Faule Spitzenverdiener

Endlich habe ich es schwarz auf weiß: Ich bin faul, arbeite nur zwei Stunden pro Tag, zwei Drittel meiner Arbeitszeit bin ich nicht produktiv, und ich beziehe ein Gehalt im Spitzenfeld. Diese Erkenntnisse entnehme ich den Schlagzeilen im heutigen „Österreich“ und insbesondere der qualitätsvollen Analyse von Wolfgang Fellner.

Offenbar ist für den Lehrberuf ein Intelligenzausmaß erforderlich, über das manche nicht verfügen, denn warum, so frage ich mich, ergreifen nicht all diese KritikerInnen sofort diesen 2-Stunden-Job mit Spitzengage? Ach ja, es ist das soziale Gewissen, das ihnen verbietet, auf Kosten aller anderen SteuerzahlerInnen zu schmarotzen. Dass „Österreich“ zu Schulbeginn in nur vier Tagen Inseratenaufträge in der Höhe von 96.000 Euro vom BMUKK erhält (1), erklärt sich selbstverständlich nur aus der hohen Qualität dieses Printmediums. Die eingangs erwähnte Analyse spricht ja für sich.

Ich neige mein Haupt in tiefer Demut und frage mich: „Wo wären wir ohne „Österreich“?“

(1) Die Einschaltungen erfolgten in der Zeit vom 6. bis 9. September 2009. Das ist der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage durch BM Schmied vom 16. November 2009 zu entnehmen.


8 Gedanken zu “Faule Spitzenverdiener

  1. Ist es bei solchen Medienberichten noch verwunderlich, wenn auch manche Schüler sehr wenig Respekt vor uns, diesen „faulen Säcken“ haben? Das alles erleichtert unsere Arbeit natürlich ungemein.
    Ich möchte nur gerne wissen, warum ich jeden Nachmittag stundenlang Vor- und Nachbereitungen, Korrekturen etc machen muss. Für die zwei Stunden Arbeit / Tag? Oder ist die Nachmittagarbeit in den zwei Stunden inkludiert?

  2. Es ist ja so durchschaubar, dass einem schlecht werden könnte: „Österreich“ schafft schon einmal eine Grundstimmung für die Dienstrechtsverhandlungen – das entsprechende „Danke schön“ in Form von Inseraten wird bald folgen.

  3. Je mehr wir LehrerInnen uns bewusst machen, welch hervorragende Arbeit wir leisten, umso weniger müssen wir uns über diese Art eklatanter Dummheit ärgern!
    Es ist UNSERE Sache, uns den nötigen Respekt zu verschaffen – einen, der sich ganz natürlich aus unserer Autorität ergibt!
    Wie das geht? Indem wir unter anderem aufhören, uns ständig allerorts anzubiedern!
    Wir müssen es nicht jedem recht machen, weil echte pädagogische Interventionen nicht notwendigerweise auch die „quotenträchtigsten“ sind!
    Und übrigens: Eine Gesellschaft, in der Bildung und Bildungsträger verunglimpft werden, korrumpiert sich selbst!
    Es gibt ja durchaus Staaten, die dann in Europa gerne Fuß fassen werden, weil sie uns an Bildung, Kreativität und Motivation haushoch überlegen sind!
    Sollten daran vielleicht dann auch „Österreich´s“ fundierte Artikel einen klitzekleinen Anteil daran gehabt haben???

  4. Gestern hat auf der Presse.Online ein Lehrer als Wunsch geäußert: mehr Wertschätzung!
    Die Kommentare dazu waren der Ausdruck des blanken Neides und puren Hasses, der uns derzeit entgegenschlägt. Woher dann junge engagierte Lehrer kommen sollen?

  5. Nein, ich glaube der „Österreich“-Bericht ist ganz anders zu verstehen. Er steht ganz offenbar im Zusammenhang mit dem sich abzeichnenden LehrerInnenmangel. Da von Seiten des Ministeriums alles getan wird, um den LehrerInnenberuf so unattraktiv wie möglich zu machen, braucht Österreich und sein Bildungssystem die starke Hand eines Printmediums, das die jungen Leute in Scharen in die Bildungsberufe locken wird …

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s