Gerhard Riegler: Von NMS zu SOS

Der Friede dauerte leider nur exakt ein Jahr:

Am 20. April 2009 musste BM Schmied unter größtem medialen Interesse klein beigeben und die von ihr mit aller Vehemenz betriebene Erhöhung der Lehrverpflichtung begraben. Hinter uns lagen der Aschermittwoch-Anschlag, viele Wochen heftigster Auseinandersetzungen und unzählige Verhandlungs-runden.

Exakt am 20. April 2010, dem ersten Jahrestag dieses Abkommens, gab BM Schmied im Ministerrat einem Vortrag der Beamtenministerin Heinisch-Hosek, der auch im Bildungsressort massive Kürzungen vorsieht, ihre Zustimmung. Hinter vorgehaltener Hand hört man, dass alleine an den Bundesschulen an die tausend Arbeitsplätze eingespart werden sollen. Aus meiner Formulierung „hinter vorgehaltener Hand“ erkennen Sie, liebe Leserinnen und Leser, dass BM Schmied leider einmal mehr glaubt, sie sei übers Gesetz erhaben und könne die vom Personalvertretungsgesetz  zwingend geforderte Einbindung des Zentralausschusses vergessen, was von uns ganz sicher nicht hingenommen wird.

Noch vor wenigen Wochen schien BM Schmied im Geld zu schwimmen: Millionen verschleuderte sie für Inserate und Werbekampagnen und forderte die Aufhebung der 10 %-Grenze für die sündteuren NMS-Versuche so heftig, als wäre ein verantwortungsvoller Umgang mit anvertrautem Geld für sie kein Thema. Was die vormalige Bankmanagerin verschwieg, war uns LehrerInnen klar: Jede Euro-Million, die heute beim Fenster hinausgeworfen wird, fehlt morgen in der Schatulle. BM Schmied agierte, als gäbe es kein Morgen.

Am 20. April 2010 wurde für BM Schmied aus dem Morgen das Heute, noch bevor sie aus ihren Gesamtschulträumen erwachte. Jetzt sollen vom BMUKK tausend Planposten abgebaut werden, um Kosten zu sparen. Wenn via Medien behauptet wird, dass diese tausend Posten ohnehin „nur“ die Schulverwaltung betreffen, so ist dies eine billige Beruhigungstablette. Tausend Dienstposten weniger in der Schulverwaltung würde neben dem Schulversuch „NMS“ einen Schulversuch „SOS“ erfordern, die Schule ohne Sekretariat. Das kann nicht ernst gemeint sein, das wird sich schnellstens als billiges Ablenkungsmanöver entpuppen. Glaubt BM Schmied ein Jahr nach dem für sie blamablen Ende, dass wir Lehrerinnen und Lehrer heute bereit sind, für ihr Agieren von gestern zu bürgen?

Ein Kommentar

Eingeordnet unter Gerhard Rieglers Wochenkommentar

Eine Antwort zu “Gerhard Riegler: Von NMS zu SOS

  1. Danke für die Informationen! Leider passiert derart unverantwortlicher Umgang mit Steuergeldern nicht nur im Bildungssektor. Umso mehr müssen wir als unserer Jugend gegenüber verantwortungsbewusste LehrerInnen darauf dringen, dass Sparen an der Bildung der komplett falsche Weg ist. Ja zu Optimierungen dort wo sie möglich sind aber ein klares Nein zum bloßen Sparen, nur weil unsere Politiker unfähig sind ordentlich zu haushalten…

    Und noch etwas: Es wird wieder einmal deutlich, wie wichtig eine gute und starke LehrerInnenvertretung ist!!!

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