Mut kann man nicht kaufen!

Selbstdenken ist der höchste Mut. Wer wagt, selbst zu denken, der wird auch selbst handeln.“ Bettina von Arnim (1), der dieser weise Spruch zugeschrieben wird, hätte am Rosenmontag, dem Tag vor dem Weltfrauentag, wohl ihre helle Freude mit Frau Dr. Schmid gehabt.

Da wurde nämlich in der Presse Frau Dr. Schmid wörtlich zitiert: „Ich will Gleichberechtigung. Kleingruppen, Teamteaching und projektbezogener Unterricht sollen auch an den AHS umgesetzt werden.“ (2)

All jene, die sich kurz der Hoffnung hingaben, die Unterrichtsministerin hätte ihren Aschermittwoch-Anschlag von 2009 durch einen radikalen Rosenmontag-Umschwung 2011 gutzumachen versucht, muss ich leider enttäuschen.

Dr. Susanne Schmid, die Vorsitzende des burgenländischen Landesverbands der Elternvereine, war es, die der pannonischen Obrigkeit in aller Öffentlichkeit die Stirn geboten hat. Was dann geschah, erinnert allerdings deutlich mehr an Kim Il-sung als an Bettina von Arnim.

Christoph Schwarz bringt es in der „Presse“ auf den Punkt: „Tatsächlich scheint sich die Landesregierung die Unterstützung der Eltern erkaufen zu wollen.

Aus dem Büro von Landeschef Hans Niessl ließ man laut „Presse“ Frau Dr. Schmid wissen, dass die in allen anderen Ländern übliche Büroinfrastruktur nur dann zur Verfügung gestellt würde, wenn es „wirklich zu einer unmissverständlichen Zusammenarbeit“ komme.

Im Klartext: Büro, Telefon etc. würden erst dann bereitgestellt, wenn der Elternverband die NMS nicht mehr „öffentlichkeitswirksam ablehnt“, es müsse „als Basis eine einheitliche Bildungsstrategie vorherrschen“.

Wer nun fürchtet, dass sich die Elternvertreterin von diesen pannonischen Drohgebärden mundtot machen ließ, hat sich schwer getäuscht.

Die „Presse“ zitiert Susanne Schmid weiter wie folgt: „Während die NMS forciert werde, hungere man die Gymnasien aus. Man habe die Werteinheiten für AHS gekürzt, so Schmid. Die vorgeschriebene Klassenschülerhöchstzahl sei an vielen Standorten überschritten.

Zur Geisteshaltung des burgenländischen Landeshauptmanns und seiner Vasallen fällt mir nichts Druckfähiges ein. Zu Frau Dr. Susanne Schmid kommt mir Adolf Kolping (3) in den Sinn, der sagte: „Wer Mut zeigt, macht Mut.

(1) politische Schriftstellerin (1785 – 1859)

(2) Christoph Schwarz, Eltern wehren sich gegen politischen Einfluss. In: Presse Online vom 7. März 2011.

(3) Begründer des Kolpingwerkes (1813 – 1865)


Ein Gedanke zu “Mut kann man nicht kaufen!

  1. Super Artikel, danke! Kleines Detail in Zeiten wie diesen, wo das getreue Zitieren so wichtig ist: die Bundesministerin für Unterricht usw. heißt SCHMIED, Dr. Claudia SCHMIED. Sie ist durch diesen Namen eigentlich prädestiniert, gute handwerkliche Arbeit zu leisten, also eine Kulturschmiedin zu sein, wenn man es so sehen darf. Aber da Fastenzeit herrscht und das Spaßen eine gefährliche (innerlich jedoch sehr ernste) Kunst ist, wünsche ich abschließend allen Lesern ein geruhsames Wochenende! Wenn das im Zuge der schrecklichen Meldungen aus Japan überhaupt möglich ist.
    Gabi Krenslehner

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