Gerhard Riegler: Bildungsdiebstahl

Stellen Sie sich bitte folgende Szene vor: Ihr Kind verlässt das Schulhaus und wird – natürlich ohne sein und Ihr Wissen – von professionellen Detektiven bis an Ihre Wohnungstür verfolgt. Alles wird mit Hightech-Ausrüstung dokumentiert, regelmäßig und bis ins kleinste Detail.

Stellen Sie sich weiters vor, dass das so gewonnene Beweismaterial vor Gericht gegen Sie verwendet wird – mit schlimmen Konsequenzen bis hin zu einer Gefängnisstrafe.

Nein, Sie haben nicht Ihre Sorge- oder Aufsichtspflicht vernachlässigt. Auch wenn sich Ihr Kind auf dem Heimweg von der Schule jedes Mal vorbildlich verhalten hat, erspart Ihnen das nicht den Aufenthalt hinter schwedischen Gardinen, weil Sie sich eines Verbrechens schuldig gemacht haben. Die Anklage lautet auf schweren und fortgesetzten „Bildungsdiebstahl“ (educational theft). Wie das renommierte Wall Street Journal Anfang Oktober berichtete, landeten bereits etliche amerikanische Eltern aufgrund dieses Verbrechens hinter Gittern. (1)

Was haben diese Eltern konkret angestellt? Sie haben bei der Wohnadresse bewusst falsche Angaben gemacht, um ihren Kindern Zugang zu einer der (wenigen) qualitätsvollen öffentlichen Schulen der USA zu verschaffen.

KopfgeldDass es sich dabei um alles andere als bizarre Einzelfälle handelt, beweist allein schon die Tatsache, dass sich eine Firma mit dem vielsagenden Namen „VerifyResidence.com“ darauf spezialisiert hat, jenen SchülerInnen auf die Schliche zu kommen, die nicht die Schule ihres Distrikts besuchen. Auch Petzen lohnt sich: „VerifyResidence.com“ zahlt für jeden anonymen Hinweis, der zur Aufdeckung eines solchen Verbrechens führt, 250 Dollar.

Natürlich ist „Bildungsdiebstahl“ nicht der einzige Weg, um in den USA seinem Kind eine gute Schulbildung zukommen zu lassen. Wer stinkreich ist, leistet sich ein sündteures Privatinstitut, und wer Fortunas Liebling ist, hat leicht lachen: Er gewinnt bei der Schullotterie einen der wenigen begehrten Plätze.

Wer allerdings soziale Gerechtigkeit sucht, wird sie in Amerikas Schulsystem nicht einmal ansatzweise finden. Dass es sich dabei um ein Gesamtschulsystem handelt, weiß jedes Kind. Manch alternder Ex-Politiker aber scheint es geflissentlich zu vergessen – oder es ist ihm schlichtweg gleichgültig, weil er sich ohnehin das sündteure Privatinstitut leisten kann.

(1) Micheal Flaherty, The Latest Crime Wave: Sending Your Child to a Better School. In: The Wall Street Journal Online vom 1. Oktober 2011.

Bild von der Website von VerifyResidence.com.

7 Kommentare

Eingeordnet unter Gerhard Rieglers Wochenkommentar

7 Antworten zu “Gerhard Riegler: Bildungsdiebstahl

  1. Roswitha Moser

    Wenn es – wenn auch nur wenige – qualitätvolle öffentlich Gesamtschulen in den USA gibt, so heißt das doch, dass nicht die Gesamtschulen per se schlecht sind, sondern schlicht und einfach nur, dass es mehr solcher guter geben müsste. Was auch immer es für Argumente gegen Gesamtschulen geben mag, diese schreckliche Nachricht aus den USA ist für mich jedenfalls keines.

  2. Uje, ein Blogger, der mit dem Amerikanischen System „argumentiert“, sich aber leider damit gar nicht auskennt. Was Sie als „Gesamtschulsystem“ beschreiben ist noch viel komplexer und differenzierter als in Österreich. Gerade deshalb wandern SchülerInnen ja in andere Bezirke ab. Wenn alle Schulen denselben guten Standard bieten würden (also das Ziel von Gesamtschule erreicht hätten), dann wäre es ja kaum nötig oder verlockend, in einen anderen Bezirk zu flüchten. Gesamtschule fördert Gerechtigkeit. Wer gegen Gesamtschule ist, ist für Klassengesellschaft.

