Sand ins Getriebe

Was Maria Fekter dazu getrieben hat, sich zur LehrerInnenarbeitszeit zu äußern, können wohl nur PsychologInnen beantworten.

Als psychologischem Laien käme mir folgende Erklärung in den Sinn: Es mag ihrem familiären und beruflichen Hintergrund geschuldet sein, dass sie mit ihrem haarsträubenden Vorstoß „Sand“ ins Getriebe bringen wollte:

  • „Sand ins Getriebe“ des Idealismus der abertausenden Lehrerinnen und Lehrer, die sich angesichts solcher Verbalentgleisungen zu Recht fragen, ob sie ihre Selbstausbeutung nicht rasch und deutlich reduzieren sollten.
  • „Sand ins Getriebe“ all derer, die versuchen, angehende StudentInnen für das Lehramt zu begeistern. Es ist kein Wunder, dass gerade Lehrerkinder immer seltener bereit sind, in die beruflichen Fußstapfen ihrer Eltern zu treten.
  • „Sand ins Getriebe“ jener, die – wie ich – konstruktiv an einer Modernisierung des Dienstrechts mitarbeiten wollen. Wer sich als Elefant (1) gebärdet, darf sich über zerbrochenes Verhandlungsporzellan nicht wundern.
  • „Sand ins Getriebe“ unserer Schulen, in denen kollektiver Zorn gegen „die Politik“ immer stärker um sich greift.

Finance ist etwas anderes als die Kieberei“, sagte Maria Fekter beim Einzug ins Finanzministerium. (2) Möge uns ihr Umzug auf den Minoritenplatz erspart bleiben! Am Ende wäre dann unser Schulwesen wohl völlig am Sand!

(1) Den biologisch – und gendergemäß – korrekten Ausdruck verkneife ich mir aus Höflichkeit.

(2) „Finance ist etwas anderes als die Kieberei“. In: Standard Online vom 21. April 2011.

Bild lizensiert von BIGSTOCKPHOTO.

 

6 Kommentare

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6 Antworten zu “Sand ins Getriebe

  1. Lieber Eckehard,

    ich gratuliere dir, dass du mit diesem Blog-Eintrag unter den deutschsprachigen Blogs auf Platz 1 gelandet bist.

    Herzliche Grüße
    Gerhard

  2. Danke Eckehard! Es wird vermutlich noch einiges Wasser die Donau hinunterfließen, bis unsere PolitikerInnen begriffen haben, dass man MitarbeiterInnenmotivation (schließlich sind die Bundesbediensteten ja die MitarbeiterInnen der Bundesregierung….) anders machen muss.

    Übrigens: Elefantin ist nicht die weibliche Form des Elefanten…. 🙂

    LG, Peter

  3. Bernhard Kopp

    Schon die jetzigen Junglehrer klagen, dass, wenn sie im ersten und zweiten Jahr eine volle Lehrverpflichtung bekommen, wegen der oft schwierigen Unterrichtssituation überfordert sind. Und die sollen jetzt noch mehr arbeiten?
    Danke für deinen Beitrag!

  4. Friedrich Fassler

    Danke, Eckehard, dass Du uns Lehrerinnen und Lehrer so kompetent und eloquent vertrittst. Mir hingegen fehlen immer mehr die Worte, wenn ich als Betroffener die derzeitige Entwicklung beobachte.

    LG

    Fritz Fassler

  5. Richard Böhm

    Gratulation zum Beitrag.
    Leider geht es halt in der Politik anscheinend nirgendwo mehr um Sachfragen, nur mehr das kritik- und rücksichtslose Durchboxen von Ideologien, das kurzfristige Gieren nach öffentlicher und medialer Zustimmung – und der ist ja bekanntlich sicher, wenn es gegen die Lehrer geht, das Ignorieren sämtlicher Betroffenen und die Defamierung der eigentlichen Experten. Das ist mehr als Sand im Getriebe, das ist schon Schotter – es reicht schön langsam. Offensichtlich nimmt man all die Dinge, die Koll. Quin nennt, als Kollateralschaden für ein bißchen Präsenz in Kauf. Na Mahlzeit …

  6. conny Tonder

    bravo eckehard! bissig, treffend, witzig! deine blogs sind es eigentlich immer. aber dieser ist wirklich besonders gelungen!
    lg
    conny

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