OTS

26. Mai 2012

Streit ums Gymnasium geht weiter
Utl.: Vorwurf gegen Schmied: „Rechtsbruch“

Die ÖVP fordert Unterrichtsministerin Claudia Schmied auf, die Klassenschülerzahlen in den AHS-Unterstufen auf das gesetzliche Maß zu senken. Schmied denkt aber nicht daran. Das ist klarer Rechtsbruch. Mehr dazu im Ö1-Mittagsjournal: Streit ums Gymnasium geht weiter

23. Mai 2012

AHS-Quin: Bildungsstandards kosten 425 Euro pro Schüler
Utl.: Vom Wiegen allein wird die Sau nicht fett!

36 Millionen Euro haben die heute erstmals durchgeführten Standardüberprüfungen laut Unterrichtsministerin gekostet – 11 Millionen für die Entwicklung, 25 Millionen für die Implementierung. Getestet wurden etwa 85 000 Schüler. Das Budget wurde um zwei Drittel überzogen. Bei der Schaffung der gesetzlichen Grundlagen veranschlagte BM Schmied nämlich bis inkl. 2012 nur 22 Millionen als „Maximalvariante“.

„Die Standardtestungen kosten 425 Euro pro Schüler. Für diese Summe müsste man jedem Kind ein vergoldetes Testheft in die Hand drücken können“, meint AHS-Gewerkschafter Eckehard Quin. „Ich wünsche mir eine parlamentarische Anfrage, die klärt, wohin das Geld verschwunden ist. 25 Millionen allein für die Implementierung – das ist ja völliger Wahnsinn! Mit den Kosten der heutigen Standardtestung könnten man ein Jahr lang mehr AHS-Lehrer bezahlen, als es z. B. im gesamten Burgenland gibt.“

Quin kritisiert weiter, dass die Schüler ihre Testergebnisse erst Monate später erfahren. „Niemand, der auf eine Waage steigt, wird erst in sieben Monaten sein heutiges Gewicht erfahren wollen. Bei jeder Führerscheinprüfung bekomme ich die Ergebnisse sofort, selbst bei der Reifeprüfung binnen weniger Tage. Das muss doch auch bei Standards möglich sein – noch dazu um diesen Preis“, kritisiert Quin. Die Rückmeldung komme zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die Schüler schon längst für ihre weitere Schul- oder Berufslaufbahn entscheiden mussten. „Die Ergebnisse sind für die Schüler, um die es doch gehen sollte, wertlos. Sie können weder ihnen noch ihren Eltern als Entscheidungshilfe dienen. Das ist eine Pflanzerei für alle Beteiligten und eine Verhöhnung für jeden Steuerzahler.“

Quin fordert die sofortige Rückmeldung der Ergebnisse und eine deutliche Kostenreduktion. „Wir benötigen mehr Geld für die Kinder und nicht immer mehr für Testungen. Denn, wie es in einer alten Bauerweisheit heißt: Vom Wiegen allein wird die Sau nicht fett!“, so Quin abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
0664 46 04 153
matthias.hofer@oepu.at

9. Mai 2012

AHS-Quin: Schmied fördert Flucht ins Privatschulwesen
Utl.: Einheitsschulsysteme führen zu massenweiser Abwanderung in elitäre Privatinstitute

Eckehard Quin, der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft, übt heftige Kritik an den jüngsten Äußerungen der Unterrichtsministerin. Quin wirft der Ex-Bankerin Schmied vor, alles zu unternehmen, um das österreichische Schulwesen in zwei Teile zu zerschlagen: die öffentlich finanzierte Einheitsschule und die von den Eltern zu finanzierenden Privatinstitute.

Quin wörtlich: „Wer nicht wahrhaben will, dass dies die Folge staatlicher Gesamtschulen ist, möge über die Grenzen schauen: In den traditionsreichen Gesamtschulstaaten Europas England und Frankreich fliehen Eltern, sofern sie es sich irgendwie leisten können, mit ihren Kindern aus dem staatlichen Schulwesen und greifen dafür sehr tief in die Tasche.“

Quin weiter: „Die Flucht aus dem öffentlichen Schulwesen beginnt in Gesamtschulstaaten schon beim Kindergarten, wo Eltern um die Aufnahme in einen renommierten privaten Kindergarten ringen, weil es Absolventen privater Kindergärten eher gelingt, einen der heiß begehrten Plätze in einer privaten Volksschule zu bekommen. Diese aber sind wiederum de facto Voraussetzung für die Aufnahme in ein privates Gymnasium.“

Quin warnt eindringlich vor dem Entstehen eines Risses durch die Gesellschaft entlang der finanziellen Möglichkeiten des Elternhauses, der bis zu den Universitäten reicht.