    Anmerkung Quin: Henry Kissinger hat einmal über den Kommunismus gesagt: „Der Kommunismus findet Zulauf nur dort, wo er nicht herrscht.“ Meines Erachtens gilt für die Gesamtschule dasselbe. Gesamtschulbefürworter weisen jede Kritik an der Gesamtschule mit dem Argument zurück, dass diese Zustände natürlich in ihrer Gesamtschulvision nicht vorkommen. Das glaube ich ihnen auch. Ich behaupte nur, dass die „real existierende Gesamtschule“ so viel mit der „idealen Gesamtschule“ zu tun hat wie der Stalinismus mit den Visionen, die Karl Marx gehabt hat. Und da ich in einer realen Welt lebe, bleibe ich lieber beim real existierenden, differenzierten Schulsystem, das selbstverständlich auch seine Schwächen hat und ständig weiterentwickelt werden muss.

  3. Herbert Jantscher

    Danke liebe hanna1980 für den Kommentar!
    Genau so entspannt kann man seine Argumentation für oder gegen die Gesamtschule formulieren! Ich sehe es ähnlich …

    Was mich lieber Eckehard und sehr geehrter Kollege Riegler jedesmal an euch zweifeln lässt (und zwar in solchen Situationen sehr!), ist die Tatsache, dass ihr mit Killerargumenten glaubt zu punkten, ohne euch tatsächlich auszukennen … vor allem im amerikanischen System auszukennen. Denn, von welcher amerikanischen Gesamtschule redet ihr? Also meine 3 Kinder waren je ein Jahr in Amerika und ich hab das Leben an 3 verschiedenen öffentlichen Schulen miterleben dürfen, aber ich würde mich noch nicht als „Kenner“ oder „voll Informiert“ bezeichnen … schon gar nicht würd ich aber so simpel und tief argumentieren!
    Prinzipiell find ich ja, dass ihr in eurem persönlichen blog schreiben könnt, was ihr wollt, aber da ihr nicht müde werdet die quintessenzen auf jeder gewerkschaftlichen Seite zu bewerben, finde ich das nicht korrekt!
    Ihr seid unsere Gewerkschaftsvertreter und nicht unsere Politagitateure, die uns auf eine schulpolitische Linie mit Greuelpropaganda über Gesamtschulen einschwören müssen.
    Ich verlange daher als Gewerkschaftsmitglied, dass die Werbung für diesen blog mit keinem gewerkschaftlichen Medium verknüpft werden darf, oder ihr berichtet sachlich und fair.
    Dieser Kommentar war wieder einmal einer von der Sorte „sehr entbehrlich“ und stumpfsinnig!
    Liebe Grüße
    Herbert

    Kommentar Quin: Dass hanna1980 für die Gesamtschule ist, verstehe ich. Hinter diesem Nickname verbirgt sich meines Wissens eine Wiener Grünpolitikerin. Dass du als Direktor eines Oberstufenrealgymnasiums, der von einer Gesamtschule direkt nicht betroffen ist, für eine Gesamtschule eintrittst, ist ebenfalls dein gutes Recht.
    Ich trete für ein differenziertes Schulwesen ein aus der tiefen Überzeugung heraus, dass man in der realen Welt so den Interessen, Neigungen und Begabungen von Kindern am besten gerecht werden kann.
    Was deine Kritik an der AHS-Gewerkschaft betrifft: Ich betrachte es als meine Pflicht, als Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft für den Erhalt der Schulart einzutreten, deren LehrerInnen ich vertrete – und mir fehlt jegliches Verständnis für das kleine Grüppchen von AHS-GewerkschaftsvertreterInnen, die für die Abschaffung der Schulart kämpfen, deren LehrerInnen sie zu vertreten hätten.
    Abschließend möchte ich meine Freude darüber kundtun, dass sich dein sachlicher und inhaltlich fundierter Kommentar qualitativ doch deutlich von meinen „sehr entbehrlichen und stumpfsinnigen“ Blogeinträgen abhebt 😉
    Liebe Grüße
    Eckehard

    • Herbert Jantscher

      Muss ich da jetzt Kommentar Jantscher auf Kommentar Quin hinschreiben?:
      Lieber Eckehard … du erheiterst mich ja geradezu mit deiner Antwort!
      Aber der Reihe nach …
      1.
      Aus welcher meiner Zeilen entnimmst du, dass ich für eine Gesamtschule eintrete?
      Aus welcher Zeile der Schreiberin hanna1980 entnimmst du, dass sie für die Gesamtschule ist?
      Bin ich blind?
      Kann ich nicht mehr lesen?
      Hab ich Kartoffel auf den Augen?
      Oder was????
      Darf ich dir mal kurz hanna1980 zitieren:
      “ Und da ich in einer realen Welt lebe, bleibe ich lieber beim real existierenden, differenzierten Schulsystem, das selbstverständlich auch seine Schwächen hat und ständig weiterentwickelt werden muss.“

      Hab ich was verpasst?
      Schreibt man jetzt so, dass man für Gesamtschule ist????

