300 Millionen Euro für externe Berater?

Am 6. März war BM Heinisch-Hosek zu Gast in der ORF-Pressestunde. Darin wurde u.a. über die angebliche Unmöglichkeit eines neuen Dienstrechts für den öffentlichen Dienst gesprochen, weil das anfänglich „200 bis 250 Millionen Euro“ kosten würde. „Im Westen nichts Neues“, könnte man sagen.

Was dann kam, ist allerdings beachtenswert. Die ORF-Journalistin Cornelia Vospernik formulierte folgende Frage: „Aber bei den Lehrerinnen und Lehrern gibt es offenbar für ein externes Unternehmen, das berät, wie so eine Reform aussehen soll, 200 bis 300 Millionen Euro, genau das Geld, das Ihnen für eine Besoldungsreform fehlt – das versteht man nicht.“ Heinisch-Hosek fiel beim Nachbohren durch die Journalistin zu diesen „200 bis 300 Millionen Euro“ nur ein: „Was das gekostet hat, weiß ich jetzt nicht […] ich bin auch in dieser Gruppe dabei, der ganze Prozess wird begleitet, was gut ist.

Zur Klarstellung: BM Schmied verzichtet auf die Expertise ihrer – größtenteils sehr fähigen – MitarbeiterInnen im BMUKK und hat das Beratungsunternehmen Deloitte beauftragt, sie für die Verhandlungen zum neuen Dienst- und Besoldungsrecht fit zu machen. Dieses Fitnesstraining hat bisher laut Sprecherin von BM Schmied 293.340 Euro gekostet. (1) Das ist skandalös genug. Aber das Tausendfache?!

Das besonders Schockierende ist, dass BM Heinisch-Hosek „200 bis 300 Millionen Euro“ für externe Beraterdienste für möglich erachtet – ja sie zeigt sich nicht einmal empört darüber! Eine mögliche Erklärung: Vielleicht hat die Beamtenministerin an Schmieds Kommunalkredit gedacht, deren Pleite mit 15 Milliarden Euro zu Buche schlägt. (2) Bei den vielen Nullen in der Politik kann man ja tatsächlich leicht den Überblick verlieren 😉

(1) Regina Pöll, Lehrerdienstrecht vor schwierigem Start. In: Presse Online vom 1. März 2011.

(2) „So sollen Schulden von Banken, die vom Staat aufgekauft wurden, in die Gesamtverschuldung eingerechnet werden. Im Fall von Österreich ist das die Kommunalkredit, die mit 15 Mrd. Euro zu Buche schlägt.“ Zit.n. Wolfgang Böhm, Eurostat wird Österreichs Staatsschulden anheben. In: Presse Online vom 7. Februar 2011.


2 Gedanken zu “300 Millionen Euro für externe Berater?

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