Quin dazu: „In die hochangesehenen Universitäten Frankreichs und Englands finden Absolventen öffentlicher Schulen kaum Zutritt. Außerdem sind sie ohnehin den Töchtern und Söhnen aus wohlhabendem Haus vorenthalten: Mehr als die Hälfte der Kosten, die für Universitäten anfallen, werden in Großbritannien bereits von den Studierenden bzw. ihren Eltern getragen, in Österreich nicht einmal sechs Prozent.“

Quin empfiehlt der Unterrichtsministerin dringend die Lektüre der aktuellen Ausgabe der OECD-Studie „Education at a Glance“. Schon ein kurzer Blick auf die Seite 244 würde BM Schmied vor Augen führen, dass sie bildungspolitisch völlig in die Irre geht.

Quin betont die hervorragenden Leistungen der Lehrerinnen und Lehrer aller Schularten, von der Sonderschule über die Hauptschule und NMS bis zu den höheren Schulen (AHS, BHS), in denen Österreichs Jugend fit für die Zukunft gemacht wird.

Quin abschließend: „Wer klar denkt, kann sich nur über eine Unterrichtsministerin wundern, die Österreichs vielfältiges, soziales und damit höchst erfolgreiches Schulwesen zerschlagen will. Der Blick auf die Jugendarbeitslosigkeit in Gesamtschulstaaten Europas zeigt, wie gefährlich das Agieren BM Schmieds für Österreichs Jugend ist, wie verheerend es wäre, würde sie sich mit ihrem Einheitsfetisch durchsetzen.“

Rückfragehinweis:
Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
0664 46 04 153
matthias.hofer@oepu.at

5. Mai 2012

Beitrag zum neuen Lehrerdienstrecht im Ö1-Mittagsjournal mit einem Interview mit Eckehard Quin, dem Vorsitzenden der AHS-Gewerkschaft (Zum Hören auf den unterstrichenen Text klicken!)

19. März 2012

Paul Kimberger (Vorsitzender der APS-Gewerkschaft) und Eckehard Quin (Vorsitzender der AHS-Gewerkschaft) zu einem neuen Lehrerdienstrecht im Ö1-Morgenjournal. (Zum Hören auf den unterstrichenen Text klicken!)

15. März 2012

Offener Brief an den BIFIE-Direktor LSI Mag. Josef Lucyshyn wegen der Verunglimpfung von LehrerInnen

Sehr geehrter Herr Direktor Lucyshyn, lieber Josef!

Mit Deinen Aussagen in der gestrigen ZiB 2 und den Äußerungen in der heutigen „Presse“ („Zentralmatura: Schulen sollen gegen unwillige Lehrer vorgehen“) hast Du wider besseres Wissen tausende höchst engagierte KollegInnen öffentlich verunglimpft und damit nicht nur diese völlig unberechtigt beleidigt, sondern auch dem Image des österreichischen Bildungswesens geschadet.

Dass die Medienberichterstattung der letzten Tage (BIFIE-Empfehlungen für die Benotung von Schularbeiten) an Deinem Nervenkostüm gezerrt hat, ist für mich nachvollziehbar. Dies kann aber keineswegs als Entschuldigung dafür dienen, dass Du nun mit einem Rundumschlag gegen die Lehrerschaft versuchst, ihnen Fehlleistungen anderer in die Schuhe zu schieben.

Du weißt natürlich, dass zahlreiche Fortbildungsveranstaltungen zur Zentralmatura abgesagt werden mussten, weil es schlicht an den nötigen Informationen fehlte.

Es ist Dir natürlich bekannt, dass binnen kürzester Zeit bereits der zweite Mathematiker die Leitung der Arbeitsgruppe zur Mathematik-Zentralmatura zurücklegt. Glaubst Du nicht auch, dass es vielleicht am unzumutbaren Zeitplan liegen könnte, warum jeder das Handtuch wirft?