      2.
      Also jetzt ehrlich: meinst du das wirklich ernst???
      ich zitiere nochmal, damit wir beide vom gleichen Satz sprechen:
      „Wer allerdings soziale Gerechtigkeit sucht, wird sie in Amerikas Schulsystem nicht einmal ansatzweise finden. Dass es sich dabei um ein Gesamtschulsystem handelt, weiß jedes Kind.“

      Nun, ich habe nur berichtet, dass meine 3 Kinder jeweils in anderen Staaten auf öffentlichen Schulen waren und ich, obwohl ich jahrelang mit amerikanischen Schulen und dem dahinterstehenden System konfrontiert war, mir nie eine solch pauschalierende und hereablassende Bemerkung erlauben würde, da man mit dieser Art der Diskussion nicht der Weiterentwicklung des Schulsystems, sondern nur der Verhärtung der Fronten dient. Aber … das unterstelle ich dir jetzt einmal … das willst du anscheinend!

      3.
      Das du als AHS-Gewerkschafter für den Erhalt der AHS eintrittst erwarte ich sogar von dir!
      Nur nicht mit hohlen Prasen!
      Denn so schadest du meiner Meinung nach dem Erhalt des Gymnasiums.
      Und daher verwehre ich mich dagegen, wenn du einfach reflexartig „Vorurteile“ verbreitest, oder?
      Ich frage dich noch einmal:
      Ich für Gesamtschule???
      Diese Verleumndung verzeih ich dir nicht so schnell, aber sie entsteht einfach aus deinem reflexartigen „auf alles hinhauen, was selbstständig denkt!“

      4.
      Es gehört einfach zum Anstand (also dieses berühmte „es ghört si“), dass man persönliche Ansichten, die hin und wieder untergriffig sind, nicht mit den offiziellen Funktionen vermischt.
      Denn ich erwarte als zahlendes Gewerkschaftsmitglied (oder legst du darauf keinen Wert?), dass du hart in der Sache, aber immer objektiv und umfassend agierst.
      Ich mache auch kein Hehl daraus, dass ich vieles an deiner Arbeit schätze. Gerade deshalb aber (und als mein Gewerkschaftsvertreter sehe ich dich nicht parteipolitisch) tun mir solche Rundumschläge mit Killerphrasen weh. Weil sie aus meiner Sicht der Gesamtdiskussion und den Zielen, die wir erreichen wollen, diametral entgegenstehen.
      Und daher gehört für mich solche Kommentare nicht gewerkschaftlich beworben.
      Und wieder würde ich dich bitten genau zu lesen! Ich habe geschrieben:
      „Ich verlange daher als Gewerkschaftsmitglied, dass die Werbung für diesen blog mit keinem gewerkschaftlichen Medium verknüpft werden darf, oder ihr berichtet sachlich und fair.“
      ODER … ganz wichtig!
      Dann hab ich nix dagegen … oder du erläuterst jetzt und hier, wieso die Zeile mit dem „eh klar, dass das ein Gesamtschulsystem ist, weiß jedes Kind“ usw… inhaltlich für unsere Diskussion von exemplarischer Bedeutung ist. Wir werden Seiten füllen, oder du sagst einfach: ja, es ist eine wirklich nicht ganz zulässige Verkürzung!
      Und daher bleibt es für mich ein „sehr entbehrlicher und stumpfsinniger“ Eintrag.
      Liebe Grüße
      Herbert

      Kommentar Quin: ad 1) Die von dir zitierte Stelle „Und da ich in einer realen Welt lebe…“ stammt von mir. Sie kommt nach „Anmerkung Quin:“.
      ad 2) Falls ich dir mit der Aussage, du seiest für die Gesamtschule, Unrecht getan habe, möchte ich mich hiermit in aller Form bei dir entschuldigen.
      ad 3) Ich denke, dass möglichst viele von den Personen, die ich zu vertreten habe, wissen sollten, wofür ich stehe. Dafür können sie mich dann bei der nächsten Wahl Ende 2014 wählen – oder eben nicht.
      Liebe Grüße
      Eckehard

      • Herbert Jantscher

        Lieber Eckehard!
        Ich entschuldige mich hiermit hochoffiziell … ich hab Kartoffel am Aug … aber das mit dem Kommentar Quin hab ich als Text von Hanna mit Kommentar zu Quin fälschlich interpretiert, bzw. am handy nicht wirklich auseinanderhalten können. Heb bitte in Zukunft dieses „Kommentar Quin“ fett hervor!
        Werde mir sofort eine Brille kaufen!

