„Dauer-Urlaub“

Den Fellner-Kommentar im heutigen „Österreich“ möchte ich Ihnen nicht vorenthalten. (1) Dort lese ich, dass der GÖD-Vorsitzende Fritz Neugebauer „seit Jahren“ ein „modernes Lehrer-Dienstrecht“ verhindert. Die „Kosenamen“, mit denen Wolfgang Fellner den 2. Nationalratspräsidenten bedenkt, lassen Rückschlüsse auf den Autor zu, die ich als höflicher Mensch hier nicht ausführen möchte.

Es Fritz Neugebauer oder irgendwem in der Gewerkschaft anzulasten, dass es kein „modernes Lehrer-Dienstrecht“ gibt, ist wirklich ein „Hammer“, um bei der Wochend-Diktion von BM Spindelegger zu bleiben. Die Gewerkschaft fordert – man kann mittlerweile schon fast sagen seit Jahrzehnten – ein leistungsorientiertes und attraktives Dienstrecht mit anderen Gehaltsverläufen. Die Regierung blockiert ebenso lange.

Vielleicht ist der Grund für diesen Widerspruch zwischen den Tatsachen und den verbalen Fellner-Ergüssen darin zu finden, dass er eine etwas andere Vorstellung davon hat, wie ein „modernes Lehrer-Dienstrecht“ aussehen soll. Ich verweise auf meinen Blog-Eintrag Faule Spitzenverdiener.

Zu Wolfgang Fellner empfehle ich die Lektüre des „Zeit“-Artikels Stets zu Diensten. Die „Zeit“ ist ja nicht gerade ein Revolverblatt, und was dort über den „Österreich“-Herausgeber und andere Zustände in unserem Heimatland berichtet wird, ist einer westlichen Demokratie unwürdig.

Ich wüsste, wen ich „auf Dauer-Urlaub“ schicken würde…

(1) Wolfgang Fellner, Schickt alle Polit-Bonzen auf Dauer-Urlaub! In: Österreich Online vom 6. Februar 2012.

5 Kommentare

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5 Antworten zu “„Dauer-Urlaub“

  1. Die Begriffe Boulevardjournalismus und Boulevardmedien stehen für ein eigenes Genre im Bereich des Journalismus (Wikipedia, 6. 2. 2012). Und genau dieses ist es, das gerne Hetze gegen andere schürt. Jeder bilde sich selbst eine Meinung über die Qualität der österreichischen Medien und deren Herausgeber, Kommentatoren, …

  2. Pingback: Modernes Lehrer – Dienstrecht | Geteilte Gedanken

  3. Böhm Anton

    Alle L1 auf die rote Liste!!!
    Nein, nicht auf die Liste der Genossen, auf die Liste der bedrohten Arten gehört unsere aussterbende Spezies. Was allen Wildtieren zusteht, das muss auch für uns gelten. Als pragmatisierte Lehrer wurden wir ob unserer niedrigen Anfangsbezüge verhöhnt und verspottet, wir lagen bei jeder Lohnrunde mit Hinweis auf unsere Jobsicherheit immer deutlich unter den Metaller-Abschlüssen, wir sind seit Jahren die Prügelknaben der Nation und werden auf einem unter der Norm für Zuchtschweine liegenden „Arbeitsplatz“ gehalten. Man ködert uns alte EselInnen mit einer leckeren Pensionskarotte und schiebt diese immer schneller in unerreichbare Ferne, und man straft uns für die in anderen Gehegen wie ÖBB und Post betriebene Praktiken.
    An alle, die sich an dieser Hetzjagd beteiligen:
    Den Wert einer bedrohten Art erkennt man oft erst, wenn es zu spät ist!
    Treibt uns nicht noch mehr in die Enge –
    W i r k ö n n e n u n s n o c h w e h r e n ! !

  4. Wolfgang Halenka

    Mein Namensvetter wird´s ja nicht lesen, sollte es aber! Ich, 1967 reif geworden und nun unaufhaltsam der Überreife zustrebend, habe oft eine prägende Erinnerung an den Vortrag eines Finanzbeamten anlässlich einer Berufberatungswoche im Herbst 1966 erzählt:
    Unter anderem sprach er von einem bald(!) zu erwartenden neuen Dienst- und Besoldungsrecht, da die Schere … usf. Die persönliche Befürchtung des etwa Fünfzigjährigen: „Glückspilz, der ich bin, habe ich zu Beginn wenig verdient, und am Ende wird es nicht viel mehr sein“. An der Reform ist er sicher nicht verhungert. Fast schade, die liebenswerte Aufforderung Kreiskys „Lernen´s Geschichte“ an Herrn Fellner zu verschwenden!

  5. Pingback: Balkon-Muppets | QUINtessenzen

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