Wenn Du weder der AHS-Gewerkschaft noch den tausenden engagierten KollegInnen Gehör schenkst, dann sollten Dir die Aussagen Deiner Ehefrau zu denken geben. Ich zitiere „Gabriele Friedl-Lucyshyn, Leiterin des BIFIE-Zentrums Wien“ aus der Online-Ausgabe der Presse vom 9. März 2012:

In den Bereichen Deutsch und Mathematik ist überhaupt noch unklar, wie das Beurteilungsraster aussehen wird.“ (1)

Fehlende „Experten“-Leistungen, auf die LehrerInnen und SchülerInnen nach wie vor warten, können wohl kaum durch einen unqualifizierten Pauschalangriff auf LehrerInnen wettgemacht werden.

Ich erwarte mir eine Entschuldigung – und zwar nicht bei mir, sondern bei den völlig zu Unrecht verunglimpften LehrerInnen.

Dir wünsche ich möglichst bald wieder die nötige Nervenkraft, um das Chaos rund um die Zentralmatura halbwegs in den Griff zu bekommen.

In Sorge um die SchülerInnen verbleibe ich mit kollegialen Grüßen

Eckehard Quin

(1) Zentralmatura: Zu viele Fünfer sorgen für Aufregung. In: Presse Online vom 9. März 2012.

17. November 2011

Baustelle Zentralmatura: Schulpartner verlangen von BM Schmied seriöse Vorbereitung

Utl.: Nur was sich im Matura-Schulversuch bewährt hat, darf flächendeckend umgesetzt werden!

Alle SchülerInnen der Allgemeinbildenden Höheren Schulen, die sich derzeit in der 10. Schulstufe (6. Klasse) befinden, müssen bereits zur Zentralmatura antreten. In manchen Gegenständen sind die Vorbereitungen dafür noch lange nicht abgeschlossen, weswegen eine seriöse Vorbereitung der SchülerInnen darauf im Unterricht nicht möglich ist. Deshalb sehen sich alle SchulparterInnen gezwungen, gemeinsam an die Öffentlichkeit zu treten.

Ing. Theodor Saverschel, MBA, Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen, zeigte sich namens der Elternschaft bei einer Pressekonferenz aller Schulpartner höchst besorgt über die für das Schuljahr 2013/2014 geplante Zentralmatura: „Während die Matura-Schulversuche in den Fremdsprachen – vor allem in Englisch und Französisch – recht positiv verlaufen, gibt es in Mathematik so gut wie keine Erfahrungen. Geht es nach dem Unterrichtsministerium, so soll es nur mehr Feldtestungen geben. Es wird offensichtlich vergessen, dass es sich hier um Menschen handelt, die zum Handkuss kommen. Da es weder fertige Unterlagen für SchülerInnen noch für LehrerInnen gibt, hängt der Erfolg auf Gedeih und Verderb vom Engagement des jeweiligen Lehrers, der jeweiligen Lehrerin ab. Somit kristallisiert sich so etwas wie eine göttliche Gnade der Lehrerzuteilung heraus.“

Die Bundesschulsprecherin Conny Kolmann bringt die Besorgnis der SchülerInnen auf den Punkt: „Schüler sollen keine Versuchskaninchen einer unausgegorenen neuen Reifeprüfung werden. Ich nehme die Ministerin beim Wort ihres eigenen Ministeriums. Am 21. Oktober 2008 wurde in einem ministeriellen Schreiben angekündigt, dass Lehrplan und Unterlagen bereits der neuen Matura angepasst sind, wenn der erste Jahrgang, für den die Zentralmatura gilt, in die 9. Schulstufe kommt.“

„Leider kann oder will sich BM Schmied nicht an die Vorgaben ihres eigenen Ministeriums halten, obwohl wir sie seitens der Lehrervertretung immer wieder auf die drohende Katastrophe hinweisen“, ergänzt Mag. Dr. Eckehard Quin, der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft.