        Nochmals liebe Grüße
        Herbert

        …. oder vielleicht sollt ich gleich zum Augenarzt …?

      • Herbert Jantscher

        Lieber Eckehard!
        Einmal noch, dann ist Schluss!

        Leider hab ich tagsüber nicht so viel Zeit und die Herumdrückerei am handy führt nur zu Rechtschreibfehlern …
        Mich braucht niemand wählen und daher brauch ich mich auch nicht so pointiert mit irgendwelchen Halbwahrheiten für die nächste Wahl präsentieren.

        Einiges muss ich aber doch noch anbringen (fundiert zum Thema Amerika; weil du ja meinst, dass mein Aufruf zu nichtplakativer Diskussion bei uns nicht fundiert sei … was ja nicht Anspruch meiner Anmerkung zu eurem Kommentar war) :

        1.
        In vielen Staaten Amerikas zahlt das schoolboard (man könnte sagen: Steuergelder der Einwohner der jeweiligen Stadt) für die Schule.
        Die Menschen haben daher ein viel direkteres Verhältnis zu „ihrem“ eingesetzten Geld und zu „ihren“ Schulen. Das bringt viele Probleme mit sich. U.a. in Regionen mit hohem Anteil älterer Menschen, die meinen ihr Geld sollte eher für ihre Anliegen verwendet werden, dann kann schon einmal das Budget für eine Schule gekürzt werden. Das führt dann direkt zu Entlassungen von LehrerInnen oder anderen Kürzungen oder zu desolaten Schulen (kommt z.B. in einigen Regionen Floridas vor).
        Bei meinem Sohn (war in Boston) war es dagegen so, dass du als Schüler nicht – z.B. in einem mediamarkt wie bei uns – deinen Vormittag schulschwänzend verbringen konntest ohne von Erwachsenen angesprochen zu werden. Die haben dich sofort in die Schule gebracht oder die Polizei verständigt, die die Schüler in die Schule bringt.
        Warum?
        Eben weil es „ihr“ Geld ist, dass den SchülerInnen die Ausbildung ermöglicht.
        Bei uns sieht man es eher als Kavaliersdelikt und jede(r) schaut weg.
        Was besser ist, sei dahingestellt. Lernen wir hier unseren Jugendlichen soziale Kompetenz? Oder sind dann nicht die, die sich redlich an gesetzliche Vorgaben halten immer die blöden … ?
        Wir dürfen uns also nicht wundern, dass überall nur halbherzig hingeschaut wird.
        Ich möchte mir die Diskussion anschauen, wenn z.B. die Perchtoldsdorfer für ihre Kinder jedes Monat Geld hinlegen müssen und sich ein Gaadener den Schulbesuch erschleicht, ohne, dass seine Gemeinde dafür bezahlt … nun die Diskussion erspart uns unser System … obwohl z.B. in Volksschulen die Scheinanmeldungen einmal frohe Urständ feierten … aber bei uns ein Kavaliersdelikt.
        Was jetzt bitte nicht heisst – ich hör schon deine nächsten Anmerkungen in meinem Ohr klingen – dass ich für Vernadern á la USA-Unternehmen bin.
        Aber es ist verständlich … und hat ABSOLUT NICHTS mit Gesamtschule zu tun.
        Aber auch hier weißt du genauestens Bescheid und wir brauchen uns hier nicht anagitieren … in Sprengelschulen hatten wir lange diese Probleme … aber das wäre ein anderer blog!

