Nur die Besten…

„Nur die Besten sollen Lehrer werden!“ So wünschen es sich die Politikerinnen vom Minoritenplatz (1), und das wäre zweifellos auch unseren Kindern zu wünschen. Eignungsverfahren sind im „Expertenpapier“ nachzulesen, und so habe ich es auch auf der „Stakeholderkonferenz“ zur „LehrerInnenbildung NEU“ in Wien vernommen. In Finnland werde nur einer von zehn BewerberInnen zum Lehramtsstudium zugelassen.

„Nur die Besten sollen Politiker werden!“ Das wünsche ich mir, und das wäre zweifellos nicht nur für unsere Kinder, sondern für uns alle ein Segen. Stellen Sie sich vor, nur eine von zehn BewerberInnen würde am Minoritenplatz zugelassen – in der linken und der rechten Gebäudehälfte.

Derzeit habe ich nicht den Eindruck, dass wir diesen Idealzustand schon erreicht haben. Die ÖVP-WISSENSCHAFTSministerin verteidigt ihren Standpunkt, „wonach nicht alle Pädagogen eine vollakademische Ausbildung bekommen sollen“. (2) Die SOZIALDEMOKRATISCHE Bildungsministerin wiederum tut sich mit der Sozialpartnerschaft schwer und schickt einen Gesetzesentwurf in Begutachtung, obwohl am Vortag nach stundenlangen, äußerst konstruktiven Gesprächen auf Beamtenebene weitere Verhandlungen vereinbart wurden. Dabei geht es dieses Mal um kein ideologisch belastetes Thema: Qualitätsmanagement. Alle bekennen sich dazu. Funktionieren kann es aber nur, wenn alle an einem Strang ziehen. Die meisten MitarbeiterInnen im BMUKK sehen das auch so, die politische Führung jedoch entscheidet anders. Das ist zur Kenntnis zu nehmen. Damit ist aber zumindest dieser Anlauf eine Totgeburt.

„Nur die Besten…“ ist wohl ein frommer Wunsch. Mir würde es fürs Erste schon reichen, wenn wir das Prinzip nicht umkehren.

(1) Bildungs- und Wissenschaftsministerium sind im selben Gebäude am Minoritenplatz 5 untergebracht.

(2) http://diepresse.com/home/bildung/schule/lehrerbildung/615575/Karl_Brauchen-nicht-fuer-alles-Lehrer-mit-Master?_vl_backlink=/home/bildung/schule/index.do

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Quins Kommentare

Eine Antwort zu “Nur die Besten…

  1. peternuss

    Seltsam – bei den LehrerInnen wollen „unsere“ BildungspolitikerInnen (zu Recht) differenzieren – also zwischen besser geeignet und weniger geeignet unterscheiden. Warum sie das partout nicht auch schon bei den Kindern – meinetwegen von der Wiege – über den Kindergarten und Volksschule bis hin zur Promotio sub auspiciis Praesidentis rei publicae wollen und auch schon gar nicht akzeptieren wollen, ist mir entweder unbegreiflich oder ein Zeichen dessen, dass manche PoltikerInnen dem Anspruch, den man (zu Recht) an jede Berufsgruppe stellen wird, derzeit offenbar nicht gerecht werden …

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