Conny Kolmann formuliert die gemeinsame Linie aller Schulpartner: „Nur Schülerinnen und Schüler, die in der Sekundarstufe II, d.h. in der gesamten Oberstufe, mit den entsprechenden Unterrichtsmitteln und der entsprechenden Schwerpunktsetzung unterrichtet worden sind, sollen nach den neuen Regeln die Reifeprüfung ablegen.“

Theodor Saverschel ergänzt: „Es ist unverständlich, dass hier zu Lasten unserer Kinder, und das werden sie für uns Eltern immer sein, mit Gewalt versucht wird, am Zeitplan in den Fächern, in denen von seriöser Erprobung keine Rede sein kann, festzuhalten.“

Eckehard Quin schlägt in die gleiche Kerbe: „Es ist einfach hanebüchen, die seit vielen Jahren in Schulversuchen erprobte Englischmatura als Vorwand zu benutzen, um in Fächern wie Deutsch und Mathematik auf jede Erprobung zu verzichten. Wir Lehrer wollen unsere Schüler nicht durch dichten Nebel auf die neue Reifeprüfung zusteuern.“

„Aus Schaden wird man klug. Dass die Schulpolitik aus dem Schaden der ersten Jahrgänge klug werden will, können wir Schülerinnen und Schüler nicht einmal als schlechten Scherz sehen. Auch wenn wir an die nicht vorhandenen Lehrbücher denken, vergeht uns das Lachen“, so Conny Kolmann zur dilettantischen Vorgangsweise.

Theodor Saverschel sorgt sich um den Erhalt einer soliden Allgemeinbildung, nicht zuletzt was die Literatur im Deutschunterricht anlangt: „Auch die IG Autorinnen und Autoren hat sich dagegen ausgesprochen. Es ist ja geradezu unglaublich, dass Weltliteratur nicht mehr Bestandteil der Matura sein soll!“

Eckehard Quin weiß von großen Sorgen der Schulbuchautoren: „Sie sind unglücklich, weil sie z.B. in Mathematik überhaupt nicht wissen, welche Beispiele sie aufnehmen sollen, da die Ministerin erst mit 1. Oktober eine neue Entwicklungsgruppe für die Mathematik-Matura eingesetzt hat. Über ein Jahr, nachdem schon alles inklusive Lehrbücher fertig sein müsste, wird eine Gruppe erst beauftragt!“

Quin erinnert nochmals an eine seit Jahren erhobene Forderung der Schulpartner: „Eine teilzentrale schriftliche Matura, bei der Grundkompetenzen unabhängig vom Schultyp österreichweit an allen Schulen abgeprüft werden. Diese Grundkompetenzen und die Lehrinhalte, an denen sie abgeprüft werden sollen, müssen im Lehrplan klar definiert sein. Alles, was dadurch nicht abgedeckt wird, sollen die unterrichtenden Lehrkräfte in einem nicht-zentralen Teil der Matura prüfen. So wären einerseits ein Mindestlevel und die von allen gewünschte Vergleichbarkeit gewährleistet. Andererseits könnte auf die Schwerpunkte der Schulform, der Schule und der Klasse Rücksicht genommen werden.“

Conny Kolmann fordert: „Unterricht muss so stattfinden, dass er mit der Matura zusammenpasst – z.B. ohne Taschenrechner oder mit Lexikon. Aber da erfährt man jeden Tag etwas anderes. Dürfen wir jetzt einen Taschenrechner verwenden oder nicht? Dürfen wir ein Lexikon verwenden oder nicht? Das muss doch alles entsprechend trainiert werden! Kein Mensch käme auf die Idee, sich mit Fußballtraining für ein Volleyballturnier vorzubereiten.“

Theodor Saverschel bietet der Ministerin konstruktive Zusammenarbeit an. „Setzen wir uns gemeinsam an einen Tisch! Reden wir über Termine und seriöse Vorbereitung! Und richten wir den Fokus nur auf eines: unseren Schülerinnen und Schülern eine gerechte und seriöse Reifeprüfung zu ermöglichen!“, so der Elternvertreter.