        2.
        Ja, ich stehe der „Gesamtschule“ in der derzeitigen hatscherten Form mehr als skeptisch gegenüber und mit dem Augenauswischervolksbegehren braucht mir auch keiner kommen.
        Aber … und jetzt bitte nicht gleich wieder persönlich nehmen, sondern vielleicht mich einmal verstehen, weil ich unabhängig vom parteipolitischen Hickhack eine ehrliche Diskussion bevorzugen würde.
        Nur die lässt unser System nicht zu. Leider.
        Daher werden weiter selbsternannte Experten; Politiker mit Profilierungsneurosen und Menschen, die von Schule keine Ahnung haben die Diskussion bestimmen.
        Es wäre an der Zeit, um auch nach Aussen hin glaubhafter aufzutreten, dass wir durchaus auch Fehler unsererseits (da meine ich die AHS; und ich zähle mich dazu!) ansprechen.
        Auch hier könnte ich Seiten füllen … daher nur einige Impulse (die natürlich wieder verkürzt interpretiert werden können … aber die, die mich genauer kennen wissen, wie ich es und dass ich es ernst meine):
        – die AHS hat sich aus Trotz wie eine beleidigte Leberwurst aus der NMS Diskussion herausgehalten und meiner Meinung nach viel von ihrem Wissen und Knowhow leider nicht eingebracht. Es könnte für viele Kinder absolut gute Fördermodelle geben, wenn AHS und HS sie gemeinsam entwickeln.
        – derzeit stürzt sich die BHS (und zwar nicht die roten …) auf alles was NMS werden will und kümmert sich überhaupt nicht um eine Schulentwicklung. Scheinlösungen um die Menschen vorsätzlich anzulügen und eine Ausbildung vorzugaukeln sind an der Tagesordnung.
        Das ist Bildungsbetrug!
        – die Lehrerausbildung neu ist derzeit eine Katastrophe, aber es fehlen die, die Beruhigung in die Debatte bringen und versuchen endlich was Vernünftiges auf die Beine zu stellen … aber um nur ja am Kuchen mit zu naschen sind viele die ersten, die sich anstellen, obwohl sie nach aussen hin NMS-Gegnerschaft predigen.

        So, jetzt is schon spät … und so lang liest eh keiner …

        Ach ja … ich könnte mir so in 20 Jahren sehr wohl eine „neue Schule“ vorstellen, die von den äußeren Rahmenbedingungen bis hin zu entsprechend ausgebildeten Pädagoginnen eine optimale Förderung für unsere Kinder bietet … und es kann durchaus eine gemeinsame Schule sein, die unsere Kinder entsprechend ihren Talenten fördert. Fördert und unterrichtet, weil jedes Kind in unserer Gesellschaft einen wichtigen Platz einnehmen und optimal sozialisiert werden soll.

        Ich glaube wir müssen alle lernen Bildung und Ausbildung „neu zu denken“ (was nicht heisst, dass ich es kann … aber ich möchte mich darum bemühen)!

        Liebe Grüße
        Herbert
        … und ich werd dann erst wieder in einem Jahr einen längeren Kommentar zu einem Kommentar verfassen … versprochen!

  4. Fritz Malli

    Wie der Kollege Jantscher leite ich ein ORG. Allerdings in einer der wenigen Regionen Österreichs, in der keine AHS-Unterstufe geführt wird. Der Druck mancher Eltern, die Schulwahl mit 10 zu haben, ist immer wieder stark spürbar. Der politische Wille zur Umsetzung hinkt nach. Noch ist die Schule in Wohnortnähe eine erträgliche Alternative, zumal in den ersten LG in Deutsch, Englisch und Mathematik ordentliche Niveaus gehalten werden können. Über die Arbeitsbedingungen in den übrigen Fächern höre ich aus meinen Zubringerschulen wohl Klagen, allerdings hinter vorgehaltener Hand zumeist, wegen der „pädagogischen Korrektheit“. Die Profilbildung zu Schwerpunkten (musisch, Sport, Nawi) führt dazu, dass einige Eltern die Mühen des Transports ihrer Kinder in andere Schulsprengel in Kauf nehmen. Demnächst werden alle Hauptschulen hier in NMS umgewandelt. Die in den Projektbeschreibungen versprochenen AHS-Lehrer für ein Team-Teaching stehen derzeit nicht zur Verfügung, das Fachlehrer-Prinzip wird auch in Hinkunft allzu leichtfertig vernachlässigt werden.
    Manche meinen, jetzt würde die Zeit erst recht reifen für wenigstens eine AHS-Elite-Klasse in einem Bezirk mit etwa 600 Schülern pro Jahrgang.
    Und was die Differenzierung betrifft: Wir leben ein sehr gut angepasstes autonomes Schwerpunkt-Modell, das ich auf keinen Fall gegen ein undifferenziertes Oberstufenmodell für alle eintauschen möchte.
    Schad wärs um unser BORG als Konkurrenz zu HAK,HLW,Bulme. Wir leben gut damit.
    Und an den Gewerkschafter Quin: Wer, wenn nicht ihr, soll denn für die AHS mit all ihren Formen eintreten. Ich danke dafür und bitte um unermüdliche Fortsetzung.

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