst Zwerge einen langen Schatten.

(1) Personenbezogene Bezeichnungen umfassen gleichermaßen Personen männlichen und weiblichen Geschlechts.

(2) „BVZ“ steht für „Burgenländische Volkszeitung“, eine in sechs Regionalausgaben erscheinende burgenländische Wochenzeitung.

(3) Direktorenposten: Parteibuch statt Schulbuch. In: BVZ Online vom 15. Mai 2012.

(4) Ergebnis der burgenländischen Landtagswahl 2010

(5) Vizekanzler Dr. Michael Spindelegger in seiner „Österreich-Rede“ am 14. Mai 2012 zum Thema Schule

Bild lizensiert von BIGSTOCKPHOTO.

Hinterlasse einen Kommentar

Eingeordnet unter Quins Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s