Die SchulpartnerInnen fordern deshalb unisono: „Nur was sich im Matura-Schulversuch bewährt hat, darf flächendeckend umgesetzt werden!“

Rückfragehinweis:
Conny Kolmann, Bundesschulsprecherin
0664 960 15 72
conny.kolmann@schuelerunion.at

Paul Hollnagel
Ass. d. Präsidenten des Bundeselternverbandes
Strozzigasse 2/4/422, 1080 Wien
Tel: 0680 – 141 1 142
Mail: paul.hollnagel@bundeselternverband.at

Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher der AHS-Gewerkschaft
0664 46 04 153
matthias.hofer@oepu.at

25. Oktober 2011

AHS-Quin: Mittelschule stärkt das differenzierte Schulsystem

Utl.: Vernunft siegt über Ideologie

„Das Gymnasium bleibt in seiner Langform erhalten. Die Hauptschulen werden aufgewertet. Die Gesamtschullobby hat verloren.“ So kommentiert Eckehard Quin, der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft, die heute präsentierte Einigung der Koalitionsparteien in Sachen Neue Mittelschule.

Derzeit müssen an den Schulversuchen zur NMS verpflichtend Bundeslehrer eingesetzt werden. Das ist eine Beleidigung für alle Hauptschullehrer, denn damit teilt das BMUKK ihnen indirekt mit, dass sie AHS- oder BHS-Lehrer für guten Unterricht benötigen. „Mit diesem Unfug ist nun ebenfalls endlich Schluss“, stellt Quin erfreut fest. „Wir haben einen Lehrermangel im AHS-Bereich, und Hauptschullehrer brauchen für einen g’scheiten Unterricht wirklich nicht unsere Unterstützung.“

„Durch die Stärkung der Hauptschulen wird die Durchlässigkeit unseres Schulsystems verbessert und das differenzierte Schulwesen gestärkt. Damit können wir Lehrer optimal auf die Interessen, Neigungen und Begabungen aller Kinder eingehen. Die Vernunft hat über die Ideologie gesiegt“, so Quin abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
0664 46 04 153
matthias.hofer@oepu.at

4. Oktober 2011

AHS-Quin fordert Solidaritätsabgabe für Bildungswesen

Utl.: Leere Worte haben wir genug gehört.

Anlässlich des WeltlehrerInnen-Tages 2011 fordert der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Eckehard Quin eine Solidaritätsabgabe von Spitzenverdienern für das Bildungswesen. „Wenn darüber Einigkeit besteht, dass wir Österreichs Bildungswesen optimieren wollen, dann darf das nicht an den derzeitigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten scheitern oder auf den St. Nimmerleinstag verschoben werden“, so Quin. „Eine Offensive, wie ich sie verstehe, findet an den Bildungseinrichtungen statt. Ankündigungen oder Hochglanzfolder sind zu wenig.“

„Es ist den Spitzenverdienern im Interesse der Zukunft unserer wirtschaftlich starken Heimat und damit durchaus auch in deren eigenem Interesse zumutbar, eine für das Bildungswesen zweckgewidmete Solidaritätsabgabe zu leisten“, meint Quin. Unser Bildungswesen hat zur exquisiten Sonderstellung Österreichs einen maßgeblichen Anteil geleistet und soll das auch in Zukunft tun können. Angesichts der internationalen Wirtschaftskrise zeigt sich dieser Standortvorteil Österreichs besonders deutlich.

Die Mittel einer zweckgewidmeten Solidaritätsabgabe würden dringend benötigt wie z.B. für den zügigen Ausbau der Frühförderung, für eine Qualitätsoffensive im Bereich der schulischen Angebote, die über den Pflichtunterricht hinausgehen, bis zur Verwirklichung von Arbeitsbedingungen an Universitäten, die diesen würdig sind. Damit kann ein hochwertiges, öffentlich finanziertes Bildungssystem aufrechterhalten werden.

„Es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn die Zahlenden sich damit selbst ein Denkmal setzen“, meint Quin. „Ein Huber-Kindergarten, ein Meier-Kurs oder ein Müller-Hörsaal sind allemal besser als ein Wald- und Wiesenvolksbegehren“, so Quin abschließend.

