Hundstorfer, Einstein und Mark Twain

Minister Hundstorfer äußerte sich laut einem „Presse“-Artikel mit folgenden Worten über die AHS:

„Damit Jugendliche wissen, welche Möglichkeiten sie haben, will Hundstorfer sie ins Berufsinformationszentrum schicken – und zwar ,jede siebente oder achte Schulstufe im Land mindestens einmal drei Stunden’. Es schade nicht zu wissen, was ein Maurer oder ein Elektriker ist. Mit den Hauptschulen funktioniere das schon jetzt einwandfrei, anders als mit den Gymnasien. ,Die Präpotenz von AHS-Einrichtungen ist manchmal unwahrscheinlich.’“ (1)

Also sprach der Sozialminister und offenbarte damit seinen Standpunkt, bei dem mir viele Gedanken durch den Kopf schossen. Die jugendfreien möchte ich hier offenbaren:

  • Haben sich die Oberösterreichischen Nachrichten vertippt und anstelle von Rudolf Hundstorfer Laura Rudas geschrieben? Auf die Frage nach Laura Rudas’ größtem Talent antwortete der oberösterreichische SPÖ-Chef Josef Ackerl mit „Da kenne ich keines.“ (2)
  • „Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit Radius Null – und das nennen sie ihren Standpunkt.“ (3)
  • Wie alt ist Rudolf Hundstofer? Mark Twain, der 1887 die folgenden Worte schrieb, kann ihn doch unmöglich gekannt haben: „Alles, was man im Leben braucht, ist Unwissenheit und Selbstvertrauen, dann ist der Erfolg sicher.“ (4)

Bin ich froh, dass wir einen erfolgreichen Sozialminister mit klar definiertem Standpunkt haben.

(1) Hundstorfer: „Die Präpotenz der AHS ist unwahrscheinlich“. In: „Die Presse“, Print-Ausgabe vom 26. August 2010

(2) http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/landespolitik/art383,449849

(3) Dieser Ausspruch wird neben Albert Einstein auch David Hilbert und Leonhard Euler zugeschrieben.

(4) Mark Twain, Brief an Mary Hallock Foote, 2. Dezember 1887


Ein Gedanke zu “Hundstorfer, Einstein und Mark Twain

  1. Niemand, der die Absicht hat, nach dem Ende der Schulpflicht ins Berufsleben zu treten, wird von der Schule daran gehindert, in ein Berufsinformstionszentrum oder eine ähnliche Einrichtung zu gehen und sich zu informieren. Diese Zentren haben nicht nur während der Unterrichtszeit offen.
    Dass solche Zentren oft von Hauptschulklassen, aber nur selten von AHS-Klassen während der Unterrichtszeit besucht werden, hat wohl den Grund, dass die meisten Schülerinnen und Schüler der AHS die Absicht haben, auch nach der Schulpflicht weiter (bis zur Matura) in die Schule zu gehen. Welchen Sinn hat es, mit der ganzen Klasse zu einer solchen Information zu gehen, wenn die meisten noch mindestens vier Jahre – das ist für Kinder in diesem Alter eine Ewigkeit – davon entfernt sind? Stattdessen brauchen sie eine vernünftige Berufs- und Studieninformation in der 11. und 12. Schulstufe – und zwar nicht durch Veranstaltungen, durch die sie klassenweise durchgeschleust werden, sondern durch eine individuelle Beratung, die durchaus auch außerhalb der Unterrichtszeit erfolgen kann, aber zu deren Besuch man sie vielleicht in der Schule motivieren sollte.
    Und zusätzlich sollte es eine individuelle Beratung für jene geben, die während der Oberstufe überlegen, doch mit der Schule aufzuhören und etwas anderes zu machen. Aber auch für diese Gruppe ist es in der 8. Schulstufe zu früh, denn zu dem Zeitpunkt waren sie ja noch entschlossen, weiter in die Schule zu gehen.

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