Recht (und) billig

„Recht und billig“, diese Phrase schoss mir in den letzten Tagen immer wieder durch den Kopf, während sich – meist selbsternannte – ExpertInnen zu den PISA-Ergebnissen äußerten.

Billig ist es, den KollegInnen an den Volksschulen die Schuld für das Lesedebakel in die Schuhe zu schieben. Ich weiß als Vater schulpflichtiger Kinder, dass die VolksschulpädagogInnen ihr Bestes geben, aber in der Kompensation vorschulischer Sprachdefizite von der Politik allein gelassen werden!

Recht soll es mir sein, wenn von BM Karl bis DDr. Haider öffentlich einbekannt wird, dass die Gesamtschule – egal unter welcher Tarnbezeichnung – kein Mittel zur Bekämpfung der „PISA-Krise“ ist.

Billig ist es, MigrantInnen ins Land zu holen, sie dann aber mit ihren Sprachdefiziten allein zu lassen.

Recht ist es mir, wenn angesichts ostasiatischer PISA-Triumphe in Österreich der Begriff „Leistung“ wieder aus der Schmuddelecke gezogen wird.

Recht billig ist es, wenn die Unterrichtsministerin die Schuld bei ihren VorgängerInnen (etwa auch bei Zilk, Scholten und Co.?) sucht, obwohl sie unsere Forderungen nach sinnvollen Reformen seit Jahren blockiert.

Recht und billig ist die Forderung der LehrervertreterInnen aller Schularten nach einer VOLLakademischen Ausbildung auf Master-Niveau für alle LehrerInnen. Was uns die Ministerinnen vom Minoritenplatz als „LehrerInnenbildung NEU“ auf den Tisch gelegt haben, ist aber leider nur recht billig. Wer ein Downgrading betreibt und zukünftig Bachelor-BilliglehrerInnen für alle Schularten produzieren möchte, wird die Früchte dieser Politik ernten. Sie werden noch bitterer schmecken als die der Bankenkrise!

4 Kommentare

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4 Antworten zu “Recht (und) billig

  1. … und recht billig war es, als die damalige Unterrichtsministerin Gehrer mit dem Schlagwort „SchülerInnenentlastung“ die Unterrichtsstunden (Stundentafel) gekürzt und damit pädagogisch unsinnige „Einstundenfächer“ geschaffen hat. Was damals medial als Erfolg des Unterrichtsministeriums über die dagegen Sturm laufende Lehrerschaft gefeiert wurde, zeigt seine Wirkungen wohl auch im Können und Wissen der heutigen SchülerInnen …

    • Christine Pöschl

      Dem kann ich nur vollinhaltlich zustimmen! Ich habe es einmal durchgerechnet, mit diesen Stundenkürzungen wurde unseren Kindern und Jugendlichen ein dreiviertel Schuljahr „gestohlen“ (bis zur Matura)! Zeit, die natürlich abgeht…. von den „Einstundenfächern“ gar nicht zu reden. Und wer erinnert sich noch, warum sie das getan hat: weil ein gewisser Finanzminister unbedingt ein Nulldefizit – Budget präsentieren wollte.

  2. Ich kann die Aussagen nur vollinhaltlich bestaetigen. Dem Profit wird seit einiger Zeit alles geopfert. Allerdings nicht nur in Österreich.

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