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Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
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3. September 2011

AHS-Quin: BM Schmied begeht bei Klassenschülerhöchstzahl an AHS weiterhin Rechtsbruch

Utl.: Rechnungshof und PVAK bestätigen Kritik der Gewerkschaft

Der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Eckehard Quin übt massive Kritik an BM Schmied: „Mehr als drei Jahre nach dem Nationalratsbeschluss zur Senkung der Klassenschülerhöchstzahl von 30 auf 25 weigert sich die Ministerin nach wie vor beharrlich, den eindeutigen Gesetzesauftrag umzusetzen. Fast die Hälfte der AHS-Unterstufenklassen weist Schülerzahlen über 25 auf. Das ist Gesetzesbruch.“

„Der Gesetzestext und Erkenntnisse der Berufsrichter der Personalvertretungsaufsichtskommission beim Bundeskanzleramt (PVAK) zur Umsetzung des Gesetzesauftrags sind glasklar. BM Schmied weigert sich dennoch, die im Budget für die Senkung der Klassenschülerzahl vorgesehenen Mittel widmungsgemäß zu verwenden“, so Quin weiter. Quin verweist in diesem Zusammenhang auch auf den Rechnungshofbericht vom Jänner 2011, der Schmieds Verfehlungen penibel auflistet.

Quin weiter: „Das Schulorganisationsgesetz spricht in Bezug auf die AHS von einer Klassenschülerhöchstzahl. Die Argumentation Schmieds, das sei bloß ein unverbindlicher Richtwert, ist eine bewusste Irreführung der Öffentlichkeit. Dabei müsste BM Schmied nur das aus ihrem eigenen Ministerium stammende und weiterhin gültige Rundschreiben Nr. 20/1998 lesen!“ so Quins Kritik. Dort werde unmissverständlich erklärt, wie die gesetzlichen Vorschriften umzusetzen sind.

„Claudia Schmied mag sich das baldige Verschwinden des Gymnasiums aus der österreichischen Schullandschaft wünschen. Als Bundesministerin hat sie jedoch die Gesetze zu befolgen und ihre verfassungsmäßigen Pflichten zu erfüllen“, hält der AHS-Gewerkschaftsvorsitzende fest.

„Wir werden Schmieds Gesetzesbruch anprangern, bis die Ministerin endlich die unerträgliche Diskriminierung der Gymnasien beendet oder der Bundeskanzler seinen Handlungsbedarf erkennt. Die Missachtung des Gesetzes geht zu Lasten von Schülern und Lehrern, und das ist für mich als Vater und Lehrervertreter inakzeptabel“, so Quin abschließend.

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Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
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30. März 2011

AHS-Gewerkschaft: Amon’sche Oberstufenideen grober Unfug

Utl.: Ja zum Klassenverband und zu sinnvoller Modularisierung in der Oberstufe

Mit Kopfschütteln quittiert der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft Eckehard Quin die jüngsten Aussagen von ÖVP-Bildungssprecher Amon.

„Mit seinem Schlachtruf ‚freie Lehrerwahl für Oberstufenschüler’ hat der Bildungssprecher der ÖVP einen neuerlichen Beweis dafür erbracht, wie sehr der Bildungspolitik jeglicher Realitätssinn abhanden gekommen ist“, so Quin in einer ersten Reaktion auf die KURIER-Schlagzeile „Teenager sollen sich ihre Lehrer aussuchen dürfen“.

Quin weiter: „Es zeugt von geradezu fahrlässiger Naivität und Praxisferne, derartige Ideen hinauszuposaunen. Oder plant Amon schon eine Karriere als Chef der ‚Schulklassenlotterie’, bei der die überbuchten Plätze durch Losentscheid an die SchülerInnen vergeben werden?“

Für Quin ist die aus Amons Vorschlägen zwangsläufig resultierende Auflösung des Klassenverbandes „pädagogischer Nonsens“. Gerade in Zeiten vielfach (höchst) unbeständiger familiärer Verhältnisse bietet der Klassenverband vielen Heranwachsenden Stabilität und Stütze. „Wer für populistische Parolen leichtfertig die Klasse als soziale Einheit aufzugeben bereit ist, erweist unserer Gesellschaft einen schlechten Dienst“, so Quin an Amon.

Was die angedachte Abwahlmöglichkeit von Fächern betrifft, bezieht Quin klar Position: „Dieser Vorschlag widerspricht dem Bildungsziel eines Gymnasiums, der vertiefenden Allgemeinbildung. Das Wesen von Allgemeinbildung ist es nun einmal, in vielen Bereichen gebildet zu sein.“

Für Quin steht fest: „Wer es jungen Menschen heute allzu leicht macht, sich Mühen und Anstrengungen zu entziehen, lässt sie morgen schlecht gerüstet in den globalen Wettbewerb ziehen!“

„Ja zu einer Reduktion des Repetierens, nein zur mutwilligen Zerstörung des Klassenverbandes und der Allgemeinbildung!“ so Quin abschließend.

