Kreative Logik und charakterliche Flexibilität

In den Oberösterreichischen Nachrichten lese ich gestern ein Interview mit BM Dr. Beatrix Karl:

„Karl: Ich wünsche mir ein Konzept, in dem die Bildungsentscheidung erst mit 14 Jahren getroffen wird, weil diese im Alter von zehn Jahren – wie derzeit – einfach zu früh ist. […]

OÖN: An den Universitäten sprechen Sie sich für Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen aus. Gefährdet das die soziale Durchlässigkeit?

Karl: Da sehe ich keine Widersprüche. Der offene Hochschulzugang, der hoch gepriesen wird, hat nichts an der sozialen Durchlässigkeit verbessert. An den Fachhochschulen hingegen, wo es Zugangsregeln gibt, ist die soziale Durchlässigkeit eine größere. […] Wenn sich die ÖVP im Schulbereich bewegt und ideologische Scheuklappen abwirft, dann erwarte ich mir das auch von der SPÖ. Wenn sich die SPÖ im Hochschulbereich nicht bewegt, wird ein großes Bildungspaket nicht zustande kommen.“ (1)

Die kurze Übersetzung: Opferung des differenzierten Schulsystems gegen Zugangsbeschränkungen an den Universitäten. Dabei kommen zwei interessante Punkte zum Vorschein: kreative Logik und charakterliche Flexibilität. „Zugangsregeln“ an den Fachhochschulen erhöhen die „soziale Durchlässigkeit“. Warum diese im Schulbereich angeblich das genaue Gegenteil bewirken, dafür bleibt Karl die Erklärung schuldig – kreative Logik eben.

„Quod licet Iovi non licet bovi“, fällt mir zum zweiten Punkt ein. Eignungstest, Aufnahmeverfahren… sind erst dann opportun, wenn man sie selbst anwendet – ja, nicht nur opportun, sondern eine Notwendigkeit, um soziale Schranken abzubauen. Davor sind es angeblich Werkzeuge erzkonservativer Betonschädeln. Dem vorletzten Satz stimme ich ja zu, der letzte zeigt charakterliche Flexibilität. Womit ich nur Gutes über BM Karl gesagt habe 😉

(1) http://tinyurl.com/33bpg59


Ein Gedanke zu “Kreative Logik und charakterliche Flexibilität

  1. In der ATV-Sendung gestern abends mit Eva Scholik – der „Moskaugestrigen“ – hat sich ja Frau Rudas verplaudert: „Wir können uns 2 Schulsysteme für die 10-14jährigen mit unterschiedlich teuren Lehrern nicht leisten.“ Hoffentlich opfert die ÖVP nicht manch junge Ministerin dem Rückzugsgefecht auf die Gesamtschule. Da hab ich doch lieber solche Evas! Auch die Frage nach den Schulen der Kinder der ideologischen Gesamtschulbefürworter und die Kosten der Salcher’schen Ganztagsschule blieb unbeantwortet!

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