Wes‘ Brot ich ess…

Selten wurde ich auf einen meiner Blogeinträge auf http://www.quintessenzen.at so oft angesprochen wie auf den vom 21. März mit dem Titel „300 Millionen für externe Berater?“. Überraschend war dabei, dass die meisten LeserInnen offenbar weder darüber erstaunt waren, dass BM Schmied 300.000 Euro für externe Beratung ausgegeben hat, noch darüber, dass es ihr BM Heinisch-Hosek nicht übel genommen hätte, mit leichter Hand dafür das Tausendfache aus dem Unterrichtsbudget zu verschwenden. PolitikerInnen traut man heutzutage offenbar schon alles zu!

Was die meisten erstaunte, war, dass ich mich – eher am Rande – positiv über die Beamtenschaft im Unterrichtsressort geäußert hatte. Ja, ist stehe absolut zu der Aussage in meinem Blog, dass der weitaus überwiegende Teil der MitarbeiterInnen im BMUKK mit großem Engagement gute Arbeit leistet. Und ich stehe auch weiterhin dazu, dass ich es für eine grob fahrlässige Ressourcenvergeudung halte, auf deren Expertise zu verzichten und stattdessen eine externe Firma mit Steuergeld zu bezahlen.

Ich will BM Schmied keinesfalls unterstellen, dass ihr das Verschleudern von Steuergeldern per se Lust bereitet. Was also treibt sie dazu, sündteures „Coaching“ dem Rat von bewährten und erfahrenen BeamtInnen vorzuziehen? Für mich ist die Antwort glasklar: Ein Beamter ist den Gesetzen der Republik und seinem Gewissen verpflichtet, für ihn gilt jedoch kein Denkverbot. General Entacher ist ein gutes Beispiel für „Ungehorsam“ im Sinn des Maria-Theresia-Ordens (1); er fühlte sich dem Wohl der Republik und seinem Gewissen stärker verpflichtet als seinem „Parteifreund“ Darabos.

Was BM Schmied offenbar will, sind BeraterInnen, die ihr und ihren ideologischen Vorgaben kritiklos gehorchen. „Wes’ Brot ich ess, des’ Lied ich sing!“ hat nicht nur wegen Ernst Strasser, dem personifizierten Tiefpunkt österreichischer Politik, traurige Aktualität. Wie ein roter Faden ziehen sich Unsummen an – vorsichtig ausgedrückt – „meinungsbildenden“ Zuwendungen aus dem Steuertopf durch die Amtszeit der Unterrichtsministerin (Für alle Empfänger gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung.): Millionen über Millionen für Inserate und „Medienkooperationen“, üppige Aufstockung des BIFIE-Budgets und als vorläufiger Schlusspunkt 300.000 Euro für zugekaufte „Expertise“.

Wo kämen wir denn hin, wenn selbständig denkende BeamtInnen auf der einen Seite und ebensolche GewerkschafterInnen auf der anderen Seite das neue LehrerInnendienstrecht und neue Gehaltsverläufe verhandelten? Womöglich zu einem vernünftigen und brauchbaren Ergebnis!

(1) Dieser Orden wurde auch dann verliehen, wenn ein militärischer Erfolg durch bewusstes Missachten eines Befehls erreicht wurde.


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