Rückfragehinweis:
Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
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8. Dezember 2010

AHS-Quin zu PISA: Weg mit ideologischen Scheuklappen, her mit echten Reformen!

Utl.: Bahn frei für Qualitätsoffensive an den Schulen

Als „Jahrhundertchance“ sieht Eckehard Quin, der Vorsitzende der AHS-Gewerkschaft, die PISA-Ergebnisse. „Vielleicht sind die Ergebnisse Anstoß für die Bildungspolitik, endlich vom Reiten ideologischer Steckenpferde abzugehen und sich sinnvollen Reformen zuzuwenden, wie sie die Lehrergewerkschaft seit vielen Jahren fordert“, hofft Quin.

„Es ist völlig gleichgültig, wie groß der Anteil des Schülerboykotts am PISA-Absturz war“, so Quin an die Adresse der Bildungsministerin. „Der Hilfeschrei der SchülerInnen im Jahr 2009 darf keinesfalls ungehört verhallen!“

„Wir LehrerInnen müssen seit Jahren beobachten, mit welchen Lesedefiziten Zehnjährige ins Sekundarschulwesen eintreten!“ so Quin weiter. Lesestudien im Primarbereich wie PIRLS zeigen das seit Langem auf. „Ich weiß als Vater zweier Kinder, dass die VolksschulpädagogInnen ihr Bestes geben, aber in der Kompensation vorschulischer Sprachdefizite von der Politik alleingelassen werden!“

„Wir können uns wünschen, dass der Trend zu TV und PC aufhört und Bücher wieder vermehrt Einzug in die Wohnzimmer halten. Wünsche ans Christkind bringen uns aber nicht weiter“, konstatiert Quin.

Quin fordert daher ein radikales Umdenken in der Bildungspolitik und verlangt echte Bildungsreformen, die das Problem an der Wurzel packen. Seine Forderungen:

  • massiver Ausbau der vorschulischen Sprachförderung, um sozial bedingten Handicaps rechtzeitig zu begegnen
  • Verpflichtung zum Besuch von Förderunterricht bei Defiziten v.a. im sprachlichen Bereich
    Die Beherrschung der Unterrichtssprache ist unabdingbare Voraussetzung für den schulischen Erfolg von Kindern.
  • tatsächliche und flächendeckende Reduzierung der Klassengrößen auf unter 25 SchülerInnen für bessere individuelle Förderung
  • wissenschaftlich fundierte Diagnoseinstrumente zur richtigen Schulwahl an den Nahtstellen
    SchülerInnen sollen die ihrem aktuellen Leistungsstand, ihren Stärken und Schwächen, ihrer Lernmotivation und ihren Interessen und Neigungen am besten entsprechende Schule besuchen.
  • Investition in pädagogisches Unterstützungspersonal (SozialarbeiterInnen, SchulpsychologInnen, FreizeitpädagogInnen etc.)
  • neue LehrerInnenbildung auf vollakademischem Niveau, keine Schmalspurausbildung von „HilfslehrerInnen“
  • stärkere Betonung von Sozialkompetenz, Leistung und Nachhaltigkeit in den Schulgesetzen

Quin zu den von den PISA-FetischistInnen gerne tot geschwiegenen PISA-Siegern in Ostasien: „Niemand will die Einführung von Drillschulen nach koreanischem Muster. Der Weg der „Kuschelpädagogik“, in der Leistungsbereitschaft und Anstrengung zu Untugenden diffamiert wurden, ist aber offensichtlich kein Erfolgsrezept!“

Quin an BM Schmied: „Beenden Sie endlich den Propagandaschmäh „NMS“, wo mit unrealistisch hohem Mitteleinsatz Systemkosmetik auf Kosten der großen Mehrheit von SchülerInnen und LehrerInnen betrieben wird! Investieren Sie in die Zukunft aller Kinder, sonst steuern wir auf eine Bildungskrise zu, die die Bankenkrise in den Schatten stellt!“

„Verlieren wir keine Zeit! Ich strecke der Ministerin die Hand zu einem konstruktiven Miteinander für substantielle und zielführende Reformen entgegen“, so Quin abschließend.

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Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
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29. November 2010

AHS-Gewerkschaft: Eva Scholik übergibt Vorsitz an Eckehard Quin
Utl.: Bisheriger Stellvertreter dankt Scholik für ihr erfolgreiches Wirken

Mag. Eva Scholik tritt mit Dezember in den Ruhestand und hat daher in der heutigen Sitzung der AHS-Gewerkschaft ihre Funktion zurückgelegt. Zu ihrem Nachfolger wurde der bisherige stellvertretende Vorsitzende Mag. Dr. Eckehard Quin gewählt.

„Ich weiß die AHS-Gewerkschaft bei Eckehard Quin in erfahrenen und bestens bewährten Händen. Seit Jahren war Kollege Quin bei allen wichtigen Verhandlungen an meiner Seite“, so Scholik über ihren Nachfolger.

Eckehard Quin, Jahrgang 1968, promovierter Historiker, studierte auch Chemie und unterrichtet an einer niederösterreichischen AHS.

Der neu gewählte Vorsitzende streut seiner Vorgängerin Rosen: „Eva Scholik hat die AHS-Gewerkschaft in schwierigsten Zeiten mit Umsicht und höchstem taktischen Geschick geführt. Ihr nachzufolgen ist Ehre und Herausforderung zugleich.“

Quin weiter: „Eva Scholik hat sich in sehr bewegten Jahren ebenso unermüdlich wie erfolgreich für die AHS und ihre LehrerInnen eingesetzt. Ihr Leitmotiv war stets die Vielfalt im Schulwesen („Schule bunt“). Sie hat sich für ein gutes öffentliches Schulwesen eingesetzt und sich mit aller Kraft der Einführung der Gesamtschule entgegengestemmt.“

Als „vorbildlich“ für die anstehenden Verhandlungen zu einem neuen LehrerInnendienstrecht sieht Quin die Kreativität Scholiks und das von ihr bewiesene Verhandlungsgeschick. Scholik wiederum dankt Quin für das von ihm entwickelte und ausverhandelte Zeitkonto-Modell, das von vielen LehrerInnen bereits genutzt wird.

Unisono betonen Scholik und Quin, dass BM Schmieds Reformankündigungen bisher weitgehend substanzlos geblieben sind. Scholik: „Ich wünsche meinem Nachfolger eine Ministerin, die nicht nur in informellen „Vorgesprächen“, sondern am Verhandlungstisch die brennenden Fragen des österreichischen Bildungssystems diskutiert.“

Quin zur überfälligen Agenda der Unterrichtsministerin: „Vom neuen Besoldungssystem mit attraktiven Einstiegsgehältern bis zu einer qualitätszentrierten Reform der LehrerInnenbildung spannt sich ein weiter Bogen offener Fragen. Wenn BM Schmied schon Millionen für Werbung ausgibt, statt sie in die Schule zu investieren, sollte sie damit eine Imagekampagne für den Lehrberuf starten und nicht Gesamtschulpropaganda betreiben. Der Lehrermangel ist bereits vielfach spürbar und wird sich bald dramatisch verschärfen. Denn die Schweiz und Bayern beginnen schon damit, österreichische LehrerInnen abzuwerben!“ so Quin an Schmieds Adresse.

Und Quin setzt fort: „Wir brauchen keine Diskussion über die Schulorganisation, sondern eine Verbesserung der Lehr- und Lernbedingungen an den Schulen wie z.B. die tatsächliche Umsetzung der Klassenschülerhöchstzahl 25, die an rund der Hälfte aller AHS-Unterstufenklassen nicht eingehalten wird.“

„Wer wie Schmied SchülerInnen und LehrerInnen vor den Kopf stößt und der „normalen“ Schule Mittel vorenthält, um an ideologischen Prestigeprojekten sündteure Prinzenerziehung zu betreiben, darf sich nicht wundern, wenn – wie kolportiert – die PISA-Ergebnisse schlecht ausfallen. Das hat BM Schmied zu verantworten“, so Scholik und Quin abschließend.

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Mag. Matthias Hofer, Mediensprecher
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